Florian Vogel will seine „Erfahrung” und seine „Persönlichkeit in den Dienst der Rothenburgerinnen und Rothenburger” stellen. Die CSU hat ihn einstimmig als ihren Oberbürgermeister-Kandidaten nominiert. Er führt auch die Stadtrats-Liste an, gefolgt von Silke Sagmeister-Eberlein und Peter Wack. Drei Mitglieder der CSU-Fraktion hören auf.
Damit steht der sechsköpfigen CSU-Fraktion im Stadtrat ein großer Umbruch bevor. Zweiter Bürgermeister Dieter Kölle und Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Scheurer treten aus Altersgründen nicht mehr an. Sie sind seit 1996 und 1984 im Stadtrat und prägen nach wie vor maßgeblich die Debatte in den Stadtratssitzungen mit. Die Dritte im Bunde, die nicht mehr antritt: Martina Schlegl, die bei der Kommunalwahl 2020 für die CSU als OB-Kandidatin angetreten war und es in die Stichwahl geschafft hatte, dort aber gegen Oberbürgermeister Dr. Markus Naser verlor. Sie wird dann insgesamt sechs Jahre dem Gremium angehört haben. Auf Nachfrage der Redaktion nannte sie als Grund für ihre Nicht-Kandidatur „berufliche Gründe”. Sie sei sehr viel unterwegs und das mache es zeitlich schwierig.
Die Stadtratsliste führt OB-Kandidat Vogel (48) an. Bei beiden Wahlgängen – OB und Stadtrat – erhielt er alle möglichen 28 Stimmen. In seiner Rede sagte er unter anderem: „Viele der Herausforderungen, vor denen wir zum Beispiel hier in Rothenburg stehen, sind in Rothenburg lösbar. Um die Dinge vor unserer eigenen Haustür zu ordnen, braucht es keine Weltpolitik. Es braucht auch keine Bundes- oder Landespolitik, um hier bei uns die Weichen für eine lebenswerte Zukunft zu stellen.” Es brauche „etwas viel Einfacheres” und „gleichzeitig viel Kraftvolleres”: „Ideen und Mut und den entschlossenen Willen der Rothenburgerinnen und Rothenburger, beides in die Tat umzusetzen”. Für ihn ist die Zeit reif, „mehr als reif”.
Nach „Jahren des gefühlten Stillstands, des Nicht-mehr-in-den-Tritt-Kommens” glaube er „fest daran: Rothenburg kann mehr”. Vogel: „Ich glaube daran, dass die Menschen in unserer Stadt den Mut haben, aufzustehen, die Ärmel hochzukrempeln und die Dinge, die im Argen liegen, anzupacken.”
Er sprach auch davon, dass es „Engagement, konsequentes Handeln und den Mut, Entscheidungen zu treffen” brauche. Er bringe dafür „die nötige Erfahrung, Entschlusskraft und den nötigen Gestaltungswillen” mit. „Ich habe gelernt, wie man komplexe Prozesse steuert, ich weiß, wie wichtig es ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und für die Sache zu begeistern.” Er habe gelernt, „wie man notwendige Veränderungen erfolgreich gestaltet – ökologisch verantwortungsvoll, wirtschaftlich solide und sozial ausgewogen”. Vogel: „Wir können nicht länger so tun, als wären immer nur die anderen daran schuld, wie es uns geht oder warum in Rothenburg etwas nicht umsetzbar ist.”
Beim Thema Bürgerbus nannte er Dinkelsbühl als Beispiel für eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung. Die „nachhaltigste Investition in die Daseinsvorsorge” der Stadt ist für ihn, das zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken. Er betonte: „Hier darf nie, egal welche Haushaltszwänge es geben mag, der Rotstift angesetzt werden. Das wird es mit mir nicht geben.” Auch für den Kreistag wird Vogel kandidieren (Platz 35).
Auf Vogel folgt auf dem zweiten Listenplatz Stadträtin und Ortsvorsitzende Silke Sagmeister-Eberlein (53). Die Kreisrätin und Kreisvorsitzende der Frauen-Union erhielt alle Stimmen und betonte, dass Stadt und Land keine Gegensätze sein sollten, sondern „starke Partner”. Sie ist Vorstandsmitglied im Stadtmarketing-Verein, bringe sich dort aktiv ein und legt Schwerpunkte auf Gewerbe, Einzelhandel und Gastronomie. „Mit viel Engagement und Herzblut” würde sie gerne in ihre dritte Stadtratsperiode gehen.
Auf Platz drei ist Stadtrat Peter Wack gelistet. Wack (56, Onkel von Marius Wack), der kein CSU-Mitglied ist und seit 2014 für die CSU im Stadtrat sitzt, erhielt ebenfalls alle 28 Stimmen. Er nannte drei Schlagworte für seine Motivation: Heimatliebe, Verantwortung und Wünsche für die Zukunft. Heimatliebe zum Beispiel ist für ihn ein „Versprechen, sich zu kümmern”, wie er erklärte. Verantwortung bedeute für ihn „mutige und richtige Entscheidungen treffen. Wohl wissend, dass die richtigen Entscheidungen nicht immer die populären sind.” Es gelte zuzuhören, aber auch „rechtzeitig den Mund aufmachen und handeln, wenn es notwendig ist”. Wack: „Die letzten Jahre im Stadtrat musste ich ziemlich oft den Mund aufmachen und Sachverhalte kritisch hinterfragen, die die Verwaltungsspitze zur Entscheidung vorgelegt hat.”
