Der Heimatverein Merkendorf hat einen Grund zu feiern. Das Heimatmuseum in der Zehntscheune hat 30. „Geburtstag“. Der Verein begeht nun zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 21. Mai, ein Museumsfest. Das Programm reicht von großen alten Geräten der Feuerwehr bis zu kleinen, aber nützlichen Tieren.
Zeitgleich mit dem 46. Internationalen Museumstag initiiert Bayerns Heimatministerium mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und den Bezirken einen „Heimat.Erlebnistag“. Darüber informiert der Vorsitzende des Heimatvereins Merkendorf, Altbürgermeister Hans Popp, mit Blick auf das Museumsfest zu dem Jubiläum.
Das Heimatmuseum habe man am 10. Juni 1993 eröffnet. In sechs Räumen bekämen die Besucher einen guten Einblick in das frühere Leben und Arbeiten einer kleinen Ackerbürgerstadt. „Viele ehrenamtliche Helfer haben dazu beigetragen, die etwa 3000 Ausstellungsstücke zusammenzutragen und liebevoll zu präsentieren.“
Das heutige Heimatmuseum fand seinen Platz seinerzeit in der historischen Zehntscheune am Marktplatz. Den ehemaligen Getreidespeicher errichtete man gemäß den Angaben des Heimatvereins vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts. 1648, im letzten Jahr des Dreißigjährigen Kriegs, sei er, wie viele Gebäude der Stadt, beim Abzug schwedischer Reiter niedergebrannt.
1726 habe man das Gebäude wiederaufgebaut und bis 1851 als Getreidespeicher genutzt. „Danach diente es bis 1991 als Rathaus“, erklärt der Heimatverein. „In den Museen, wie unserem Heimatmuseum, liegen die Wurzeln für die Ausbildung von Heimatverbundenheit und Geschichtsbewusstsein“, macht Hans Popp deutlich. Als Betreuerinnen brächten sich Helene Kreuzer und Theresia Hübner mit großem Engagement in die Museumsarbeit ein.
Im Programm zum Fest findet sich im Museumsbereich zum Beispiel die „Historische Schusterei“, also eine Vorführung des Schusterhandwerks (13 bis 16 Uhr). Für Mädchen und Jungen winkt eine Kinder-Museums-Rallye, bei der es das richtige Lösungswort zu finden gilt.
Unter den weiteren Programmpunkten können die Besucher etwa Buttern mit dem historischen Butterfass (ab 14 Uhr) oder Färben von Wolle mit natürlichen Farbstoffen aus Pflanzen verfolgen.
Im Rathausfoyer dagegen gibt es beim Museumsfest unter anderem einen „Museumskoffer Schäfer“ – im Kinderprogramm – ab 13 Uhr und „Spinnen mit Spinnrad – vom Rohstoff bis zum Faden“ (Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim und Heimatverein Flachslanden) zu entdecken.
Das Bühnenprogramm im Stadthof beinhaltet zum Beispiel einen Frühschoppen, bei dem von 10.30 bis 13 Uhr die Jazzgruppe „Hobla“ der Musikschule Rezat-Mönchswald (Holzblasensemble/Saxofongruppe) zu hören ist. Um 15.30 Uhr spielt etwa die Integrative Trommelgruppe der Lebenshilfe Ansbach, und um 16 Uhr verleihen Verein und Stadt an der Stelle den Ehrenamtspreis.
Vorträge im Steingruberhaus gehen um 13 Uhr um Bienen, um 14 Uhr um Gebrauchsmusik und um 15 Uhr um die Kulturlandschaft am Beispiel des Wiesmet.
Im Freibereich auf dem Marktplatz sind zum Beispiel das alte Schmiedehandwerk, ein Korbmacher, der Gänsehirt aus Mitteleschenbach, eine Ausstellung alter Geräte der Freiwilligen Feuerwehr oder das Karussellfahren zu Preisen wie zu Omas Zeiten für Kinder präsent. Ein Festzelt steht im Stadthof.
Das Museumsfest unterstützen die Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen (2000 Euro), der Bezirk Mittelfranken (1200 Euro), die Hilterhaus-Stiftung (1000 Euro) und die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Region Hesselberg (knapp 900 Euro), wie Hans Popp erläutert. Partner seien das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim, das Kulturhaus Stein und die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf.
Das Fest dauert von 10 bis 17 Uhr. Das Museum ist von März bis Oktober jeden dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.