Es war wie fast immer bei den Grünen ein Nominierungsmarathon. Über vier Stunden dauerte es im Kunsthaus R3, ehe alle 40 Kandidatinnen und Kandidaten des Ortsverbandes für die Wahl des Stadtrates im kommenden Jahr gefunden waren. Am Ende stand eine starke Liste und ein großes Herz für Ansbach.
Allein das Procedere im Vorfeld mit den strengen Statuten dauerte schon beinahe eine Stunde, ehe sich mit Sabine Stein-Hoberg die erste Kandidatin für die Liste im Rahmen der Aufstellungsversammlung kurz vorstellte.
Vier Minuten hatte die Stadträtin wie alle der ersten zwölf Bewerberinnen und Bewerber, um sich und ihre politischen Ziele zu beschreiben. Sie sei eine Schattensucherin, leitete die Stadträtin ihren Vortrag ein, und nahm damit Bezug auf viele umweltpolitische Themen, die in Ansbach noch deutlich zu kurz kämen.
Mit dem Überbegriff der Schwammstadt, so durfte die 57-jährige Juristin konstatieren, sei ein von ihr forciertes wichtiges Projekt aber immerhin bis in die Verwaltung vorgedrungen und werde zumindest in weiten Teilen bereits umgesetzt.
Neben Themen wie der Gesundheitsversorgung und der Sanierung von Schulen und Kindergärten sprach sich Stein-Hoberg für eine stärkere weibliche Beteiligung im Stadtrat aus. Aktuell stellen Frauen nur rund ein Fünftel des Gremiums.
„Wir gehen mit einem starken Frauen-Team in den Wahlkampf”, blickte die Stadträtin auf den am 8. März 2026 anstehenden Urnengang voraus. Um besagte Quote im besten Fall deutlich zu erhöhen, wurden in einem nach dem Frauen-Statut der Partei abgestimmten Procedere alle geraden Plätze an Männer vergeben. Alle ungeraden gingen an Frauen.
„Wir wollen auf jeden Fall unsere bisherigen Sitze ausbauen und wieder zweitstärkste Kraft im Stadtrat werden”, formulierte Oliver Rühl, Co-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, die Ziele für die Wahl dieses Gremiums. Derzeit stellen die Grünen fünf Stadträte. Er selbst wurde von den 31 anwesenden Mitgliedern auf Platz zwei der Liste gesetzt.
Rühl, der einen Platz im Aufsichtsrat von ANregiomed einnimmt, will sich für den Erhalt aller Krankenhäuser im Verbund einsetzen und daneben für eine vorausschauendere Finanzpolitik. So würden etwa bei der Ausweisung von neuen Baugebieten die Folgekosten „noch immer nicht” beachtet. „Wir denken da über 2032 hinaus.”
Mit Bernhard Schmid (4) und Simon Mayr (6) wurden zwei weitere aktuellen Stadträte auf die vorderen Plätze der Liste gesetzt. Würden die Grünen bisweilen als lästig empfunden, sei das eher eine Auszeichnung als ein Makel. „Wir sind die Einzigen, die über den Tellerrand hinausschauen”, meinte Mayr kämpferisch.
Für Themen wie Inklusion und die Renaturierung der Rezat möchte sich Christiane Hendrick-Ratka stark machen, auf Listenplatz fünf werden der Vorsitzenden des Ortsverbandes der Grünen gute Chancen eingeräumt. „Unsere Aufgabe ist es, gute Ideen für unsere Stadt zu liefern”, lautete die grüne Kernbotschaft des Abends.
Stein-Hoberg, Sabine
Rühl, Oliver
Erbguth-Feldner, Meike
Schmid, Bernhard
Handrick-Ratka, Christiane
Mayr, Simon
Roszczyk, Monika
Smolka, Hans-Peter
Müller, Inge
Warth, Nikolai
Schneider, Marion
Zeus, Peter
Schmid, Eva
Höllein, Bernd
Warth, Kathrin
Schellenberger, Jörg
Stabl, Frauke
Strobel, Johannes
Schilffarth, Dorothea
Feldner, Peter
Veit, Edda
Kehrstephan, Wolf
Krettinger, Beate
Sichelstiel, Michael
Rathmann-Lutz, Anja
Klingel, Martin
Schellein, Christina
Danneberg, Mark
Jander, Sissi
Uebelhör, Denise
Heinisch, Carmen
Gaisser, Tobias
Priebe-Czadzeck, Sylke
Uebelhör, Thomas
Schindler, Dorothea
Koch, Thomas
Gaisser, Sybille
Michel, Bernadett
Koch, Ulrike
Sessner, Markus