Ein Trauerspiel: Wann halten die ICEs wieder am Bahnhof Ansbach? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.09.2024 19:30

Ein Trauerspiel: Wann halten die ICEs wieder am Bahnhof Ansbach?

Nur Intercity-Züge in Ost-West-Richtung halten momentan in Ansbach. Ab Sonntag sollen aber auch die schnellen ICE-Züge wieder einen Stopp in Westmittelfranken einlegen. (Foto: Thomas Schaller)
Nur Intercity-Züge in Ost-West-Richtung halten momentan in Ansbach. Ab Sonntag sollen aber auch die schnellen ICE-Züge wieder einen Stopp in Westmittelfranken einlegen. (Foto: Thomas Schaller)
Nur Intercity-Züge in Ost-West-Richtung halten momentan in Ansbach. Ab Sonntag sollen aber auch die schnellen ICE-Züge wieder einen Stopp in Westmittelfranken einlegen. (Foto: Thomas Schaller)

Neuerdings spazieren ja verkleidete Pinguine durch den Ansbacher Bahnhof und sogar ein Konzert sorgt für positive Stimmung. Der Fernverkehr auf den Gleisen nebenan gleicht aber weiterhin eher einem Trauerspiel.

Begleitet von allerlei großen Worten wurde Ansbach im Dezember 2022 nach jahrelangen Anstrengungen endlich in das schnelle ICE-Netz der Bahn aufgenommen. Seitdem galt allerdings das Motto Pleiten, Pech und Pannen. Rund 20 ICE-Züge sollten eigentlich wöchentlich halten. Davon kann seit dem Start fast nie die Rede sein.

Die Bahn macht keinen Hehl aus der miesen Situation: „Wir bedauern, dass somit aufgrund ungeplanter externer Ereignisse das Fernverkehrsangebot in diesem Jahr auch unserem eigenen Anspruch nicht gerecht wird“, teilte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage der FLZ mit.

In früheren Mitteilungen hatte die Bahn zunächst erklärt, der Verkehr werde sich im Dezember 2023 normalisieren, dann im März 2024 und schließlich im Juli. Tatsache ist jedoch, dass in den letzten Wochen unter der Woche wieder gar keine ICEs fuhren und am Wochenende nur einzelne Züge.

Der Anschluss an das ICE-Netz der Deutschen Bahn bleibt für die Region weiter ein Problem. (Foto: Paul Zinken/dpa)
Der Anschluss an das ICE-Netz der Deutschen Bahn bleibt für die Region weiter ein Problem. (Foto: Paul Zinken/dpa)

Bahnhof Ansbach: Die Freude über den Neustart für die ICE wurde schnell getrübt

Nach eineinhalb Jahren Pause ist es so weit: Die Fernzüge sollten wieder in Ansbach halten. Doch die Deutsche Bahn hat schon das nächste Streichkonzert auf Lager.

Große betriebliche Herausforderungen

Die Sprecherin der Bahn führt eine ganze Reihe von Gründen an, warum der schnelle Fernverkehr nicht in Schwung kommt: Erst waren es Bauarbeiten, dann eine Havarie am Rauhebergtunnel bei Kassel, dann ein Hangrutsch bei Kitzingen auf der Strecke Nürnberg-Würzburg. Diese Probleme hätten „enorme“ betriebliche Herausforderungen mit sich gebracht, die zu Einschränkungen für die Fahrgäste geführt hätten und außerdem dafür, dass zuvor angekündigte Termin nicht eingehalten werden konnten.

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In der Folge werden viele Züge über Ansbach umgeleitet, halten hier aber nicht. Eine Begründung dafür gibt die Bahn nicht. Die eigentlich über Ansbach fahrenden ICEs fallen deswegen aus, weil die Strecke sonst überlastet wäre. Nach aktuellem Planungsstand sollen ab 22. September wieder ICE-Züge in Ansbach halten.

Auf der Nord-Süd-Achse verkehrt dann auch das einzige Intercity-Zugpaar, das auch in Steinach hält, wieder – allerdings nur eingeschränkt. Der Zugteil nach Oberstdorf fällt bis 3. November wegen Bauarbeiten des Zielorts aus.

Gerüchte wurden von der Bahn dementiert

Auf der Ost-West-IC-Linie von Leipzig über Nürnberg nach Stuttgart und Karlsruhe fielen vom 6. bis 13. September die meisten Züge wegen einer Baustelle bei Crailsheim aus. „Davon abgesehen sind DB Fernverkehr derzeit keine größeren Baumaßnahmen auf dieser Linie bekannt“, teilte die Sprecherin weiter mit. Gerüchte, dass die Linie wegen steigender Trassenpreise komplett eingestellt wird, hat die Bahn dementiert.

Die Bahn hat aber auch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Wenn schon mal ein Fernzug in Ansbach fährt, ist er häufig verspätet. Immerhin werden die Gründe von der Bahn veröffentlicht. Die Liste ist allein in den letzten Wochen sehr lang: Defekte Türen, technische Defekte an anderen Zügen, verspätetes Personal, Personalausfälle, technische Untersuchungen am Zug, längere Haltezeiten, Verspätungen vorausfahrender Züge, Reparaturen an der Strecke, an Weichen und an Signalen, Bauarbeiten, ein defektes Stellwerk, Umleitungen sowie die verspätete Bereitstellung des Zuges. Mehrfach erreichten die Züge nicht ihr eigentliches Ziel.

Die Frage, was die Bahn tut, um diese Vielzahl an technischen und organisatorischen Mängeln abzustellen, ließ die Sprecherin unbeantwortet.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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