Nach den Worten von Bürgermeister Jürgen Meyer ist Dietersheim eine liebenswerte und familienfreundliche Gemeinde – derzeit aber gleich an mehreren Fronten eine große Baustelle. Allerdings werden sich die Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden Jahren auszahlen.
Angesichts der momentanen Investitionen ist die Sanierung und Erweiterung des Horts in der Grundschule sicher nicht das einzige Projekt, aber eines der wichtigsten für die Gemeinde. Rund 2,5 Millionen Euro werden zur Fördereinreichung veranschlagt. Hier entsteht ein moderner Betreuungsbereich, der den Kindern in Dietersheim zugutekommen wird.
Tief unter der Erde wird ebenfalls kräftig investiert. Die Sanierung der Wasserleitung in Beerbach schlägt mit 1,77 Millionen Euro zu Buche. Damit sichert die Gemeinde die Versorgungsqualität für die nächsten Jahrzehnte ab. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Gleichzeitig werden Breitbandleerrohre verbaut. Damit ist die Gemeinde für die digitale Zukunft gerüstet. In der Roßbacher Straße in Beerbach und der Siedlerstraße in Dietersheim laufen die Restarbeiten. Auch der Straßenbau in der Siedlerstraße ist ein weiterer wichtiger Baustein.
Für die nahe Zukunft stehen weitere Großprojekte in den Startlöchern. In Unterroßbach wird eine einfache Dorferneuerung beantragt. Die Kosten liegen insgesamt bei rund 1,4 Millionen Euro. Für Oberroßbach beginnen 2026 die Planungen zur Sanierung von Wasserleitung und Kanal. Erste Kostenschätzungen gehen von rund 3 Millionen Euro aus. Ein weiteres Millionenprojekt also, das die Gemeinde vor sich hat.
Einem weiteren Projekt zum Schutz vor extremen Wetterereignissen widmet die Gemeinde besondere Aufmerksamkeit. So sind Planungen zur Starkregenvorsorge vorgesehen, darunter Maßnahmen im Rahmen des Aktionsprogramms Schwammregionen für den Ortsteil Beerbach sowie ein Gewässerentwicklungskonzept für einen besseren Regenrückhalt bei Walddachsbach.
Neben den großen Bauprojekten investiert die Gemeinde auch in ihre Ausstattung. Der Bauhof erhält einen neuen Schlepper und einen Pritschenwagen. Für die Feuerwehr werden ein Waldbrandmodul, neue Pressluftatmer und ein Sprungretter beschafft. Für die Teichkläranlage Unterroßbach müssen wasserrechtliche Auflagen umgesetzt werden, inklusive Klärschlammentsorgung.
Bürgermeister Jürgen Meyer freut sich auf die nächsten Jahre und blickt trotz angespannter Finanzlage zuversichtlich in die Zukunft der Gemeinde Dietersheim. Rückblickend stellt er fest, dass er sich über den starken Zusammenhalt im Gemeinderat und in der Gemeinschaft sehr freut. Es werde immer gemeinsam an den anstehenden Herausforderungen gearbeitet und nach Lösungen gesucht, trotz der momentan so vielen Baustellen.
Allerdings trübt sich der Blick auf die Finanzen trotz der ehrgeizigen Pläne. Bei den Gewerbesteuereinnahmen wird eine deutliche Verringerung erwartet. Die hohe Kreisumlage belastet den Haushalt erheblich und wird 2026 sowie voraussichtlich 2027 weiter steigen. Ein strikter Sparkurs bei den freiwilligen Leistungen ist daher unumgänglich, da die Pflichtaufgaben bei Wasser, Kanal und Kinderbetreuung absoluten Vorrang haben. Projekte wie der Fahrradweg in Richtung Neustadt müssen deshalb um einige Jahre verschoben werden.
Jürgen Meyer resümiert: „Die vielen Baustellen sind derzeit eine Belastung für die Bürger, aber sie sind ein notwendiger Kraftakt. Wir investieren jetzt massiv in die Substanz unserer Gemeinde, um Dietersheim langfristig sicher und lebenswert aufzustellen.“