Die Bad Windsheimer Grünen haben insgesamt 16 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl im März 2026 nominiert. Dabei machten sie eines sehr deutlich: Dass sie sich „als Brandmauer” gegen die AfD sehen, für ein Miteinander stehen und inhaltlich arbeiten wollen.
Die inhaltliche Arbeit stehe bei ihnen voll im Fokus. Das betonte der Grünen-Bürgermeisterkandidat Michael Lappler während der Aufstellungsversammlung im Restaurant „Rumi's” am Golfplatz in Bad Windsheim ausdrücklich. Und weil man sich auf Sachthemen konzentrieren wolle, beteilige man sich auch nicht an dem aktuellen Streit im Stadtrat, „wie er jetzt stattfindet und den gesamten Landkreis unterhält”. Das bringe Bad Windsheim nicht nach vorne. Dafür gab es seitens der Anwesenden viel Applaus.
Während Lappler auf Listenplatz zwei rangiert, hat sich Annemarie Bruckert die Spitze auf der Grünen-Liste für die Kommunalwahl gesichert. Sie war vor nunmehr anderthalb Jahren in den Stadtrat nachgerückt, nachdem Sebastian Göttfert sein Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Bruckert betonte, sich sehr darüber zu freuen, dass die Liste für die Wahl diesmal doppelt so lang sei wie beim letzten Mal. Für sie sei das ein „persönlicher Erfolg”.
Bruckert skizzierte kurz ihre Schwerpunkte, wozu unter anderem „ein konsequenter Klimaschutz” gehört. „Ich will, dass wir zu Gewinnern der Energiewende werden”, sagte sie. In diesem Bereich werde möglich gemacht, was nötig sei. Auch sieht sie sich „als Stimme junger Menschen”. Deswegen will sie ihnen eine Chance bieten, sich einzubringen, beispielsweise durch das Einrichten eines Jugendparlaments.
Dass die Grünen mit einer „sehr schönen Liste” antreten, betonte Bürgermeister-Kandidat Lappler. So stamme rund die Hälfte der Kandidatinnen und Kandidaten aus den Reihen des Grünen-Ortsverbandes, der andere Teil sei ein Querschnitt aus der übrigen Stadtgesellschaft und spiegele wider, wie „bunt und vielfältig” diese sei. Gemeinsam habe man das Potenzial, „frischen Wind” in den Bad Windsheimer Stadtrat zu bringen und jene abzulösen, deren „Verweildauer dort längst überschritten” sei.
Zwei Minuten hatte jede Kandidatin und jeder Kandidat Zeit, um sich persönlich vorzustellen und etwas zu den Gründen für die jeweilige Kandidatur zu sagen. Dabei zeigte sich eines deutlich: Das Erstarken der AfD und dass sich nun auch in Bad Windsheim ein Ortsverband gegründet hat, war für einige der entscheidende Grund, sich nominieren zu lassen.
„Wir Grünen können und wollen die Brandmauer sein und ich weiß, dass nicht nur ich deswegen auf der Liste kandidiere”, sagte Martin Bauer, der nach eigenen Angaben seit nunmehr 22 Jahren in grüner Politik aktiv ist und sich auch bereits im Kreistag engagiert und ausprobiert hat. Er sorgt zudem dafür, dass es jedes Jahr aufs Neue das Weinturmfestival gibt. „Musik und Kultur” liegen ihm dann auch besonders am Herzen. Beides sei „sozialer Klebstoff”, der das Zusammenleben einer Stadtgesellschaft entscheidend bereichere.
Weil sie die Demo anlässlich des AfD-Informationsstandes als „traurigen Höhepunkt” erlebt hatte, will auch Fabienne Sedlatscheck mit ihrer Kandidatur ein sichtbares Zeichen setzen und sich für die Demokratie engagieren. Dass sie sich „gegen die AfD und den Rechtsruck” stemmen möchte, betonte auch Katharina Fritsch in ihrer Vorstellungsrede. Karlheinz Riedel erklärte ebenfalls, Widerstand leisten zu wollen – er sieht in besagter Partei „eine Gefahr für die Demokratie”.
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Uwe Kekeritz, nutzte die Aufstellungsversammlung dazu, um vor der AfD zu warnen, die eine „rechtsextremistische Partei und auf dem Vormarsch” sei. Gleichzeitig mahnte er, die Geschichte nicht zu vergessen und lud für Sonntag, 9. November, zur Gedenkveranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht in das evangelische Gemeindehaus und zum Hafenmarkt in Bad Windsheim ein. „Es ist heute umso wichtiger, diese Gedenkveranstaltung zu besuchen.”
Ganz oben rangierte als weiterer Grund für das politische Engagement zudem der Einsatz für Natur und Umwelt, genauso wie das Einstehen für ein gutes Miteinander. So erklärte der Künstler Gerhard Rießbeck, dass er während seiner Reisen immer wieder habe feststellen müssen, wie sich die Natur verändert. „Das ist wahnsinnig erschreckend.” Heidi Herrmann indes betonte, dass ihr vor allem das Stadtgrün wichtig sei, genauso wie der Schutz alter Bäume.
Lappler blickt nun optimistisch in die Zukunft. Er zeigt sich sicher, dass die vorgelegte Liste den Grünen ein „super Wahlergebnis” ermöglichen wird.
Alle Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag.