Man könnte es mit einem ungenierten Coup aus einem Gaunerfilm vergleichen, wie der ehemalige Amokläufer von Ansbach die Behörden narrte. Der Mann, der seit Jahren im Bezirksklinikum in Erlangen untergebracht ist, hatte sich im August bei einem Freigang binnen Stunden nach Südamerika abgesetzt.
Inzwischen konnten Zielfahnder den 34-Jährigen in Kolumbien ausfindig machen und zurück nach Deutschland bringen lassen. Doch sein Vorgehen wirft auf mehreren Ebenen ernste Fragen auf, die im Kern in einer zusammenlaufen: Wie konnte das passieren?
Der 34-Jährige hatte sich am 16. August bei einem unbegleiteten Freigang wohl prompt auf den Weg ins Ausland gemacht. Von dort aus bestieg er ein Flugzeug, das ihn nach Übersee brachte. Das berichtet Leitender Oberstaatsanwalt Friedrich Weitner. Über die genaue Fluchtroute will er keine Angaben machen. Nur so viel: Der Flug startete außerhalb der EU – und der 34-Jährige dürfte sich schon in der Luft befunden haben, als sein Fehlen in Erlangen auffiel. Viele Nicht-EU-Länder, die innerhalb weniger Stunden auf dem Landweg aus Mittelfranken zu erreichen sind, kommen dabei nicht infrage – Serbien vielleicht, oder etwas näher: die Schweiz.
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