Die freiberuflichen Hebammen, die am Krankenhaus Ansbach Entbindungen vorgenommen haben, erhöhen den Druck. Ein Großteil von ihnen hat die bestehenden Verträge mit ANregiomed fristlos gekündigt. Das hat das Klinikum am Mittwochnachmittag mitgeteilt.
Die Geburtshilfe am Ansbacher Krankenhaus läuft aktuell weiter. „Alle werdenden Mütter können weiterhin im Kreißsaal in Ansbach entbinden“, betonte Klinikvorstand Dr. Gerhard Sontheimer in einer Pressemitteilung.
In der ersten Oktoberwoche musste das Krankenhaus die Geburtshilfe kurzzeitig abmelden, weil ein Konflikt zwischen Hebammen und Klinikleitung eskaliert war. Die freiberuflichen Hebammen hatten ihre Verträge zum Ende der Laufzeit (spätestens zum 31. März 2024) gekündigt. Die Klinikleitung setzte als Reaktion verstärkt angestellte Hebammen ein.
Laut der Presseinformation von ANregiomed begründeten die Beleghebammen ihre nun erfolgte fristlose Kündigung damit, dass der von der Klinik eingeschlagene Weg „für sie nicht zumutbar“ sei und deshalb Kündigungsfristen nicht eingehalten werden müssten. Die Rechtsanwältin der Beleghebammen war gestern bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Die Sicherstellung des Betriebes stehe für ANregiomed „im Vordergrund“, betonte Sontheimer. Wegen der Kündigungen sollte die Organisation des Kreißsaalbetriebs von angestellten Hebammen übernommen werden. In einer Übergangsphase war ein Hybridsystem mit angestellten und freiberuflichen Hebammen vorgesehen. „Wir sehen die vertraglichen Ansprüche unserer Beleghebammen in der Interimsphase auch im Hybridsystem hinreichend gewährleistet“, so Sontheimer. Die fristlosen Kündigungen seien aus seiner Sicht rechtswidrig.