Eine lange Fahrradstraße für die Ansbacher Dombachsiedlung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.02.2025 08:00

Eine lange Fahrradstraße für die Ansbacher Dombachsiedlung

Bisher gelten in der Dombachstraße unterschiedliche Regelungen. Jetzt soll sie eine 800 Meter lange Fahrradstraße werden.  (Foto: Evi Lemberger)
Bisher gelten in der Dombachstraße unterschiedliche Regelungen. Jetzt soll sie eine 800 Meter lange Fahrradstraße werden. (Foto: Evi Lemberger)
Bisher gelten in der Dombachstraße unterschiedliche Regelungen. Jetzt soll sie eine 800 Meter lange Fahrradstraße werden. (Foto: Evi Lemberger)

Mit deutlicher Mehrheit, gegen eine Stimme, hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss beschlossen, die Dombachstraße auf ihrer gesamten Länge als Fahrradstraße auszuweisen. Überzeugt haben die Stadträte die neuen Planungen der Stadtverwaltung, die den Straßenraum mit Parkbuchten und Verengungen so umbauen will, dass der Autoverkehr ausgebremst wird.

Das Ganze hat eine lange Vorgeschichte. Bereits am 20. September 2023 hatte der Ausschuss beschlossen, in der Dombachstraße eine Fahrradstraße einzurichten. Die Radler sollten mehr Raum bekommen, und die Autofahrer sollten angehalten werden, mehr Rücksicht auf die Radler zu nehmen. Doch die Umsetzung ließ auf sich warten, und ein Jahr später, im September 2024, machte die Verwaltung sogar vergeblich den Versuch, den Beschluss zu kippen. Doch die Stadträte blieben standhaft und hielten an ihrem Vorhaben fest.

26 Prozent der Autofahrer zu schnell

War ursprünglich der Plan gewesen, nur einen Teil der Dombachstraße vorrangig dem Fahrrad-Verkehr zu widmen, so legte die Verwaltung jetzt überraschend einen Plan für die Umwandlung der gesamten 800 Meter Straßenraum vor.

„Wir haben in der Dombachstraße drei Problembereiche mit unterschiedlichen Regelungen“, beschrieb Rechtsreferent Udo Kleinlein die aktuelle Lage. Zwei Teilstücke mit einer Tempo-30-Regelung schließen einen verkehrsberuhigten Bereich ein. Das sei unbefriedigend, so Kleinlein: „Wir wollen eine Lösung, die der gesamten Dombachstraße gerecht wird.“ Zudem hätten regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen in diesem verkehrsberuhigten Bereich ergeben, dass 26 Prozent der Autofahrer dort zu schnell unterwegs waren.

Die neuen Pläne, die Verkehrsplanerin Anna Hölting dann vorstellte, sehen vor, den verkehrsberuhigten Bereich aufzulösen und eine durchgängige Fahrradstraße einzurichten. Die Verkehrsführung werde dadurch eindeutiger und die Regelung für die Verkehrsteilnehmer nachvollziehbarer, so die Verwaltungsvorlage.

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Die aktuell geltende Rechts-vor-links-Regelung an den Einmündungen soll abgelöst werden und die Radfahrer durchgängig Vorfahrt bekommen.

Stellplätze bleiben erhalten

Rechts und links der Fahrbahn wechselnde Parkplätze und Einbauten, die die Fahrbahnbreite aufs notwendige Maß reduzieren, sollen dafür sorgen, dass Autofahrer langsam fahren müssen und kaum in die Lage kommen, Radler zu überholen.

„Haben wir dann weniger Parkplätze in der Dombachstraße?“, wollte AfD-Stadtrat Daniel Lösch wissen. Anna Hölting versicherte, „dass wir das Maximum von 43 Stellplätzen erhalten“. Damit sei der Stadtplanung ein „Hattrick“ gelungen, konstatierte Grünen-Stadtrat Dr. Bernhard Schmid: „Sie haben eine Fahrradstraße geplant, ohne dass Stellplätze wegfallen.“ Bürgermeister und Ausschuss-Vorsitzender Dr. Markus Bucka (BAP) gab der Hoffnung Ausdruck, dass „durch die Einbauten und die Stellplätze das Tempo deutlich geringer wird“.

„Sind die Bedenken der Polizei wegen der Vorfahrtsregelung ausgeräumt?“, fragte BAP-Stadtrat Hannes Hüttinger. „Nein“, entgegnete der Verkehrsexperte der Polizei, Michael Maul.

Wenn man die Rechts-vor-links-Regel aufhebe, werde der Autofahrer schneller fahren: „Die Unfallzahlen werden steigen und die Verletzungen werden schwerer werden“, prognostizierte der Polizeibeamte. Doch auch dadurch ließen sich die Ausschuss-Mitglieder nicht beirren.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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