„Extremes Jahr“ - Wassermangel prägte Sommer in den Alpen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.09.2026 11:58

„Extremes Jahr“ - Wassermangel prägte Sommer in den Alpen

Für die Rinder geht es in dieser Wochen wieder ins Tal. Ihre Versorgung auf den Bergen war heuer besonders schwierig. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Für die Rinder geht es in dieser Wochen wieder ins Tal. Ihre Versorgung auf den Bergen war heuer besonders schwierig. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Für die Rinder geht es in dieser Wochen wieder ins Tal. Ihre Versorgung auf den Bergen war heuer besonders schwierig. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Hitze und kaum Regen - der diesjährige Sommer war auch für die Bauern am Alpenrand herausfordernd. „Der Bergsommer 2026 wird auf jeden Fall als extremes Jahr in Erinnerung bleiben. Vor allem, da sich die Trockenheit das ganze Jahr durchzog“, sagte Fabian Höß vom Alpwirtschaftlichen Verein im Allgäu angesichts des Endes des Alpsommers.

Im Allgäu finden in den kommenden Wochen die traditionellen Viehscheide statt. Am Freitag starteten die volksfestähnlichen Veranstaltungen, bei denen die Rinder oft prachtvoll geschmückt ins Tal geführt werden. Einer der ersten Viehscheide fand in Oberstaufen statt.

Laut Höß haben die Probleme für die Landwirte und Hirten bereits im vergangenen Winter begonnen. Es sei extrem wenig Schnee in den Bergen gefallen. „Dadurch fehlte einerseits Schmelzwasser, das der Boden speichert und den Alp-Pflanzenbestand im Frühsommer wachsen lässt.“ Zum anderen schütze die Schneeschicht den Untergrund üblicherweise auch vor Sonne und Wind. „Die Böden trocknen also auch schneller aus.“

Einige Kühe wurden heuer vorzeitig von den Weiden geholt

Im Sommer habe es dann kaum Regen gegeben. Auf einigen Alpen seien irgendwann die Brunnen und Zisternen leer gewesen. Im Allgäu hätten da die gut ausgebauten Wege geholfen. „Wir können das Wasser an die meisten Orte hochfahren oder sogar pumpen.“ Das Wasser für die Tiertränken sei nur das eine, andererseits habe es teils auch Probleme durch spärlichen Bewuchs gegeben. Manche Bauern hätten dann einen Teil des Viehs schon vorzeitig ins Tal geholt. Denn besonders Milchkühe bräuchten hochwertiges Futter.

Nach Angaben von Höß waren die Probleme in anderen Regionen der Alpen teils noch dramatischer als im Allgäu. Dort hätten mitunter Hubschrauber Wasser auf die Berge fliegen müssen, damit die Tiere versorgt seien. Auch wenn 2026 besonders schwierig war, sei der Trend zu fehlendem Niederschlag schon seit Jahren erkennbar. „Wenn jemand noch am Klimawandel zweifelt, soll er uns Bauern und Älpler fragen“, sagte Höß. „Wir erleben ihn tagtäglich.“

Entlang der bayerischen Alpen werden jedes Jahr im Sommer zehntausende Kühe und auch Schafe, Ziegen, Schweine sowie Pferde auf die hoch gelegenen Bergweiden gebracht, je nach Region Alm oder Alpe genannt. Nach etwa 100 Tagen nehmen die Hirten traditionell Abschied von den Bergen und kehren vor Einbruch der kalten Jahreszeit mit den Tieren auf die Höfe zurück.

Die im Allgäu übliche Bezeichnung Viehscheid stammt daher, dass die verschiedenen Herden erst auf einem Scheidplatz in den Gemeinden wieder voneinander getrennt werden, nachdem sie auf der Bergweide gemeinsam versorgt wurden. Dort erhält der jeweilige Besitzer seine Tiere nach der Sommersaison zurück. In Oberbayern wird hingegen vom Almabtrieb gesprochen.

© dpa-infocom, dpa:260911-930-669540/1


Von dpa
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