Das 50-jährige Bestehen des Fördervereins Fränkisches Freilandmuseum, die Ernennung dreier neuer Ehrenmitglieder und die vereinsseitige Verabschiedung des langjährigen Leiters des Fränkischen Freilandmuseums, Dr. Herbert May, bestimmten die Mitgliederversammlung im Alten Bauhof.
Rund 90 Mitglieder bekundeten mit dem Besuch ihr Interesse am Vereinsgeschehen. „Sie glauben gar nicht, welchen Einfluss sie haben“, sagte Walter Schnell in seinem Grußwort als Beauftragter des Bezirks Mittelfranken für das Museum. Der Bezirk ist Träger des Freilandmuseums. Als eine Art „Schattenkabinett“ bezeichnete Schnell das Team an der Spitze des Vereins, denn „wenn der Förderverein etwas will, tut sich die Politik schwer, das abzulehnen“.
Ehe Dr. Herbert May mit stehenden Ovationen von den Mitgliedern des Fördervereins verabschiedet wurde, standen zunächst die üblichen Formalien auf der Tagesordnung. Vorsitzender Ulrich Herz erinnerte in seinem Bericht an die Veranstaltungen im laufenden Jubiläumsjahr „50 Jahre Förderverein Fränkisches Freilandmuseum“. Höhepunkt war am 18. Mai die Feier im Festzelt auf dem Museumsgelände mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Freilandmuseum sei Garant für „50 Jahre Erfolgsgeschichte“, sagte Herz, der damit gleichzeitig auf die zusätzliche, außerordentliche Unterstützung aller Museumsmitarbeitenden im Jubiläumsjahr hinwies und dabei besonders Christine Berger von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit für ihre „120-prozentige“ Arbeit hervorhob.
Auch die jährlich stattfindenden Exkursionen, neben Eichstätt war Ochsenfurt ein Ziel, streifte Herz. Die gute Resonanz des Besuchs in Ochsenfurt „als neues Format“ bewog die Leitung des Vereins, derartige Ausflüge zum Besuch historischer Städte als weiteres Angebot den Mitgliedern vorzulegen. Dabei ergab sich, dass vor allem kleinere Städte wie Wolframs-Eschenbach zu den gewünschten Zielen zählen. Zunächst steht jedoch am 4. Oktober ein Ausflug zum Hessenpark in Neu-Anspach an, für den noch wenige Plätze verfügbar sind.
Geschäftsführerin Friedericke Enser konnte eine erfreuliche Mitgliederentwicklung vermelden. Um rund 450 Mitgliedschaften erhöhte sich die Zahl seit 2023, sodass aktuell über 4500 Mitgliedschaften beim Förderverein bestehen. Die eigentliche Anzahl der Mitglieder liegt dabei weitaus höher, da alleine die rund 3800 Familienmitgliedschaften aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen.
Genauso positive Zahlen hatte Gertraud Böckmann in ihrer Eigenschaft als Schatzmeisterin im Gepäck. Museumsprojekte förderte der Verein mit über 150.000 Euro im vergangenen Jahr. Darunter fielen alleine 120.000 Euro zum Aufbau der „Scheune Reuth am Wald“, die der Verein bereits zum Anschub mit 300.000 Euro förderte und seither, bis 2027 zugesichert, mit den erwähnten 120.000 Euro jährlich bezuschusst.
Traditionell wird eine Volontärsstelle im Museum gefördert, 2024 mit knapp 20.000 Euro. Insgesamt berichtete Böckmann von einem sehr guten Kassenbestand. Nachdem mit Hermann Leidenberger einer der beiden Kassenprüfer keinerlei Beanstandungen vermeldete, folgte die einstimmige Entlastung des Vorstands.
Kurz vor seinem Ruhestand verschaffte daraufhin Dr. Herbert May in seinem „Abschiedsbericht“ den Mitgliedern noch einen kurzen Überblick über aktuelle und geplante Maßnahmen des Fränkischen Freilandmuseums. Darunter fällt ein Inklusionsprojekt, für das das Museum derzeit auf den finalen Förderbescheid wartet; ebenso wie im Bereich Museumspädagogik ein „Medienguide“ für die Kräuterapotheke mit dem Ziel, Text, Hör- und Filmbeiträge über eine App der Landesstelle für nichtstaatliche Museen zur Verfügung zu stellen.
Im Bereich Ökologie/Tierhaltung werde die Koppelhaltung weiter ausgebaut, außerdem sind bereits die Stallungen für Ziegen und Schweine erweitert, sodass die Tiere die Möglichkeit haben, vom Stall ins Freie zu wechseln.
Abschließend wurde drei Mitgliedern eine besondere Ehre zuteil, die Versammlung ernannte sie einstimmig zu Ehrenmitgliedern. Gisela Daubinger war über 16 Jahre Geschäftsführerin und „gute Seele des Vereins“ (Herz). Karl-Friedrich Künzel stand als Vorsitzender über zwölf Jahre an der Vereinsspitze. Professor Dr. Hermann Heidrich, der wegen Erkrankung nicht persönlich anwesend war, hatte als Geschäftsführer und zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden zwischen 1989 und 2001 zeitweise sogar parallel mehrere Funktionen inne.
Blieb die Ehrung der verstorbenen Vereinsmitglieder, denen die Versammlung zu Anfang gedachte. Besonders schmerzlich werde Professor Konrad Bedal vermisst, sagte Ulrich Herz. Bedal habe „weit Überdurchschnittliches, Außergewöhnliches für den Verein geleistet.“