Dzeko, Irak und die Hintertür: Fit für die Playoff-Finals | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.03.2026 06:03

Dzeko, Irak und die Hintertür: Fit für die Playoff-Finals

Edin Dzeko (l) soll Bosnien zur WM schießen. (Archivbild) (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)
Edin Dzeko (l) soll Bosnien zur WM schießen. (Archivbild) (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)
Edin Dzeko (l) soll Bosnien zur WM schießen. (Archivbild) (Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa)

Es ist das große Finale: Sechs WM-Tickets sind noch zu vergeben - vier in Europa, zwei beim interkontinentalen Turnier in Mexiko. Zeitgleich um 20.45 Uhr steigen heute die UEFA-Spiele. Die Duelle zwischen Jamaika und der Demokratischen Republik Kongo (23.00 Uhr) sowie Irak und Bolivien (5.00 Uhr) ziehen sich bis in den Mittwochmorgen - dann stehen alle 48 Teilnehmer der WM in den USA, Kanada und Mexiko fest. Alle Spiele werden auf DAZN übertragen. Das muss man sonst noch wissen.

Die Bundesliga in den Playoffs

Ohne die Bundesliga liefe in den europäischen Playoff-Finals wenig. Fast 30 Profis aus den ersten beiden deutschen Ligen sind in den vier Spielen mindestens im Kader - nur Italien hat keinen Deutschland-Legionär in seinen Reihen. Mit sechs Profis stellt Bosnien-Herzegowina das größte deutsche Kontingent - und den Stürmern Edin Dzeko, Ermedin Demirovic sowie Elfmeter-Killer Nikola Vasilj könnte gegen Italien eine Schlüsselrolle zukommen.

Der Kosovo könnte sich erstmals für ein großes Turnier qualifizieren. In den Hoffenheimern Fisnik Asllani und Albian Hajdari sowie Elvis Rexhbecaj vom FC Augsburg und dem Düsseldorfer Florent Muslija dürften gegen die Türkei alle vier in Deutschland spielenden Profis in der Startelf stehen. Tschechien setzt gegen Dänemark auf seinen Torjäger Patrik Schick (Bayer Leverkusen), während beim Spiel Schweden gegen Polen aus Sicht der Bundesliga wohl nur Polens Torwart Kamil Grabara (VfL Wolfsburg) im Blickpunkt stehen dürfte.

40 Jahre Warten für den Irak

Eine durchaus strapaziöse Anreise hatte der Irak zu seinem Spiel gegen Bolivien. Weil der irakische Luftraum aufgrund des Iran-Kriegs seit Wochen gesperrt ist, reiste das Team unter strikten Sicherheitsmaßnahmen auf dem Landweg ins benachbarte Jordanien. Von Amman aus ging es für einen Teil der Mannschaft in einem Privatflieger nach Mexiko. Der Rest reiste später oder aus Europa an.

„Es hat drei Tage gedauert, um aus Bagdad heraus hierherzukommen“, sagte Trainer Graham Arnold. Nach zwei Tagen Regeneration startete man sieben Tage vor dem Spiel in Monterrey mit der fokussierten Vorbereitung. „Ich muss das Positive sehen und das Positive ist, dass wir hier sind. Wir haben einen Job zu erledigen“, sagte Arnold: „Wir wollen 46 Millionen Menschen im Irak stolz machen.“

Im Jahr 1986 hatte sich der Irak zuletzt für eine WM qualifiziert. „Wir wissen, dass es ein historisches Spiel wird. Es ist 40 Jahre her, dass wir uns zuletzt für eine WM qualifiziert haben. Dieses Spiel wird den irakischen Fans viel Freude bereiten“, sagte Mittelfeldspieler Zaid Ismail.

Schweden und das Sicherheitsnetz

Trotz einer grauenvollen Qualifikation träumt Schweden noch immer von der WM. In der Qualifikationsgruppe wurde man Letzter, nicht mal ein Sieg sprang trotz Stars wie dem aktuell verletzten Alexander Isak und Viktor Gyökeres heraus. Und trotzdem spielt man heute gegen Polen um die WM-Teilnahme - einer Hintertür sei Dank.

Die UEFA vergab nämlich Wildcards an die vier besten Gruppensieger der vergangenen Nations League, die es in der regulären WM-Quali nicht unter die besten beiden Teams geschafft hatten. Die anderen Wildcard-Mannschaften Rumänien, Nordirland und Nordmazedonien scheiterten alle im Halbfinale - Schweden ist noch dabei.

Das Drama vor den Playoffs

Klar, es werden Tränen fließen. Freudentränen bei den Siegern mit dem WM-Ticket, Tränen der Enttäuschung bei den Verlierern. Doch richtig Drama gab es bereits vor den Playoffs, das zweite und letzte interkontinentale Finale zwischen dem Irak und Bolivien am Mittwochmorgen steht sinnbildlich dafür.

Der Irak qualifizierte sich erst durch einen Elfmeter in der 17. Minute der Nachspielzeit im Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Amir Al Ammari behielt in Basra vor fast 65.000 Fans die Nerven.

Und Bolivien? Die waren eigentlich in der südamerikanischen Qualifikation schon nahezu gescheitert. Am letzten Spieltag besiegte man jedoch überraschend Rekordweltmeister Brasilien durch einen Elfmeter mit 1:0 und zog noch an Venezuela vorbei. Nun geht es um das letzte WM-Ticket.

© dpa-infocom, dpa:260331-930-888333/1


Von dpa
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