Sparkassendirektor Gunther Frautz, freute sich mit seinen Vorstandskollegen Thomas Sighart und Michael Berger über die Besucher und Besucherinnen, die zu Fernsehmoderator Ingo Zamperoni in die Markgrafenhalle kamen. Unter ihnen war der Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes, Matthias Dießl und Landrat Dr. Christian von Dobschütz.
Zamperoni zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Gesichtern der Moderatoren der Tagesthemen. 2007 übernahm er die Moderation des „Nachtmagazins”, ab 2014 berichtete er als Korrespondent aus den USA, ehe er zu den Tagesthemen wechselte. Am Montagabend war er zu Gast in Neustadt. Er folgte der Einladung der Sparkasse im Landkreis. Die Markgrafenhalle platzte aus allen Nähten, denn über 1300 Besucherinnen und Besucher strömten in die Halle, um den Nachrichtensprecher live zu erleben.
Er war unglaublich nett.
Ein großer Fan Zamperonis ist die 92-jährige Katharina Schüssler, die im AWO-Altenheim lebt. Pflegerin Ruth Engel berichtete, dass sie deswegen mit der Sparkasse Kontakt aufnahm, und es tatsächlich zu einem Treffen kam. Mit dem Rollstuhl wurde die Seniorin zur Markgrafenhalle gefahren, wo Zamperoni bereits auf die betagte Frau wartete, um sich mit ihr zu unterhalten. Er zeigte ihr Bilder von seiner Familie auf dem Handy. „Es war eines meiner schönsten Erlebnisse überhaupt”, sagte die Seniorin mit Tränen in den Augen. „Er war unglaublich nett.”
Zuletzt war die Markgrafenhalle so voll besetzt, als der ehemalige FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß, zur Veranstaltungsreihe des Sparkassen-Forums in die Kreisstadt kam. Einmal im Jahr holt die Bank seit 38 Jahren eine bekannte Persönlichkeit nach Neustadt. Der Marketingleiterin, Manuela Hofmann gelang es, diesmal Zamperoni zu engagieren. „Das war gar nicht so einfach”, sagte sie.
Die Leute dankten es ihr. Denn der Abend war ausgesprochen informativ und Zamperoni sehr authentisch, äußerten viele begeistert. Er sei aber wohl zum falschen Zeitpunkt nach Neustadt gekommen, scherzte er anfangs, denn er habe erfahren, dass im Sommer in Neustadt ein deutsch-italienisches Weinfest groß gefeiert werde. Schließlich sei er Halbitaliener und liebe solche Feste mit gutem Wein.
Andererseits sei der Zeitpunkt doch wieder perfekt, meinte Zamperoni und schmunzelte. Schließlich feiere die Sparkasse im Landkreis heuer ihre Fusion vor 50 Jahren mit fünf Sparkassen im Landkreis. Außerdem gebe es die Markgrafenhalle, die erst saniert wurde, seit 50 Jahren und auch er selbst bewege sich altersmäßig im Bereich des halben Jahrhunderts. Auch Sparkassenpräsident Mattias Dießl meinte, 50 Jahre Fusion seien etwas Besonderes, denn in dieser Zeitspanne sei viel passiert.
In Wiesbaden ist Zemperoni am 3. Mai 1974 geboren, in den USA hat er studiert und ist mit einer Amerikanerin verheiratet. Er lebt mit seiner Familie (drei Kinder) in Hamburg. Sein Interesse an Amerika hängt auch ein Stück weit mit seiner Frau zusammen. Ein knappes Jahr nach dem Amtsantritt Trumps lieferte der Journalist einen analytischen Blick auf die politische und gesellschaftlichen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten und die Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen. Im Fokus standen die Handesspolitik und neue Zollstrategien sowie die diplomatische Rolle der USA im globalen Machtgefüge.
Die Zölle seien Trumps Lieblingswort und ein Druckmittel zugleich, wusste Zamperoni, der bei seinen Ausführungen kein Blatt vor dem Mund nahm. Die Politik Trumps verglich er mit einem Unfall. Man müsse hinschauen, obwohl man es gar nicht möchte. Trump 2.0 sei interessant für die Berichterstattung in den Nachrichten. Es betreffe Deutschland mit den Strafzöllen oder der Zeitenwende der NATO ja irgendwie immer.
Nicht alles von Trumps Politik sei schlecht, erklärte er mit Blick auf die Friedensverhandlungen im Gazastreifen. Wer darauf wartete, dass der Journalist auf den amerikanischen Präsidenten eindrischt, der täuschte sich. Zamperoni bewahrte seine Neutralität. Die Mehrheit der Amerikaner hätte schließlich Trump gewählt, betone er. Viele davon würden ihn Umfragen zufolge aber nach nur einem Jahr nicht mehr wählen. Rund 43 Prozent habe er noch auf seiner Seite, die anderen, weit über 50 Prozent, sind Gegner.
Die Amis seien durch Trump sehr gespalten, befinden sich in einer Art Schockstarre. Die Lebenshaltungskosten seien weiter gestiegen, so Zamperoni. Er kenne kein Land, wo Hass-Liebe so ausgeprägt sei. Trump sei Meister darin, den Finger in die Wunde zu legen. Es setze drastische Mittel ein, aber dennoch sehr ehrlich, seine Strategie sei aber immer einen guten Deal zu erreichen. Was er ankündige, setzt er erstmal um. Er sei Meister im Haken setzen. Viele Amis seien verunsichert. Trump will in erster Linie Aufmerksamkeit. „Heute so, morgen so, was für die USA drin ist, ist ausschlaggebend.”
Im Anschluss stellte sich Zamperoni noch einigen Fragen. Eine davon war, ob Trump eine dritte Amtszeit anstreben werde. Zamperoni: Nichts ist ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit altersbedingt aber eher unwahrscheinlich.