Ein anderer Spirit in Ansbach: Boris-André Meyer will Oberbürgermeister werden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.02.2026 08:00

Ein anderer Spirit in Ansbach: Boris-André Meyer will Oberbürgermeister werden

Will eine Kultur des Möglichmachens in der Verwaltung und im Stadtrat etablieren: Boris-André Meyer, Oberbürgermeister-Kandidat der Offenen Linken Ansbach (OLA). (Foto: Florian Schwab)
Will eine Kultur des Möglichmachens in der Verwaltung und im Stadtrat etablieren: Boris-André Meyer, Oberbürgermeister-Kandidat der Offenen Linken Ansbach (OLA). (Foto: Florian Schwab)
Will eine Kultur des Möglichmachens in der Verwaltung und im Stadtrat etablieren: Boris-André Meyer, Oberbürgermeister-Kandidat der Offenen Linken Ansbach (OLA). (Foto: Florian Schwab)

Raus aus dem Krisenmodus, die Menschen mehr mitnehmen: Das hat sich Boris-André Meyer auf die Fahnen geschrieben. Der 44-Jährige will bei der Kommunalwahl am 8. März Oberbürgermeister Thomas Deffner ablösen. Der Kandidat der Offenen Linken will Ansbach in eine bessere Zukunft führen.

Für den 44-jährigen Boris-André Meyer ist es das zweite Mal nach 2014, dass er seinen Hut für den Posten des Ansbacher Oberbürgermeisters in den Ring wirft. „Ich mache das nicht aus Spaß”, sagt der Fraktionsvorsitzende der Offenen Linken Ansbach (OLA) im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung. „Ich sehe die Dringlichkeit, dass wir einen anderen Spirit brauchen bei uns in der Stadt.”

Bessere Verzahnung mit dem Stadtrat

Meyer gibt zu, dass es mit Blick auf die Corona-Pandemie und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine samt Folgen viele Krisen gegeben hat in den vergangenen sechs Jahren. „Aber wir müssen raus aus dem Krisenmodus.” Nach seinen Worten braucht es in Ansbach eine Kultur des Möglichmachens. In der jüngeren Vergangenheit sieht er aber vor allem Stillstand. „Es kann nicht sein, dass die Bedenken immer im Zentrum der Überlegungen stehen.”

Der OLA-Kandidat hat auch schon konkrete Vorstellungen, was sich ändern muss. Aus seiner Sicht braucht es eine bessere Verzahnung zwischen Verwaltung und Stadtrat. Doch dafür brauche es einen anderen Umgang mit dem Gremium. Auf allen Listen für die Kommunalwahl stehen zusammengenommen fast 400 Kandidierende. „Fast ein Prozent der Ansbacher Bevölkerung stellt sich also zur Wahl”, rechnet Meyer vor. „Das sind alles Menschen, die Ansbach voranbringen wollen.”

Die Menschen frühzeitig einbinden

Diese Kompetenzen müsse man als Oberbürgermeister nutzen. Meyer kann sich da eine Art Patenschaftssystem vorstellen. In diesem wären dann Stadträtinnen und Stadträte zum Beispiel für den Radverkehr oder den Umweltschutz zuständig, um die Verwaltung zu unterstützen.

Als zweiten Punkt nennt Meyer die Beteiligung der Menschen an Entscheidungen. „Wenn man Menschen für gemeinsame Ziele begeistert und sie frühzeitig beteiligt, dann kann man auch große Projekte stemmen”, ist er überzeugt. Der Bürgerrat sei ein erster Ansatz dafür gewesen. Er denkt aber auch beispielsweise an den Jugendrat, der zu einem Kinder- und Jugendparlament mit einem eigenen Budget ausgebaut werden sollte.

Was der 44-Jährige auch als dringend notwendig erachtet: Die Interessen von Ansbach müssen stärker nach außen vertreten werden. Als Beispiele nennt er einerseits den S-Bahn-Halt Ansbach West. „Bei solchen Projekten braucht es mehr Nachdruck.” Denn gerade ein zweiter S-Bahn-Halt wäre für Meyer „ein Quantensprung für unseren ÖPNV. Wir könnten unseren Busverkehr komplett entzerren”. Andererseits spricht Meyer eines seiner Lieblingsthemen, die Barton-Kaserne, an. Es gebe einstimmige Stadtratsbeschlüsse für eine zivile Umnutzung. „Die Stadtspitze hat sich nicht dafür eingesetzt, dass sie umgesetzt werden.”

„Unsere Altstadt ist ein Schatz”

„Unsere Altstadt ist ein Schatz”, macht Meyer deutlich. „Sie muss aber auch gepflegt werden.” Und dies ist nach seinem Empfinden in der Vergangenheit zu wenig passiert. „In Teilen sind wir ein Sanierungsfall.” Und deshalb will er seinen Fokus im Falle einer Wahl zum OB auf das Sanieren und nicht auf Neubauprojekte legen.

Dafür will er die Stadtbaugesellschaft zur gemeinnützigen GmbH umwandeln. „Dadurch können wir als starker Player einsteigen, Leerstände aufkaufen, sanieren und auf den Markt bringen.” Er will externe Partner und externes Kapital mit ins Boot holen, denn aus dem städtischen Haushalt heraus könne man dies nicht finanzieren.

„Wir können nicht alles machen”, so Meyer weiter. „Wir brauchen Hausbesitzer, Investoren und Firmen, die mitmachen.” Im Idealfall entsteht so eine Aufbruchstimmung, die vor etwa 40 Jahren durch eine Sanierungsplanung entstanden ist, wie Meyer zurückblickt. Weitere Schwerpunkte legt der OB-Kandidat auf den ÖPNV, die Bildung und bezahlbaren Wohnraum.

Kein Patentrezept für ANregiomed

Für den Klinikverbund ANregiomed hat Boris-André Meyer derweil kein Patentrezept. Ihm zufolge muss der klare Fokus auf die Grund- und Regelversorgung gelegt werden. Die Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass sie im Ansbacher Krankenhaus bestens versorgt seien. Gleichzeitig will er die Sitzungen des Verwaltungsrates, soweit möglich, öffentlich machen.

Zudem muss mehr Fachkompetenz aus der Pflege oder der Ärzteschaft in das Gremium einziehen – auch wenn „die Kollegen ihr Bestes geben, davon bin ich überzeugt”. Natürlich sollte man laut Meyer versuchen, alle Krankenhäuser zu erhalten. Aber: „Es darf nicht auf Kosten der Stadt Ansbach gehen.”

Durch seine berufliche Erfahrung als Stakeholder Manager und seine 18 Jahre in der Kommunalpolitik ist Boris-André Meyer überzeugt, „dass ich sehr viel einbringen kann in das Amt”.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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