Die SpVgg Ansbach verpasst den erhofften Befreiungsschlag | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 26.04.2025 16:00

Die SpVgg Ansbach verpasst den erhofften Befreiungsschlag

Björn Angermeier (rechts) kann es nicht fassen. Wieder hat die SpVgg Ansbach eine Chance vertan. (Foto: Martin Rügner)
Björn Angermeier (rechts) kann es nicht fassen. Wieder hat die SpVgg Ansbach eine Chance vertan. (Foto: Martin Rügner)
Björn Angermeier (rechts) kann es nicht fassen. Wieder hat die SpVgg Ansbach eine Chance vertan. (Foto: Martin Rügner)

In der Woche zuvor lagen ziemlich viele Regionalliga-Fußballer von Türkgücü München flach, eine Grippewelle schwappte urplötzlich durch die Landeshauptstadt. Ihre Heimpartie gegen Wacker Burghausen sagten sie kurzfristig ab und legten dem Verband fast ein Dutzend Atteste vor. Dank einer Blitzheilung reisten die Türkgücü-Kicker eine Woche später zur SpVgg Ansbach tatsächlich wieder mit einem satten Aufgebot von 20 Spielern an. Sie wirbelten auch putzmunter über den A-Platz im Xaver-Bertsch-Sportpark. Die SpVgg Ansbach traf auf einen Gegner, der im Kampf um den Klassenerhalt Boden gut machen wollte. Die Gastgeber wiederum verpassten den erhofften Befreiungsschlag und mussten sich mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben.

Die Situation im Abstiegskampf der Regionalliga Bayern hat sich für die Ansbacher damit nicht entschärft. Sie liegen nach wie vor nur sechs Punkte vom ersten Relegationsrang entfernt.

Schelhorn wurde in die Innenverteidigung zurückgezogen

Weil den stark ersatzgeschwächten nullneunern zum Saisonendspurt die Verteidiger ausgehen, musste Trainer Niklas Reutelhuber einmal mehr umbauen. Zumindest der erfahrene Tobias Dietrich stand nach abgelaufener Sperre wieder zur Verfügung und rückte für den Rot-gesperrten Lukas Oberseider ins Team. Aber nicht in die Innenverteidigung, in die wurde überraschend Daniel Schelhorn zurückgezogen. Weitere Wechsel in der Startformation der Ansbacher betrafen Tarkan Ücüncü und Lukas Schmidt, die für Nico Hayer und Michael Sperr ins Team rückten.

Vor dem Anpfiff von Schiedsrichterin Davina Lutz gab es eine Schweigeminute, in der an den verstorbenen ehemaligen SpVgg-Vorsitzenden Gert Link gedacht wurde.

Die Ansbacher starteten in der Offensive fokussiert, leisteten sich in der Defensive aber schon nach sieben Minuten einen folgenschweren Fauxpas: Bei einem Rückpass verschätzte sich Torhüter Heid, geriet in einen Pressschlag mit dem Münchner Emre Tunc und der Ball trudelte zum 0:1 ins Netz. Ein Schock für die nullneuner, die sich dadurch verunsichern ließen und den Gästen im Mittelfeld zu viele freie Räume ließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Fauxpas von Keeper Heid führt zum 0:1

In der 15. Minute machte Torhüter Heid seinen Fehler wieder gut, indem er nach Ecke den Kopfball von David Abrangao reaktionsschnell an das Lattenkreuz lenkte. Das hätte gut und gerne das 0:2 sein können. Auch in den Folgeminuten machte Türkgücü mächtig Dampf, merkte, dass an diesem Tag etwas zu holen war.

Ausgleich durch Außenverteidiger Riko Manz

Dann aber schlug die SpVgg Ansbach zurück. Auf der linken Außenbahn setzte sich Niklas Seefried entschlossen durch, legte den Ball zurück auf Riko Manz, der zum 1:1 einschoss (21.). Nur eine Minute später verpasste Seefried das leere Tor - die Ansbacher hatten sich gefangen, mussten aber gegen offensivstarke und brandgefährliche Münchner nach wie vor auf der Hut sein. Heid geriet bei einem ekelhaften Rückpass noch einmal in eine brenzlige Situation, diesmal hatte der Pressschlag aber keine Folgen.

Glück hatte die SpVgg auch bei einem druckvollen Distanzschuss von Stürmer Ünal Tosun - der Ball strich haarscharf am Lattenkreuz vorbei (39.). Auf der Gegenseite schoss Björn Angermeier nur knapp am Tor der Münchner vorbei (40.). Es war jede Menge geboten in der 1. Hälfte.

Die erste Torchance nach Wiederbeginn hatte Türkgücü. Der Kopfball von David Abrangao strich am Pfosten der Ansbacher vorbei (53.). Drei Minuten später war wieder Abrangao durch, im letzten Moment konnte Heid die Situation bereinigen.

Auf der Gegenseite war vor allem Patrick Kroiß, der sich weit fallen ließ, um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht, Torgefahr strahlte die SpVgg Ansbach aber erst wieder nach einer Stunde Spielzeit aus (Seefried, Angermeier). Dennoch: Die Gäste waren zunächst einem zweiten Torerfolg näher. So verpasste erneut Abrangao das Ansbacher Tor nur knapp (75.). Auf der Gegenseite wurde der eingewechselte Michael Sperr bei seinem Schuss noch abgeblockt. Die Situation blieb scharf, der Ball kam wieder in den Strafraum. Bayerlein hatte Pech, köpfte den Ball an die Latte (78.) und Gäste-Torhüter Felix Thiel hätte sich danach den Ball fast noch selbst ins Tor gelegt.

Dabei blieb es, in der hektischen Schlussphase gelang keiner Mannschaft mehr der entscheidende Gegenschlag. „Mit diesem Unentschieden kann ich nicht zufrieden sein. Das ist ärgerlich, wenn man unbedingt gewinnen muss. Aber wir werden weiter arbeiten und wieder eine bessere Leistung abliefern”, bilanzierte SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber.

SpVgg Ansbach: Sebastian Heid - Michael Belzner (86. Tanyel Deliboyraz), Jonas Bayerlein, Daniel Schelhorn, Riko Manz - Tobias Dietrich, Björn Angermeier (70. Jonas Sauerstein) - Tarkan Ücüncü (65. Nico Hayer), Niklas Seefried (65. Michael Sperr) - Patrick Kroiß, Lukas Schmidt (74. Sven Landshuter).

Türkgücü München: Felix Thiel - Benedikt Hoppe (46. Mohamed Bekaj), Deniz Haimerl, Christoph Rech, Dominik Kurija - Jonas Lindner - Faton Dzemailji (63. Fatjon Celani), Michael Hutterer (85. Tino Reich), David Abrangao (79. Arian Calderon Ortivero) - Emre Tunc, Ünal Tosun.

Tore: 0:1 Emre Tunc (7.), 1:1 Riko Manz (21.).

Gelbe Karten: - Thiel, Tosun.

Schiedsrichterin: Davina Lutz (TSV Poppenhausen).

Zuschauer: 712.

north