Veröffentlicht am 13.05.2022 14:21

Diesel erstmals seit Anfang März wieder billiger als E10

Seit dem 4. März hatten die Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg Diesel teurer als E10 gemacht. (Foto: Carsten Koall/dpa)
Seit dem 4. März hatten die Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg Diesel teurer als E10 gemacht. (Foto: Carsten Koall/dpa)
Seit dem 4. März hatten die Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg Diesel teurer als E10 gemacht. (Foto: Carsten Koall/dpa)

Zum ersten Mal seit den extremen Anstiegen der Spritpreise im März ist Diesel wieder billiger als Superbenzin der Sorte E10. Vom Preisniveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs sind beide Kraftstoffe allerdings noch weit entfernt, wie aus aktuellen Zahlen des ADAC hervorgeht.

Demnach kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 2,029 Euro pro Liter. Bei E10 waren es 2,030 Euro. Noch vor einer Woche hatte Diesel pro Liter 7,3 Cent mehr als E10 gekostet.

Normalerweise ist Diesel deutlich günstiger als Ottokraftstoff, da auf Benzin höhere Steuern erhoben werden. Inklusive Mehrwertsteuer liegt die Differenz bei knapp 22 Cent. Am Markt wird dieser Wert allerdings auch unter normalen Umständen kaum erreicht: Im Durchschnitt der vergangenen Jahre war Diesel um die 14 Cent billiger als E10.

Seit dem 4. März hatten die Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg Diesel teurer als E10 gemacht. In der Spitze waren es fast 12 Cent pro Liter. Dazu hatte unter anderem beigetragen, dass nicht nur Öl, sondern auch Diesel aus Russland importiert wird. Zudem hatte eine saisonuntypisch hohe Nachfrage nach dem ähnlichen Heizöl den Dieselpreis getrieben.

ADAC: Eigentlich „Spielraum für Preissenkungen“

Das Niveau der Spritpreise sei nach wie vor viel zu hoch, sagt der ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. Zu Zeiten mit ähnlichen Ölpreisen und Dollarkursen - die normalerweise zentrale Treiber der Spritpreisentwicklung sind - sei Treibstoff in der Vergangenheit deutlich billiger gewesen. „Die Margen im Raffineriebereich sind derzeit auf Rekordniveau. Auch das zeigt, dass es Spielraum für Preissenkungen gibt“, sagte er und betonte: „Es ist gut, dass sich das Kartellamt die Preisbildung von der Ölquelle bis zur Tankstelle genauer ansieht.“

Was schnell sinkende Preise angeht, ist der Experte eher skeptisch: „Es steht zu befürchten, dass die Mineralölkonzerne mit Aussicht auf die baldigen Steuersenkungen für die Verbraucher versuchen werden, die Preise bis dahin hoch zu halten“, warnt er. „Umso wichtiger wäre es, dass die Autofahrer weiter auf günstige Preise achten, um den Wettbewerbsdruck aufrecht zu erhalten.“

© dpa-infocom, dpa:220513-99-274411/2

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