Dinkelsbühler Stadtrat fürchtet die drohende Klinik-Schließung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.01.2025 09:11

Dinkelsbühler Stadtrat fürchtet die drohende Klinik-Schließung

Die Menschen in Dinkelsbühl hoffen, dass in „ihrem“ Krankenhaus nicht schon bald die Lichter ausgehen. Zur drohenden Schließung äußerte sich am Mittwochabend jetzt auch der Stadtrat. (Foto: Martina Haas)
Die Menschen in Dinkelsbühl hoffen, dass in „ihrem“ Krankenhaus nicht schon bald die Lichter ausgehen. Zur drohenden Schließung äußerte sich am Mittwochabend jetzt auch der Stadtrat. (Foto: Martina Haas)
Die Menschen in Dinkelsbühl hoffen, dass in „ihrem“ Krankenhaus nicht schon bald die Lichter ausgehen. Zur drohenden Schließung äußerte sich am Mittwochabend jetzt auch der Stadtrat. (Foto: Martina Haas)

Kaum ein anderes Thema bewegt die Menschen in Dinkelsbühl so wie die Zukunft „ihres“ Krankenhauses. Am 19. Februar soll die Entscheidung fallen, wie es mit der Klinik weitergeht. Gleiches gilt für das Haus in Rothenburg. Im Dinkelsbühler Stadtrat äußerte sich Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer jetzt deutlich.

Der jetzige Vorstand des Klinikverbunds ANregiomed „will, dass diese beiden Häuser sterben“, so die Überzeugung des Dinkelsbühler Rathauschefs. Hammer erinnerte daran, dass er vor rund eineinhalb Jahren dafür gewesen sei, dass ANregiomed-Vorstand Gerhard Sontheimer „weg muss“. Das sei nicht passiert. Stattdessen habe mittlerweile die komplette damalige untere Führungsebene gekündigt.

Gleichzeitig kritisierte er, dass es zwischen den Kreisräten aus dem westlichen Landkreis zu diesem Thema bislang keinen Austausch gegeben habe. Er sei überzeugt, dass die meisten wüssten, wie sie am 19. Februar in der öffentlichen Kreistagssitzung über diesen Punkt abstimmen würden, fuhr der OB fort.

OB kritisiert CSU im Kreistag

„Dabei handelt es sich um die wichtigste Entscheidung im sozialen Bereich der vergangenen 50 Jahren“, unterstrich Hammer. „Aber irgendwie sitzen alle wie das Kaninchen vor der Schlange.“ Er berichtete von einer nicht-öffentlichen Sitzung der CSU-Fraktion im Kreistag. „Aber das Ergebnis wurde anschließend nicht gesagt“, kritisierte der OB und fügte ironisch an: „Das ist Demokratie.“

Seine Forderung: „Alles, was nach Lauterbachs Gesundheitsreform geht, muss in Dinkelsbühl erhalten bleiben.“ Sollte die Dinkelsbühler Klinik in ihrer bisherigen Form als Haus der Grund- und Regelversorgung nicht weitergeführt werden, dann werde es künftig in der Stadt nur noch eine „Notannahme“ geben, aber keine Notaufnahme mehr. „Irgendwo wird es dann schon jemanden geben, der sich kümmert“, wäre dann wohl die Devise.

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Der Rathauschef sprach im Stadtrat von einem aktuellen Gesamtdefizit des Klinikverbunds ANregiomed in Höhe von 23 Millionen Euro. Künftig sei ein jährliches Defizit von 30 Millionen Euro prognostiziert. Davon entfielen 3,5 Millionen Euro auf die Dinkelsbühler Klinik, fünf Millionen Euro auf das Rothenburger Haus. Würden die beiden Krankenhäuser zugesperrt, dann ergebe sich ein Einsparpotenzial von knapp zehn Millionen Euro. „Das Hauptproblem ist in Ansbach“, schlussfolgerte Hammer daraus. Und weiter: „Wegen zehn Millionen Euro macht man zwei funktionierende Häuser dicht.“

Die Schließung der Dinkelsbühler Klinik hätte weitreichende Konsequenzen: Der gesamte schulische Bereich, den Hans-Peter Mattausch mit aufgebaut habe, fiele ebenfalls weg.

Auch Dinkelsbühls Bürgermeisterin Nora Engelhard (CSU) äußerte ihr Unverständnis über die Pläne des Klinikverbunds. Deshalb müssten jetzt die Menschen in Dinkelsbühl zusammenhalten, appellierte sie auch an die Kreisräte aus der Großen Kreisstadt. Engelhard wies darauf hin, dass in Ansbach niemand über das Defizit des dortigen Hauses spreche.

Paul Beitzer (SPD) war sich sicher, „dass jeder, der im Stadtrat sitzt, der gleichen Meinung ist“. Es werde am 19. Februar auch eine regionale Entscheidung getroffen.

Kein Krankenhaus mehr im Landkreis

Klaus Huber (CSU) warf dem Landkreis Ansbach vor, seiner Verpflichtung für die Daseinsfürsorge nicht nachzukommen. Wenn die Kliniken in Dinkelsbühl und Rothenburg schließen müssten, „gibt es kein Krankenhaus mehr im flächengrößten Landkreis Bayerns“ (das Klinikum Ansbach hat seinen Standort in der kreisfreien Stadt Ansbach).

Holger Göttler (Freie Wähler Dinkelsbühl) sprach von einer „schwierigen Entscheidung“. Robert Tafferner (Grüne) meinte, politisch sei es einfach, andererseits „kursieren die verschiedensten Aussagen“.

Georg Piott (Wählergruppe Land) forderte dazu auf, bei der Mahnwache der Krankenhaus-Fördervereine in Dinkelsbühl und Rothenburg am Sonntag, 9. Februar, Flagge zu zeigen, das sei „die letzte Chance“, um Druck auf die Entscheider aufzubauen. Die Menschen in den ländlichen Regionen seien keine „Menschen zweiter Klasse“. Deshalb forderte er: „Die Bevölkerung rundherum soll am 9. Februar aufstehen.“

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