Ebenfalls 28 von 28 möglichen Stimmen erhielt Felix Kölle (40, Sohn von Zweitem Bürgermeister Dieter Kölle, Neffe von Stadtrat Peter Schaumann). Er ist auf Platz vier gelistet und ehrenamtlich seit Jahrzehnten aktiv. „Ich weiß, wo die Sorgen und Nöte der Vereine sind, vor allem auch der Ehrenamtlichen, die sich dort engagieren.” Er denkt, dass sowohl sein beruflicher Hintergrund als Steuerberater als auch sein ehrenamtlicher Hintergrund „eine gute Grundlage für die Kommunalpolitik“ sind. „Man muss Flexibilität mitbringen, man muss Kompromissbereitschaft mitbringen, man muss innovativ sein und man muss sich trauen, Dinge zu entscheiden und manchmal vielleicht auch wieder zu revidieren und noch einmal neu anzusetzen.“ Eine gewisse Fehlerkultur gehöre für ihn dazu.
Auf Platz fünf folgt Marcus Pfalzer (49, 28 von 28 Stimmen). „Ich kandidiere für den Stadtrat, weil ich unseren OB-Kandidaten Florian Vogel unterstützen möchte.” Pfalzer ist überzeugt, dass Vogel als OB klare Prioritäten setzen würde „und den Menschen mehr ermöglicht”. Pfalzers Ziele, würde er Stadtrat werden: eine verlässliche Kinderbetreuung mit genug Platz, genug Plätze für Kurzzeitpflege, eine verbesserte Barrierefreiheit in der Stadt sowie ein „innovatives und bürgerfreundliches Energiekonzept für Rothenburg”.
Seit 24 Jahren ist Peter Schaumann (70, Onkel von Felix Kölle) Stadtrat für die CSU. Auf Platz sechs gelistet, möchte er seine Erfahrung einbringen: „Ich biete langjähriges Wissen im kommunalen Haushaltsrecht, bin im Vorstand des Stadtmarketings und Kassenprüfer in verschiedenen Vereinen. Ich habe einfach Freude an Zahlen und natürlich auch an Menschen. Ich möchte der Gemeinschaft dienen mit meiner Kompetenz und Fähigkeit. Ich möchte Verantwortung tragen, um insgesamt die wirtschaftlichen Grundbedingungen in Rothenburg weiter zu verbessern.” Er ist Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und Aufsichtsrat der Stadtwerke. Er erhielt alle Stimmen.
Auf Platz sieben folgt Gerhard Rohn (62). Der Ortssprecher für Bettenfeld, Herrnwinden und Reusch erhielt alle Stimmen und erklärte, dass er in seinem Ehrenamt als Ortssprecher „das ein oder andere bewirken” könne und „wenn Probleme entstehen”, versuche „diese zu lösen”. Er betonte unter anderem auch, wie wichtig die Wirtschaft für Rothenburg sei und sagte: „Nur wenn Arbeitsplätze da sind, ist auch das Leben sehr, sehr gut.”
Auf Listenplatz acht tritt Karin Bucher (56) an. Sie erhielt 27 von 28 Stimmen und legte drei Gründe für ihre Kandidatur dar. Sie möchte sich für die Zukunft Rothenburgs einsetzen und aktiv mitwirken. Demokratie lebe von Ehrenamt, Mitwirkung und aktivem Einbringen. „Ich bin eine tief überzeugte Demokratin und ich möchte mich dafür einsetzen.” Auch glaubt sie, dass sie den Stadtrat durch ihre wirtschaftliche Kompetenz bereichern kann.
Die weitere Reihung: Gerhard Kreiselmeier auf Platz neun (55, alle Stimmen), Grazyna Cebulla auf Platz zehn (61, 27 von 28 Stimmen, Mutter von Camill Cebulla), Jörg Seybold auf Platz elf (50, 27 von 28 Stimmen), Sebastian Baumann auf Platz zwölf (28, 27 von 28 Stimmen), Marvin Cross auf Platz 13 (46, alle Stimmen), Bernd Leyrer auf Platz 14 (51, 27 von 28 Stimmen), Camill Cebulla auf Platz 15 (38, Sohn von Grazyna Cebulla, 27 von 28 Stimmen), Markus Kamleiter auf Platz 16 (38, alle Stimmen), Toni Wollmershäuser auf Platz 17 (28, alle Stimmen), Marietta Scheffler auf Platz 18 (65, 27/28), Marc Schmidt auf Platz 19 (54, einstimmig) und Florian Striffler (40, Sohn von FRV-Fraktionsvorsitzender Jutta Striffler) auf Platz 20 mit 27 von 28 Stimmen.
Auf Platz 21 folgt Franziska Dreyer (45) mit 27 von 28 Stimmen, auf Platz 22 Marius Wack (28, Neffe von Peter Wack, 28 von 28 Stimmen) und auf Platz 23 ist Steffen Pianka (50, 27 von 28 Stimmen) gelistet. Dr. Paul Kerscher (83) belegt Listenplatz 24 mit 28 von 28 Stimmen.
Ersatzkandidierende sind Michael Baumann (30) und Beate Beuschel (70, beide einstimmig).
Bei der Nominierungsversammlung waren mehr als 20 Gäste anwesend, darunter etwa auch Vertretende der Grünen. Ortsvorsitzende Sagmeister-Eberlein hatte in ihrer Begrüßung Florian Vogel als „wahren Glücksfall” bezeichnet und ihn so beschrieben: „Einer von uns und doch mit Wissen von außen gespickt.” Sie sprach vor allem Dr. Wolfgang Scheurer und Dieter Kölle „Respekt und Anerkennung” für ihre Arbeit im Stadtrat aus.
Das Alter der Kandidierenden bezieht sich auf den Wahltag 8. März 2026.