Das Stromnetz wird auf die fünffache Kapazität ausgebaut | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.11.2023 07:00

Das Stromnetz wird auf die fünffache Kapazität ausgebaut

Um die Energiewende zu bewältigen und den Strom aus erneuerbaren Energien (im Bild die bereits bestehenden Windparks in Dietenhofen-Neudorf und Neuhof an der Zenn) möglichst verlustfrei ins Netz einzuspeisen, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Um die Energiewende zu bewältigen und den Strom aus erneuerbaren Energien (im Bild die bereits bestehenden Windparks in Dietenhofen-Neudorf und Neuhof an der Zenn) möglichst verlustfrei ins Netz einzuspeisen, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Um die Energiewende zu bewältigen und den Strom aus erneuerbaren Energien (im Bild die bereits bestehenden Windparks in Dietenhofen-Neudorf und Neuhof an der Zenn) möglichst verlustfrei ins Netz einzuspeisen, muss die Infrastruktur ausgebaut werden. (Foto: Yvonne Neckermann)

In vielen Kommunen sind Vorhaben zur Erzeugung erneuerbarer Energien geplant oder wurden bereits begonnen. Um den Strom aus Sonne und Wind künftig möglichst effizient ins Netz einzuspeisen, will der Netzbetreiber N-Ergie Netz massiv in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Dem Standort Dietenhofen kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Darüber informierte der Kommunale Kundenbetreuer im Landkreis Ansbach, Markus Prokopczuk, den Marktgemeinderat. Die Herausforderungen sind gewaltig. „Der Freistaat Bayern hat sich das Ziel gesetzt, seinen Strombedarf bis 2040 klimaneutral zu erwirtschaften“, informierte Prokopczuk.

Dies bedeute, dass im Endausbau Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 80 Gigawatt, Windkraftanlagen mit 13 Gigawatt Leistung, Großbatteriespeicher mit einer Kapazität von 15 Gigawattstunden und 1000 neue Umspannwerke benötigt würden.

Neue Masten sind zwei Meter höher

„Wir müssen also etwas tun.“ Gewährleistet bleiben müsse die Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Vermeidung von Abriegelungsvorgängen aufgrund von Engpässen im Netz. Die N-Ergie Netz habe dafür in ihrem Zuständigkeitsbereich bereits mit dem Ausbau begonnen.

Dietenhofen wird dabei zum Ausgangspunkt einer neuen Hochspannungsleitung. Geplant ist der Ersatzneubau der 110-kV-Leitung vom Umspannwerk in Neudorf bis nach Steinsfeld-Endsee bei Rothenburg auf der bestehenden Trasse.

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Die 150 bisherigen, 23 bis 35 Meter hohen Stahlgittermasten sollen durch 25 bis 37 Meter hohe Stahlvollwandmasten ersetzt werden. Durch die Erweiterung von einem auf zwei Stromkreissysteme bei gleichzeitiger Erhöhung der maximalen Betriebsströme von 535 Ampere auf 2720 Ampere wird die Kapazität ungefähr verfünffacht. Der Baubeginn ist für Mitte 2026 geplant.

Nordwestlich von Neudorf verlässt die Trasse den Landkreis Ansbach und verläuft weiter in Richtung Trautskirchen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Trotz der großen Leistungssteigerung werde sich für die Bürgerinnen und Bürger nicht viel ändern, versprach Propopczuk. „Wir kommen mit einer Mast-Erhöhung von zwei Metern aus, das ist optisch kaum erkennbar.“

Die gewohnte Durchfahrtshöhe für landwirtschaftliche Fahrzeuge bleibe damit erhalten. Im nächsten Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, in dessen Zuge die N-Ergie höchstmögliche Transparenz in Aussicht stellt. „Alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der anliegenden Kommunen sind bereits informiert. Die Städte und Gemeinden werden außerdem als Träger öffentlicher Belange beteiligt und aufgefordert, jeweils eine Stellungnahme abzugeben.“

Ein Transformator auf Firmenkosten

Im Fokus sind auch die Umspannwerke. „Wir planen aktuell 16 neue Anlagen und wollen weitere, bereits bestehende ertüchtigen und ausbauen“, so Prokopczuk. Allein in den Ausbau des Umspannwerks Neudorf will die N-Ergie zehn Millionen Euro investieren. Statt zwei Großtransformatoren mit einer Leistung von je 40 Megavoltampere (MVA) kommen nach Unternehmensangaben künftig drei Anlagen mit einer Leistung von je 63 MVA zum Einsatz.

Die Übertragungskapazität wird damit also mehr als verdoppelt. Erneuert werden außerdem die 20-Kilovolt- und die 110-Kilovolt-Schaltanlagen. Um den Strom des geplanten Windparks Frankenhöhe mit zwei Windkraftanlagen in Dietenhofen-Herpersdorf und zwei in Neuhof-Hirschneuses einzuspeisen, engagiert sich auch der Vorhabenträger, die Firma Wust Wind und Sonne, im Umspannwerk Neudorf.

Auf eigene Kosten will das Unternehmen ebenfalls einen weiteren, vierten 63 MVA leistungsstarken Transformator bauen lassen. Außerdem soll ab dem Frühjahr ein neues Gebäude für eine Mittelspannungsschaltanlage errichtet werden. Diese kann die Windkraftanlagen bei Bedarf vom Netz trennen.


Von Yvonne Neckermann
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