„Ein rabenschwarzer Tag“: Zug prallt in Belgien in Schulbus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.05.2026 13:15, aktualisiert am 26.05.2026 17:55

„Ein rabenschwarzer Tag“: Zug prallt in Belgien in Schulbus

Der Unfall ereignet sich Medienberichten zufolge gegen 8.15 Uhr. (Foto: Dirk Waem/Belga/dpa)
Der Unfall ereignet sich Medienberichten zufolge gegen 8.15 Uhr. (Foto: Dirk Waem/Belga/dpa)
Der Unfall ereignet sich Medienberichten zufolge gegen 8.15 Uhr. (Foto: Dirk Waem/Belga/dpa)

Von einem „rabenschwarzen Tag“ spricht Politiker Kurt Moens, man sei schockiert und „zutiefst getroffen von dem, was geschehen ist“, sagt Bürgermeister Geert Hermans: Vier Menschen kommen am Morgen bei einem Zusammenprall zwischen einem Schulbus und einem Zug im flämischen Ort Buggenhout ums Leben. Ganz Belgien ist getroffen, die beiden Politiker und weitere Vertreter von Behörden und Gemeinde ringen bei einer Pressekonferenz sichtlich mit den Worten.

Der Bus war den Angaben nach gegen 8.00 Uhr auf dem Weg zu einem sonderpädagogischen Schulzentrum, in dem Schülerinnen und Schüler mit Verhaltens- und emotionalen Störungen sowie mit Autismus-Spektrum-Störungen unterrichtet werden. Er prallte ersten Erkenntnissen nach gegen eine Schranke an einem Bahnübergang und wurde dann von einem Zug erfasst. 

Der 49 Jahre alte Busfahrer, zwei Jugendliche im Alter von 12 und 15 Jahren und eine 27 Jahre alte Begleitperson, die allesamt mit dem Bus unterwegs gewesen waren, starben. Fünf weitere Kinder wurden zunächst schwer verletzt und in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand war zunächst stabil. Von den rund 100 Zugpassagieren erlitt eine Person einen Schock, sagt ein Sprecher des belgischen Bahnunternehmens SNCB. 

Schranke am Bahnübergang war geschlossen

Wie konnte es zu dem Unglück kommen? „Unsere Kamera belegen, dass der Bahnübergang ganz normal geschlossen war und eine Schranke von dem Bus verbogen wurde, als dieser auf den Bahnübergang fuhr“, schildert Frédéric Sacré, Sprecher von Infrabel, dem staatlichen Betreiber der Eisenbahninfrastruktur Belgiens, der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Auch das rote Warnsignal soll geleuchtet haben.

Der Bus sei vor dem Unfall auf einer Straße entlang der Bahnlinie unterwegs gewesen, dann sei er nach links auf den Bahnübergang abgebogen. Demnach prallte der Bus nicht nur gegen die Schranke, sondern auch gegen einen Metallmast, der Teile des Bahnübergangs stützte. Das habe die Situation mit Sicherheit weiter verschlimmert, so Sacré. „Der Zusammenstoß war extrem heftig.“ Als besonders gefährlich gelte der Bahnübergang nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch zur genauen Unfallursache, das müsse man abwarten, sagt Belgiens Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke.

Der Busfahrer sei nicht vorbestraft gewesen, sagte Lisa De Wilde, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf einer Pressekonferenz am späten Nachmittag. Ein Atemalkoholtest bei dem Zugfahrer sei negativ ausgefallen. Der Verkehr auf der Bahnstrecke sollte am Abend schrittweise wieder aufgenommen werden.

Zeuge: Hörte plötzlich lauten Knall

Ein Mann stand vor dem geschlossenen Bahnübergang und wurde Zeuge des Unglücks. „Der Lieferwagen wurde in die Luft geschleudert, regelrecht katapultiert. Es ging blitzschnell, man glaubt gar nicht, wie schnell das geht. Meine Frau rannte dann hin, sie hörte Schreie und Weinen“, erzählt er dem belgischen Sender VRT. 

Auch ein anderer Mann, der in der Nähe des Unfallorts wohnt, erlebte den Zusammenstoß Berichten zufolge mit. Er war gerade auf dem Weg zu seinem Auto, als er plötzlich einen lauten Knall hörte: „Dann sah ich den Kleinbus. Viele Leute führten Wiederbelebungsmaßnahmen durch, es wurde viel hin und her gerannt, und die Feuerwehr war auch schnell vor Ort.“

„Ein pechschwarzer Tag“

Eine Reporterin des flämischen Senders VRT nennt den Unfall einen der bisher schlimmsten dieser Art in der Geschichte Belgiens. „Es sollte ein wunderschöner, warmer Tag werden. Doch hier in Buggenhout ist es ein pechschwarzer Tag“, schildert die Reporterin. Der Ort ist etwa eine Stunde mit dem Zug von Brüssel entfernt. Mehrmals die Stunde gibt es Verbindungen aus der Hauptstadt. Rund 14.700 Menschen leben in der Gemeinde zwischen Brüssel und Antwerpen.

Belgiens Premierminister Bart De Wever zeigt sich „zutiefst erschüttert über den schrecklichen Unfall“ in Buggenhout. „Meine Gedanken sind bei den betroffenen Familien“, schrieb er auf der Plattform X. 

Auch Belgiens Innenminister Bernard Quintin drückte sein Mitgefühl aus. „Meine Gedanken gelten den Opfern und ihren Angehörigen. Ich wünsche den Verletzten viel Kraft“, schrieb er auf X. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb: „Heute trauert Europa mit Belgien.“

© dpa-infocom, dpa:260526-930-130269/4


Von dpa
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