Mit dem ersten Spatenstich für den Neubau eines energieeffizienten Doppelhauses für zwei Wohngruppen mit jeweils acht Personen auf dem Gelände der Camphill Dorfgemeinschaft, wurde am Freitagnachmittag auf dem Hausenhof (Gemeinde Dietersheim) ein starkes Zeichen für deren zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung gesetzt.
Der 18. Oktober markiert einen Meilenstein auf dem Weg, ein dauerhaftes Zuhause für Menschen mit Behinderung im Landkreis zu schaffen. Die Anlage ist weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Das neue Gebäude soll explizit zu einem Ort werden, der Selbstbestimmung sowie eine angemessene Förderung vereint, und der den Menschen, die künftig dort leben werden, ein Gefühl von Gemeinschaft, Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelt.
Ziel sei es, so der Tenor der Verantwortlichen, auf dem Hausenhof einen von noch größerer Vielfalt geprägten Lebensraum zu schaffen, in dem sich jeder Bewohner frei entwickeln, gleichzeitig jedoch auch in einer familiären Gemeinschaft leben kann. Der Neubau war bekanntlich auch deswegen notwendig geworden, weil der Gesetzgeber neue Rahmenbedingungen für die Lebenssituation behinderter Mitmenschen vorgegeben hatte.
Davon, dass in der Camphill Dorfgemeinschaft bauliche Zeichen für die Zukunft gesetzt werden, konnten sich am Freitag nicht nur die Bewohner und Mitarbeitenden, sondern auch Vertreter der Kommunal-, Bezirks- und Landespolitik überzeugen.
Henner Wendt (Mitglied der Heimleitung) begrüßte auf der bereits eingerichteten Baustelle den Präsidenten des Bezirks Mittelfranken, Peter Daniel Forster, die beiden Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD) und Werner Stieglitz, als Stellvertreter des Landrates Hans Herold (beide CSU) sowie als Repräsentanten der gastgebenden Gemeinde Dietersheim, deren Bürgermeister Jürgen Meyer.
Forster wies in seinen Grußworten darauf hin, dass der Regierungsbezirk Mittelfranken den Ersatzbau bereits im Dezember bewilligt hatte und denselben mit einem Betrag von exakt 510.750 Euro finanziell unterstützen wird. Sein Dank richtete sich an alle jene, die mit immenser Leidenschaft und großem Engagement mithelfen, ein Projekt zu verwirklichen, in dem Inklusion und Integration nicht nur Worthülsen sind, sondern gelebte Realität darstellen.
Die finanziell größte Unterstützung der auf insgesamt rund 5,2 Millionen Euro veranschlagten Maßnahme kommt, wie die beiden im Haushaltsausschuss des Landtags vertretenen Abgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD) und Werner Stieglitz (CSU) übereinstimmend erklärten, mit einer 3,07 Millionen Euro schweren Förderung vom Freistaat Bayern.
Knapp eine halbe Million Euro resultieren aus Mitteln von Stiftungen oder Lotterien. Spenden sowie Eigenmittel und Gelder, die der Förderverein für die Umsetzung des Großprojekts bereit stellt, schlagen mit rund 1,06 Millionen Euro zu Buche. Für die Camphill-Dorfgemeinschaft war es somit trotz der großzügigen Förderung ein echter Kraftakt, das Projekt zu stemmen.
„Mit diesem künftigen Leuchtturm der Inklusion, kommt man auf dem Hausenhof“ , wie Bürgermeister Jürgen Meyer anmerkte, „längst nicht nur sozialen Verpflichtungen nach, sondern man stellt, mit den in energieeffizienter Ständerbauweise errichteten und mit einer Photovoltaikanlage ausgestatteten Gebäuden gleichzeitig zukunftsweisende bauliche Weichen.“