Drei Jahre Stille: Neue Kirchenglocken für Beuerberg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.09.2026 13:44

Drei Jahre Stille: Neue Kirchenglocken für Beuerberg

Das Kloster Beuerberg erhält vier neue Glocken. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Das Kloster Beuerberg erhält vier neue Glocken. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Das Kloster Beuerberg erhält vier neue Glocken. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Für Pfarrer Bernhard Häglsperger ist es ein „Jahrhundertereignis“: Nach drei Jahren Stille werden vom Turm der Klosterkirche im Eurasburger Ortsteil Beuerberg endlich wieder Glocken ertönen. Und zwar neue Glocken, frisch gegossen - das ist selten. „So eine Glocke kann 400 bis 500 Jahre funktionstüchtig bleiben“, betont Häglsperger. 

Entsprechend groß ist die Aufregung in der kleinen Kirchengemeinde im Pfaffenwinkel (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Am Samstag wurden die Glocken - von Fahnenträgern und Blasmusik begleitet - auf Pferdefuhrwerken mit einem Festzug in den Ort gebracht. Am Sonntag folgte nun der Festgottesdienst samt feierlicher Glockenweihe durch den Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx - der sich nicht erinnern konnte, schon einmal eine Glockenweihe erlebt zu haben.

Glockenschlag wurde sehr vermisst

Und dann war er da, der lang ersehnte Moment: Die Glocken wurden zum ersten Mal angeschlagen. Viele der Gläubigen seien sehr religiös, schildert Häglsperger. „Da wird man daran erinnert, es gibt jemanden über uns und wir werden behütet.“ Aber auch diejenigen, die nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern gehörten, hätten immer wieder nachgefragt, wie es mit den Glocken weitergehe. „Da geht einfach was ab“, habe er immer wieder zu hören bekommen, erinnert sich Häglsperger. Der Pfarrer kann das gut verstehen: „Für ganz viele ist dieser Klang auch ein Gefühl von Heimat“.

Die Freude in dem historischen Klosterdorf ist also groß. Zumal es auch ganz anders hätte kommen können: 2023 waren zwei Bolzen der größten Glocke gerissen. Vor Ort wirkte die Situation erstmal nicht allzu dramatisch. Doch ein Fachmann erkannte zum Glück, dass die 4,4 Tonnen schwere Glocke jederzeit abstürzen konnte - es bestand akute Lebensgefahr.

Zu diesem Zeitpunkt war außerdem bereits absehbar, dass der Turm von St. Peter und Paul dem Gesamtgewicht der Glocken nicht mehr lange standhalten würde. Denn diese waren mit 9,6 Tonnen viel zu groß und schwer. Sie waren nach dem Krieg als Notlösung aus Gussstahl gegossen worden, nachdem die ursprünglichen Bronzeglocken abgeliefert werden mussten. Und weil sie ungewöhnlich gut klangen, wurden sie in Beuerberg nicht wie andernorts längst ausgetauscht.

Neue Glocken sind deutlich leichter und kleiner

Die vier neuen Glocken bringen nun zusammen „nur noch“ 5,1 Tonnen auf die Waage. Sie sollen noch im Oktober eingehoben werden, damit der Turm noch vor dem Frost wieder zugemauert werden kann. Die Gesamtkosten von 815.000 Euro trägt ganz überwiegend der Freistaat - er ist der Eigentümer der Kirche, eine Folge der Säkularisierung. 

Was mit den alten Glocken passiert, ist derweil noch unklar. „Der Idealfall wäre, wenn wir sie weitervermitteln könnten, etwa an Kirchen in Osteuropa“, schildert Häglsperger. „Die Glocken an sich sind ja in Ordnung.“

© dpa-infocom, dpa:260927-930-752288/1


Von dpa
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