Das Osterfest kulinarisch genießen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.03.2026 06:00

Das Osterfest kulinarisch genießen

Traditionell wird an Karfreitag Fisch gegessen, der zugleich Fleischersatz und christliches Symbol ist. (Foto: Pexels)
Traditionell wird an Karfreitag Fisch gegessen, der zugleich Fleischersatz und christliches Symbol ist. (Foto: Pexels)
Traditionell wird an Karfreitag Fisch gegessen, der zugleich Fleischersatz und christliches Symbol ist. (Foto: Pexels)

Ostern nähert sich in großen Schritten. Ein Fest, das so ganz anders ist als andere Feiertage. Wann sonst sind Gefühle wie Trauer und Glückseligkeit, Trost und Freude so eng miteinander verknüpft? Dies spiegelt sich auch im Kulinarischen wieder. So sind die Feiertage, auch was das Essen angeht, mit einigen Traditionen verbunden.

Die Terminierung für das Osterfest folgt festen Regeln. Das Datum ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Im Zuge des ersten Konzils von Nicäa 325 wurde festgelegt, dass das christliche Osterfest am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling stattfindet. Nach der Einführung des gregorianischen Kalenders 1582 feiern die Westkirchen an genau diesem genannten Sonntag Ostern. Die orthodoxen Kirchen weichen hier ab, da sie dem julianischen Kalender folgen.

Von Bärlauch bis Spargel an Gründonnerstag

Das Osterwochenende beginnt mit dem Gründonnerstag, dem Tag vor Karfreitag. An diesem Tag kamen Jesus und seine Jünger zum letzten Abendmahl zusammen. In den kirchlichen Gottesdiensten und Messen wird dem durch besonders festliche Ausgestaltung Rechnung getragen. Die Glocken werden an diesem Abend ein letztes Mal geläutet und schweigen von da an bis in die Osternacht von Samstag auf Ostersonntag.

Was das Essen angeht, kann man sich einfach an der Bezeichnung „Gründonnerstag“ orientieren: Denn traditionell gibt es an diesem Tag nur grüne Speisen. Gaststätten warten passend zum Frühlingsbeginn mit leckeren Bärlauch-Gerichten, bunten Salaten und teilweise auch schon dem ersten Spargel auf.

Fischspezialitäten am Karfreitag

Karfreitag ist ein stiller Feiertag, an dem der Verurteilung, des Sterbens und des Todes Jesu Christi gedacht wird. In den frühen Morgenstunden dieses Freitags verriet Judas Iskariot Jesus, woraufhin dieser verhaftet, verhört und letztlich gekreuzigt wurde. Für Christen bedeutet dieser Tag, Besinnung, Stille und Verzicht. Verzicht ist auch beim Essen angesagt. Christen verzichten an diesem Tag bewusst auf Fleisch. Oftmals gibt es stattdessen Fisch. Fische sind hierbei
Fleischersatz und christliches Symbol zugleich.

Die Karpfenzeit erlebt zu Ostern ihren Höhepunkt. Die regionalen Restaurants und Gaststätten bieten besonders an Karfreitag verschiedene Variationen, von Karpfenfilet, gebackenem Karpfen und Karpfenknusper. Aber auch andere Fische wie Forelle, Saibling oder Lachsforelle stehen auf der österlichen Speisekarte.

Im Mittelalter durfte man übrigens während der gesamten Fastenzeit kein Fleisch essen, Fisch war aber weiterhin erlaubt. Was Fisch und was Fleisch war, wurde daher etwas großzügiger ausgelegt, so wurden zum Beispiel Enten oder Biber kurzerhand als Fische deklariert. Einigen Quellen zufolge wurde auch das ein oder andere Ferkel ins Wasser geworfen und anschließend als Fisch verspeist.

Ostermenü und Frühlingsküche

Der Karsamstag ist ebenso wie der Karfreitag eine Zeit der Trauer, allerdings gibt es keine bestimmten Vorschriften, was das Essen angeht. Viele Restaurants bieten auch an Karsamstag ein buntes Ostermenü mit frühlingshaften Gerichten und neben Fisch auch Lammgerichte oder ganzjährige Klassiker, die ab Karsamstag wieder gegessen werden dürfen.

Traditionelles Osterlamm

Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist nun endlich die „Nacht der Nächte“. Ein Fest begleitet von Hoffnung, Freude und Zuversicht erwartet die Menschen. Sie gedenken der Auferstehung Jesu Christi vom Tode und feiern das ewige Leben. In der Nacht von Samstag auf Ostersonntag werden auch in den Kirchen die Kerzen wieder entzündet. Die Menschen werden erfüllt von Freude und Hoffnung. Dinge, die besonders in heutiger Zeit so wichtig sind.

Dies spiegelt sich im Ostermenü wieder. An Ostersonntag endet die am Aschermittwoch begonnene Fastenzeit und alles ist wieder erlaubt. In Gedenken an Christi, dem Lamm Gottes, gibt es traditionell in vielen Restaurants ein Osterlamm oder besondere Lammgerichte. Wem dies nicht zusagt, findet auf der österlichen Speisekarte aber auch noch andere festliche Speisen. Da ist für jeden das Richtige dabei.

Osterfrühstück am Ostermontag

Genau wie der Ostersonntag ist der Ostermontag ein Tag der Freude, an dem auch gerne ausgiebig geschlemmt werden darf. Neben festlichen Speisen zum Mittag- oder Abendessen, laden manche Gaststätten auch zum leckeren Obsterbrunch am Ostersonntag oder Ostermontag ein.

Kulinarisch hat Ostern einiges zu bieten und wartet, trotz oder gerade dank der traditionellen Speisen, mit besonderen Highlights auf. Gaststätten und Restaurants der Region freuen sich auf ein kulinarisches Osterfest mit beliebten Klassikern und modernen Interpretationen. Wer sich also an Ostern verwöhnen lassen möchte und das Fest stressfrei genießen möchte, sollte rechtzeitig in der Lieblingsgaststätte reservieren und vorbestellen.


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