Der Bürgerwindpark Frankenhöhe kommt voran | FLZ.de

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Lesefortschritt
Veröffentlicht am 01.04.2024 10:00

Der Bürgerwindpark Frankenhöhe kommt voran

Der Bau der zwei Windkraftanlagen bei Herpersdorf kommt in erstaunlichem Tempo voran. In weniger als drei Wochen wurden die Masten beider Anlagen zur Hälfte fertiggestellt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Der Bau der zwei Windkraftanlagen bei Herpersdorf kommt in erstaunlichem Tempo voran. In weniger als drei Wochen wurden die Masten beider Anlagen zur Hälfte fertiggestellt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Der Bau der zwei Windkraftanlagen bei Herpersdorf kommt in erstaunlichem Tempo voran. In weniger als drei Wochen wurden die Masten beider Anlagen zur Hälfte fertiggestellt. (Foto: Yvonne Neckermann)

Anfang des Jahres haben die Arbeiten zur Errichtung des Bürgerwindparks Frankenhöhe begonnen. Zu diesem gehören zwei Windkraftanlagen bei Neuhof-Hirschneuses und zwei bei Dietenhofen-Herpersdorf.

Der untere Teil der Masten ist bei beiden der Herpersdorfer Anlagen jeweils bereits fertiggestellt. Über 80 Meter ragen die Bauwerke in den Himmel und ziehen zahlreiche Spaziergänger an. Aufgebaut werden Anlagen vom Typ Vestas V162 mit einer Gesamthöhe von 250 Metern und einer Rotorlänge von 80 Metern. Sie erreichen eine Nennleistung von 6,2 Megawatt. Damit können ungefähr 3400 durchschnittliche Privathaushalte mit Strom versorgt werden.

Der Fortschritt ist vom Wetter abhängig

Bei der Dimension der Anlagen überrascht der schnelle Baufortschritt. „Der insgesamt 169 Meter hohe Turm besteht bis zu einer Höhe von 86 Metern aus Betonelementen, und der Aufbau dauert bei guten Wetterverhältnissen nicht länger als eine Woche“, erläutert Arno Weber, Bauleiter bei der Firma Wust Wind und Sonne. Der obere Teil wird aus drei Stahlelementen bestehen, die dann mit einem besonders hohen Kran an Ort und Stelle befördert werden.

Wie Weber informiert, ist der Fortschritt unter anderem vom Wetter abhängig. „Eigentlich wollten wir in der zweiten Kalenderwoche mit der Betonage der Fundamente beginnen. Allerdings ist uns der Frost dazwischengekommen, sodass wir mit drei Wochen Verzug gestartet sind.“ Eine Woche habe man aber bereits wieder gut gemacht. Die Fundamente haben einen Durchmesser von 24,50 Metern. Verbaut wurden 105 Tonnen Stahl und 780 Kubikmeter Beton, der mit über 70 Lkw-Ladungen zur Baustelle befördert wurde.

Stabiler Untergrund ist bedeutsam

Eine der größten Herausforderungen bestehe in der Sicherstellung eines stabilen Untergrunds für den großen Baukran, der eine Tragfähigkeit von 40 Tonnen pro Quadratmeter benötigt, erklärt Weber. „Der Boden war nach dem nassen Herbst ziemlich weich, sodass wir erst einmal ein Kalkzement-Gemisch aufbringen mussten.“

Zum Innenausbau gehören unter anderem der Einbau von Kabeln, Schaltschränken und einem Aufzug für die Wartungsmonteure. Daraufgesetzt wird dann die Gondel mit Generator, Getriebe und Umrichter. Knifflig wird noch einmal die Anlieferung der 80 Meter langen Rotorblätter, die bereits für April geplant ist. „Ab Mai wird die Hochstraße gesperrt, dann könnten wir das nicht mehr machen“, verrät Weber. Der über 90 Meter lange Schwertransport wird die Autobahn bei Lichtenau verlassen, in Oberdachstetten auf die Hochstraße einbiegen und die letzten Meter auf eigens ausgebauten oder teils sogar extra angelegten Wegen zurücklegen. An einigen neuralgischen Punkten müssen diese vorher noch mit Platten verstärkt werden.

Gebäude wird erst im Herbst fertig

Momentan läuft bereits die Verlegung der sieben Kilometer langen Erdkabeltrasse, durch die der erzeugte Strom im Umspannwerk Neudorf ins Netz eingespeist werden soll. Dafür baut die Firma Wust in Kooperation mit der N-Ergie einen eigenen 63 MVA leistungsstarken Transformator und ein Gebäude zur Unterbringung einer Mittelspannungsschaltanlage. Dies wird voraussichtlich erst im Herbst fertig, sodass auch die Windkraftanlagen nicht vorher in Betrieb gehen können. „Die Fertigstellung der Anlagen ist voraussichtlich bereits im Sommer“, prognostiziert Weber.

Fasziniert von der Leistungsfähigkeit

Der Umweltingenieur hat bereits um die 20 Windkraftanlagen aufgestellt und ist von der ungeheuren Leistungsfähigkeit fasziniert. „Außerdem bin von der absoluten Notwendigkeit überzeugt, weitere Anlagen aufzustellen, wenn wir unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig unseren Energiebedarf decken wollen.“

In wenigen Wochen will die Bayerische Staatsregierung den überarbeiteten Regionalplan acht für Westmittelfranken veröffentlichen, in dem voraussichtlich weitere Potenzialgebiete für Windkraft enthalten sind. Das mindestens ein zusätzlicher, aussichtsreicher Bereich in Dietenhofen liegt, hat sich bereits herumgesprochen. Nahe des Windparks Frankenhöhe könnten also mittelfristig weitere Vorhaben entstehen.


Von Yvonne Neckermann
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