Wenn Antonia Botsch im Gewand aus Gold und Weiß inmitten der noch geschlossenen Weihnachtsbuden auf dem Marktplatz steht, sticht sie heraus. „Das Engala ist auch schon da“, ruft ein Passant und lacht. Antonia Botsch lacht zurück. Das wird sie in der Adventszeit noch häufig tun. Denn die 20-Jährige ist das neue Bad Windsheimer Christkind.
Den Reichsstädtischen Weihnachtsmarkt wird Botsch am Freitag, 1. Dezember, um 17 Uhr, eröffnen. Sie wird dann auf dem Rathausbalkon stehen und ihren Prolog sprechen. „Der ist schon einstudiert. Es fehlt nur noch der Feinschliff“, sagt sie.
Was ihr bis gestern auch noch fehlte, war ein glitzerndes Diadem. Denn das ihrer Vorgängerin war kaputt gegangen. Die Christkind-Krone bekam sie nun ganz offiziell aus den Händen von Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik GmbH (KKT), aufs Haupt gesetzt. Das war zuvor ganz unspektakulär im Internet bestellt worden.
Ausgewählt worden war Botsch aus einer Bewerber-Schar von rund 15 interessierten jungen Frauen. „Mit ihrer Begeisterung, Menschen glücklich machen zu wollen, hat sie uns von sich überzeugt“, sagte Grübler, die den Terminkalender des Christkinds immer im Blick hat. Genauso wie Daniela Übler, KKT-Eventmanagerin und offizielle Christkind-Betreuerin. Beide werden Botsch, die bei der KKT eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau macht, bei der Ausübung ihres Amtes unterstützen. Erste Vorbereitungen liegen bereits hinter dem Team.
So war Kontakt zu einem Kindergarten aufgenommen worden, um unter den Mädchen und Jungen einmal abzufragen, was die vom Christkind so im Allgemeinen und im Besonderen wissen wollen würden. „Wir werden Antworten auf diese Fragen kindgerecht vorbereiten und sie Antonia mit auf den Weg geben“, sagte Grübler. Klar sei aber auch, dass das Christkind auf vieles spontan reagieren müsse. Hier setzt Grübler auf die bisherige Lebenserfahrung der 20-Jährigen. Die hat bereits Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Im Illesheimer Faschingsverein trainiert sie eine der Tanzgarden.
Ihr Christkind-Dasein will sie möglichst entspannt angehen. „Ich bin jemand, der sehr schnell aufgeregt ist und sich dann auch reinsteigert. Deswegen lasse ich alles auf mich zukommen.“
Botsch selbst feiert das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familie. Traditionell gibt es Gans mit Blaukraut und Knödeln. „Wir verbringen Zeit miteinander, erzählen uns Weihnachtsgeschichten und singen zusammen“, erzählt die 20-Jährige, die sich mit Fleecejacke und Skiunterwäsche unterm Gewand warm hält. Die Turnschuhe will sie noch gegen gefütterte Winterstiefel austauschen.
Dass sie in diesem Jahr fürs Plätzchenbacken weniger Zeit haben wird als sonst, ist Botsch bewusst. Nach ihren eigenen Wünschen ans Christkind gefragt, muss sie nicht lange nachdenken. „Materielle Wünsche habe ich mittlerweile keine mehr. Ich wünsche mir vielmehr Gesundheit und Frieden.“