Die 29. LesArt hat begonnen. Am Sonntag wurden die 29. Literaturtage Ansbach im Kunsthaus Reitbahn 3 eröffnet. Der österreichische Schriftsteller Franzobel las aus seinem Roman „Hundert Wörter für Schnee”; zuvor schien in den Grußworten die Bedeutung der Reihe für das Kulturleben in Ansbach und in der Region auf.
Die LesArt ist eine städtische Literaturreihe, die in Kooperation mit dem Kulturforum Ansbach jährlich im November veranstaltet wird. Elisabeth Meisel, die Vorsitzende des Kulturforums, freute sich bei der Eröffnung nicht nur über das volle Kunsthaus, sondern auch über eine bevorstehende Woche voller Höhepunkte: „Es wird spannend werden.“ Kurz erwähnte sie einen Umstand, der Oberbürgermeister Thomas Deffner ein wenig ins Schwärmen brachte.
„Bereits seit einigen Tagen sind alle Veranstaltungen der LesArt ausverkauft”, so der Oberbürgermeister. „Das gab es noch nie“, betonte er. „Das ist fantastisch.“ Das zeige, dass Bettina Baumann als Projektkoordinatorin ein wunderbares Programm auf die Beine gestellt habe, wie beliebt Literatur in Ansbach sei und dass Literatur in Ansbach lebe.
Von den vielen Vorteilen, die Literatur biete, führte Deffner einige auf: „Lesen lässt uns die Perspektive wechseln. Führt uns teilweise in andere Welten. Und sorgt für Entspannung. Es stärkt unser Verständnis und unseren Wortschatz und hält uns gesund – unter anderem als Demenzprävention.“
Dass Franzobel nach Ansbach gekommen sei, wertete der Oberbürgermeister als Ehre aus zweierlei Gründen. Zum Schriftsteller gewandt, meinte er launig: „Sie haben nämlich gesagt, Sie sind mit der Bahn angereist. Und da ist es etwas Besonderes, dass Sie da sind – und dass Sie nach Ansbach kommen, selbstverständlich auch.“
Bettina Baumann, die Programmmacherin, fasste kurz zusammen, was die LesArt leistet: „Wir bringen renommierte Autoren, große bekannte Namen in die Stadt, greifen Jubiläen und besondere Themen auf, pflegen Sponsoren, bleiben in unserem Budgetrahmen und Ansbach wird auch in Nürnberg positiv erwähnt – nicht nur auf Gleis 22, wenn der Zug pünktlich kommt.” Eine „gute Reise” wünschte sie dann für die folgende Lesung. Franzobel stellte seinen historischen Roman „Hundert Wörter für Schnee” vor. Die Geschichte führt Richtung Nordpol. Dessen angebliche Entdecker, Franzobel wies darauf hin, haben ihr Ziel wahrscheinlich nie erreicht