Die Fußball-Frauen des SV Weinberg stehen als Absteiger aus der 2. Bundesliga fest. Auch im letzten „Heimspiel“ der Saison 2024/2025 blieb ihnen ein Erfolgserlebnis versagt, denn am Ende von insgesamt 98 Minuten feierte der VfL Borussia Mönchengladbach einen klaren 4:1 (0:1)-Erfolg und entledigte sich damit aller Sorgen.
Wieder eine klare Niederlage für Weinberg werden sich die denken, die nur das Ergebnis lesen. Wer aber das Spiel verfolgte, der konnte feststellen, dass die Begegnung fast dem Saisonverlauf entsprach.
In den ersten 45 Minuten dominierte Weinberg. Angetrieben von den überragenden Annika Kömm und Leonie Haberäcker setzte der SVW die „Mädels vom Niederrhein“ mächtig unter Druck, offenbarte aber altbekannte Schwächen im Torabschluss. So steuerte Kömm alleine auf VfL-Torfrau Jil Frehse zu, um ihr dann den Ball in die Arme zu schießen (8.). Kurze Zeit später hatte Djellza Istrefaj sich freie Bahn verschafft und nur noch Frehse vor Augen. Warum die albanische Nationalspielerin aus 30 Metern den Abschluss suchte, der total missglückte, ist ebenso unverständlich wie einige Aktionen in ihrem Spiel. Der schlechte Tabellenstand des SVW kommt nicht von ungefähr. Aber auch den Gästen ging nicht gerade der Ruf der Torgefährlichkeit voraus. Suus van der Drift jagte freistehend aus 16 Metern das Leder über das Weinberger Tor (27.). In dieser Phase war das Spiel abwechslungsreich.
In der 42. Minute ging Weinberg in Führung. Eine gut vorgetragene Kombination schloss Solveig Schlitter erfolgreich mit einem 10-m-Schuss ab, nachdem sie ihre Gegenspielerin ausgetanzt hatte.
Warum Weinberg mit Beginn der 2. Halbzeit einen unerklärlichen Leistungsabfall erlitt, wirft doch einige Fragen auf. Jedenfalls entwickelten die Gäste plötzlich großen Druck, erspielten sich eine Feldüberlegenheit und wurden mit zwei Treffern für ihre Offensivpower belohnt.
In der 51. Minute wurde der Ausgleich durch mehrere Fehler im Abwehrverhalten begünstigt. So stand die eingewechselte Yvonne Zielinski bei ihrem Kopfball aus sechs Metern völlig frei und zwei Minuten später war Kiki Elize Scholten ebenfalls ungedeckt und nutzte so die Verwirrung in der SVW-Abwehr zum Gladbacher Führungstreffer.
In der Folgezeit dauerte es schon eine gewisse Zeit, ehe die SVW-Spielerinnen den Schock verdaut hatten. Aber sie konnten bei weitem nicht den Elan und Druck der 1. Halbzeit entfachen, die Offensivaktionen liefen oft nicht strukturiert. Auch tauchten vermehrt die alten Fehler wie Passungenauigkeit auf, die erfolgversprechende Aktionen schon im Ansatz scheitern ließen.
Ab der 80. Minute stellte der SVW auf totale Offensive um. Doch diese Maßnahme führte zu keinem Erfolgserlebnis und es kam auch noch Pech dazu, denn in der 86. Minute setzte Schlitter per Kopf eine Kömm-Flanke an den Pfosten.
Erfolgreicher agierten die Gäste in Person der eingewechselten Emily Tichelkamp, die zwei Konter in der 92. und 93. Minute erfolgreich abschloss und somit das Ergebnis auf 4:1 für Gladbach stellte – ein Ergebnis, das nicht dem Spielverlauf entsprach.
SV Weinberg: Popp, Haberäcker, Anna Grimm (80. Mara Grimm), Horwath (80. Wachal), Hilkert, Eva Wiesinger, Schlitter, Ganßer (65. Wich), Istrefaj (60. Riess), Hofrichter (60. Hofmann), Kömm.