Die Partnerstädte Ansbach und Anglet feiern ihr Jubiläum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.09.2023 12:31

Die Partnerstädte Ansbach und Anglet feiern ihr Jubiläum

Diese Parzelle im Pignada-Wald im südwestfranzösischen Anglet ist den Menschen in Ansbach gewidmet. Der große Brand im Sommer des Jahres 2020 sorgte zum Beispiel hier für große Schäden. Davon konnten sich Gastgeber und Gäste aus der Partnerstadt in Deutschland bei dem Jubiläumsbesuch überzeugen. (Foto: Oliver Herbst)
Diese Parzelle im Pignada-Wald im südwestfranzösischen Anglet ist den Menschen in Ansbach gewidmet. Der große Brand im Sommer des Jahres 2020 sorgte zum Beispiel hier für große Schäden. Davon konnten sich Gastgeber und Gäste aus der Partnerstadt in Deutschland bei dem Jubiläumsbesuch überzeugen. (Foto: Oliver Herbst)
Diese Parzelle im Pignada-Wald im südwestfranzösischen Anglet ist den Menschen in Ansbach gewidmet. Der große Brand im Sommer des Jahres 2020 sorgte zum Beispiel hier für große Schäden. Davon konnten sich Gastgeber und Gäste aus der Partnerstadt in Deutschland bei dem Jubiläumsbesuch überzeugen. (Foto: Oliver Herbst)

Fünfeinhalb Jahrzehnte sind eine lange Zeit. So lange besteht die Städtepartnerschaft zwischen Ansbach und Anglet. Der Besuch der Ansbacher Delegation mit rund 100 Personen in Südwestfrankreich war aber freilich nicht nur der 55-jährigen Geschichte des Paktes gewidmet. Der Blick wandte sich genauso in die Zukunft.

Zur außerordentlichen, festlichen Stadtratssitzung in Anglet nahmen am Ratstisch mit ihren französischen Kollegen Oberbürgermeister Thomas Deffner, Bürgermeisterin Elke Homm-Vogel und 14 Stadträte aus Ansbach Platz.

Anglets Bürgermeister Claude Olive erinnerte zum Jubiläum „in Ehrerbietung und Dankbarkeit“ an die Rathauschefs von Ansbach und Anglet, Dr. Ludwig Schönecker und Dr. François Lacroix: Sie hatten den Pakt 1968 unterzeichnet. Zugleich würdigte der Bürgermeister „alle ihre Nachfolger in unseren beiden Städten, die diesen Eid aufrechterhalten und bereichert haben“.

Der OB erinnert an den Élysée-Vertrag

Er sah eine große Herausforderung: „eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, die jungen Generationen von der absoluten Notwendigkeit zu überzeugen, die deutsch-französische Freundschaft in einem freien und solidarischen Europa zu bewahren und weiterzuentwickeln“.

OB Deffner nannte Anglet „eine traumhafte Partnerstadt“. Er lobte alle, die die Partnerschaft in den 55 Jahren mit aufgebaut, begleitet und vertieft hätten. In dieser Zeit sei dadurch eine starke Verbindung gewachsen, und es hätten sich Freundschaften gebildet. Der Oberbürgermeister wünschte, „dass für noch mehr Ansbacher Anglet zu ihrer zweiten Heimat wird“.

Er erinnerte aber auch ans Grauen des NS-Regimes: „Im Angesicht von Oradour-sur-Glane, Drancy oder anderen Orten deutscher Verbrechen war diese Annäherung, angestoßen durch den Élysée-Vertrag, keine Selbstverständlichkeit.“

Im erneuerten Partnerschaftsvertrag steht zum Beispiel der „Appell an die jungen Menschen unserer beiden Städte, ihre Energie und ihre Fantasie zur Stärkung dieser Städtepartnerschaft einzubringen“.

„Besonders wichtig und bewegend“

Nach dem Brand im Pignada-Wald in Anglet im Sommer 2020 weihten die Freunde eine Parzelle ein, die den Ansbachern gewidmet ist. Der erste stellvertretende Bürgermeister in Anglet, Jean-Michel Barate, nannte dies „einen besonders wichtigen und bewegenden Moment“.

OB Deffner sprach von einer großzügigen und großartigen Geste. Bürgermeister Claude Olive ging sowohl auf die Spenden aus Ansbach ein als auch darauf, dass sich die Feuerwehrleute aus der Partnerstadt „meldeten, um uns zu helfen“.

Die Solidarität aus Ansbach will auch das neue Kunstwerk an der Parzelle als Denkmal widerspiegeln. Symbolisch pflanzten 55 Personen 55 Bäume, darunter die Vorsitzende der Amicale Les Amis d’Ansbach, des Partnerschaftsvereins in Anglet, Christiane Desarnaud, und der Ehrenbürger beider Städte, Klaus Dieter Breitschwert.

Bürgermeister Paolo Calcinaro und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, der Amici di Ansbach, Francesco Gismondi, waren aus Ansbachs italienischer Partnerstadt Fermo gekommen. Zu ihnen gesellte sich die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Ansbach, des Vereins der Freunde von Fermo und Umgebung, Julia Borowski.

Ein Konzert des A-cappella-Ensembles Sonat Vox

Sylvie Feja und Natacha Wostrikoff dolmetschten während des Aufenthalts. Der Mäzen Friedrich Hilterhaus und die Kanzlerin der Hochschule Ansbach, Dr. Esther Schnetz, erkundeten ebenfalls Anglet.

Der Kanzlerin ging es gezielt darum, Kontakte in die Region und zur Université de Pau et des Pays de l'Adour zu knüpfen, die einen Campus in Anglet hat.

Neben ihrem Konzert untermalte das A-cappella-Ensemble Sonat Vox weitere Programmpunkte während des Besuchs – und unterhielt Delegationsmitglieder im Transferbus in Anglet mit ihren Liedern. Überdies gab es, begleitet von Instrumentalistinnen, eine Vorführung gaskognischer Stelzengänger.

Die Reise des Clubs der Freunde von Anglet hatte am 26. August begonnen und dauert bis Donnerstag, wie Vorsitzender Günter Scheiderer erklärte. Auf der Hinreise stand zum Beispiel Beaune auf dem Programm. Die Rückreise seit Dienstag hielt für die Gruppe etwa für Mittwoch Dijon bereit.

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