Das Bechhöfer Boggerla fährt wieder: Eine alte Lokomotive weckt Erinnerungen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.07.2025 11:14

Das Bechhöfer Boggerla fährt wieder: Eine alte Lokomotive weckt Erinnerungen

Bechhöfer Boggerla wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs.  (Foto: Matthias Geiselsöder)
Bechhöfer Boggerla wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs. (Foto: Matthias Geiselsöder)
Bechhöfer Boggerla wurde die Dampflok genannt, als sie zwischen Ansbach und Bechhofen verkehrte. Heute ist sie nach einer gründlichen Renovierung rund um Landshut unterwegs. (Foto: Matthias Geiselsöder)

Die historische Dampflok, an die sich viele ältere Bürgerinnen und Bürger noch erinnern, hat nach einer Komplettrenovierung eine neue Heimat in Landshut gefunden. Das Bechhöfer Boggerla fuhr einst von Ansbach nach Bechhofen.

„70 083” heißt die Lokomotive offiziell. Sie war ab Mai 1961 im damals noch existierenden Bahn-Betriebswerk Ansbach stationiert und verkehrte hauptsächlich auf den Nebenbahnen von Leutershausen-Wiedersbach nach Bechhofen und auf der Nebenbahn von Wicklesgreuth nach Windsbach. Die Züge von und nach Bechhofen liefen bis nach Ansbach durch. Teilweise zog die Dampflok Güterzüge, an die auch Personenwagen angehängt wurden, was seinerzeit noch möglich war.

Fünf Jahrzehnte im Plandienst

Diese und viele weitere Details hat der Autor Thomas Bloch für sein Buch „Die Dampflokomotive 70 083 fährt wieder” recherchiert. Gebaut wurde die dreiachsige Tenderlokomotive als bayerische Pt. 2/3 bei der Firma Krauss in München im Jahr 1913. Die königlich bayerischen Staatsbahnen setzten sie zunächst in München und Passau ein. Fünf Jahrzehnte lang war sie dann im Plandienst eingesetzt.

Die Lok weist eigentlich keine großen Besonderheiten auf. Sie ist weder ein Prototyp, noch stellte sie irgendwelche Rekorde auf. Dennoch verfügte das Maschinenamt Nürnberg der Deutschen Bundesbahn, als sie nach 50 Betriebsjahren 1963 ausgemustert wurde, dass sie erhalten werden sollte. Es ist nicht bekannt, ob dies ein Alleingang eines mutigen Beamten war oder ob ein tiefer gehendes Konzept dahinter steckte.

Sparsame Dampflok deckte die Kosten

Bemerkenswert ist allerdings, dass die königlich bayerischen Staatsbahnen in ihrer Entstehungszeit für einen kostendeckenden Betrieb bekannt waren – wovon die heutige Bahn weit entfernt ist. Das hatte auch damit zu tun, dass die Münchner Lokomotivfabrik Krauss sparsame Dampflokomotiven für den Personenverkehr entwickelt hatte. Der Kaufpreis betrug seinerzeit 36800 Reichsmark. 97 Stück schafften die Staatsbahnen an.

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Nach ihrer Ausmusterung in Ansbach kam das Bechhöfer Boggerla über München nach Mühldorf am Inn, wo es 26 Jahre lang als Denkmal stand. Als die beschlossene Wiederinbetriebnahme der Lok an technischen und finanziellen Problemen zu scheitern drohte, wurde von der Stadt Mühldorf der Bayerische Localbahn-Verein für den Betrieb und den Verbleib der 70 083 bestimmt.

In Westmittelfranken geriet das Bechhöfer Boggerla aber langsam in Vergessenheit. Kaum noch jemand wusste etwas über ihr weiteres Schicksal. Die Bahnstrecke wurde noch ein paar weitere Jahre betrieben, bis sie stillgelegt wurde. Heute erinnern nur noch wenige Spuren an die Trasse.

Erinnerungen einer alten Eisenbahnerfamilie

In einer alteingesessenen Eisenbahnerfamilie aus dem Gemeindebereich von Leutershausen wurde die Erinnerung aber bewahrt, zumal ein Familienmitglied auch selbst auf der Maschine gearbeitet hatte. Und so wurde ein Ausflug nach Landshut, wo vor einigen Wochen die Lokomotive in neuem Glanz der Öffentlichkeit präsentiert wurde, zu einem emotionalen Moment.

Heute fährt das Bechhöfer Boggerla mit historischen Zügen überwiegend in Nieder- und Oberbayern auf Strecken der Deutschen Bahn und der Tegernseebahn.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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