Deutschlandweit bestehen die Interkulturellen Wochen ganze 50 Jahre. In Ansbach sind es immerhin 32 Jahre. Oberbürgermeister Thomas Deffner als Schirmherr eröffnete am Montag die diesjährige Auflage – mit viel Lob für die Integrationsarbeit. Worum geht es den Beteiligten bis zum Sonntag, 12. Oktober?
An den 32 Jahren „sehen Sie, dass die Veranstaltungsreihe auch bei uns schon eine lange Geschichte hat und sich wunderbar entwickelt hat”, stellte OB Deffner fest. Das bundesweite Motto der Interkulturellen Wochen lautet „Dafür!”. Über 20 Kooperationspartnerinnen und -partner sind in Ansbach mit dem Integrationsbeirat der Stadt an Bord.
„Mit großem Engagement, Weitblick und Herzblut setzt sich der Beirat seit Jahren für ein respektvolles Miteinander und für die Belange unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationsgeschichte ein”, lobte Thomas Deffner. Die Eröffnung und das gesamte Programm der Interkulturellen Wochen trügen dessen Handschrift.
Die Interkulturellen Wochen machten es möglich, einander kennenzulernen und so Vorurteile und Missverständnisse abzubauen, was wichtig sei. „Lassen Sie uns gemeinsam zeigen, dass Ansbach eine Stadt ist, in der Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gefeiert wird”, appellierte der OB.
Die Interkulturellen Wochen entwickelten sich zu einer der größten zivilgesellschaftlichen Initiativen in Deutschland, die sich für Demokratie, Menschenrechte, Vielfalt und ein gutes Zusammenleben aller Menschen einsetzen. Dies unterstrich die Vorsitzende des Integrationsbeirats, Villy Wiegel.
Die Reihe setze außerdem „Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit”.
Bei den Interkulturellen Wochen handelt es sich nicht einfach um Termine in einem Kalender, sondern um ein Zeichen für Offenheit, Begegnung und gegenseitigen Respekt. So drückte es die Integrationsbeauftragte der Stadt, Iryna Savchenko, aus.
Das Motto „Dafür!” stehe dafür, dass Vielfalt die Menschen nicht trenne, sondern verbinde, dafür, dass Begegnung über Grenzen hinweg möglich sei, sowie dafür, dass man gemeinsam eine Gesellschaft gestalte, die auf Respekt und Mitgefühl basiert.
Abschluss der Reihe ist ein „Tag der offenen Kirche für Nicht-Christen und am Christentum Interessierte”, wie sie ankündigte. Er findet am 12. Oktober von 14 bis 17 Uhr in der evangelischen Kirche St. Johannis statt. Es geht ums Entdecken, Verstehen und Begegnen.
„Unsere Kirche öffnet ihre Türen für alle, die einen Kirchenraum kennenlernen möchten – unabhängig von Religion oder Herkunft”, heißt es dazu vorab.
Christine Burmann, früher Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, ist die Beauftragte für Diskriminierungsfragen und LSBTIQ der Stadt Nürnberg. Sie würdigte bei der Eröffnung den Einsatz zahlreicher aktiver Menschen in Ansbach. Seit vielen Jahren engagierten sie sich dafür, Vielfalt zu tragen und zu gestalten.
Seit zwei bis vier Jahren bemerkt sie allerdings auch etwas anderes. „Wir haben mehr eine Spaltung der Gesellschaft, wir haben eine Verrohung auch in der Sprache.” Die Grenzen des Sagbaren hätten sich verschoben. Des Weiteren sprach sie von immer mehr geschürten Vorurteilen sowie von Bedrohungen und Angriffen.
Allerdings: „Ich kann mich engagieren und einbringen”, rief Christine Burmann auf, „das ist auch eine Verpflichtung.” Vom Motto „Dafür!” leitete sie ab: dass Menschen einander offen, freundlich und neugierig begegnen, sich nicht als Vertreterin und Vertreter einer bestimmten Gruppe wahrnehmen sowie dass sie füreinander Verantwortung übernehmen sollen, auch für die etwas leiseren Stimmen.
Die Eröffnung umrahmten Musizierende aus dem Gymnasium Carolinum: sowohl ein Saxofontrio als auch die Klavierschülerin Esther Horn, die eine zehnte Klasse besucht.
Das Programm ist auf der Internetseite der Stadt abrufbar: www.ansbach.de