Tadej Pogacars Kronprinz Isaac del Toro kämpfte sich die kleine Rampe in Schwäbisch Hall hinauf, doch alle Mühe war umsonst. Der Tour-de-France-Dritte musste den Sieg auf der ersten Etappe der Deutschland Tour und damit auch das Blaue Trikot des Gesamtersten dem Franzosen Louis Barré überlassen. Der 26-Jährige holte sich nach 197 Kilometern von Bad Orb nach Schwäbisch Hall den Sieg im Alleingang mit 16 Sekunden Vorsprung auf del Toro und setzte sich damit an die Spitze.
Bester Deutscher war Routinier Maximilian Schachmann mit 24 Sekunden Rückstand auf Platz zehn. Damit geht das Warten auf den ersten Heimsieg bei der D-Tour seit fünf Jahren weiter. Nils Politt hatte 2021 für den letzten Etappensieg gesorgt und am Ende auch die Rundfahrt gewonnen.
Der Kölner verlor auf dem Klassikerkurs mit 3188 Höhenmetern 1:16 Minuten und dürfte damit keine Chance mehr auf den Gesamtsieg haben. Am Vortag hatte er im Prolog mit nur acht Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen del Toro noch einen guten Start hingelegt. „Die Beine waren noch nicht zu 100 Prozent da. Rennen fahren ist doch etwas anderes als Training“, sagte Politt der ARD. Das Heimspiel genoss er trotzdem: „Es war sehr schön, es waren viele Fans am Streckenrand. Vor heimischen Publikum zu fahren, ist etwas Besonderes.“
Alles für del Toro, heißt nun die Marschroute im erfolgsverwöhnten UAE-Rennstall. Der Mexikaner hat in der Gesamtwertung als Zweiter nur neun Sekunden Rückstand. „Samstag wird extrem hart. Da ist Isaac mit der Favorit“, sagte Politt. Del Toro strebt bereits seinen vierten Rundfahrt-Sieg in diesem Jahr an. Zuvor hatte der 22-Jährige bereits die UAE-Tour, Tirreno-Adriatico und die Tour Auvergne - Rhône-Alpes (früher Dauphiné) gewonnen.
Die Vorentscheidung fiel gut drei Kilometer vor dem Ziel, als sich Barré und Cyclassics-Sieger Paul Magnier absetzten. Doch der französische Sprinter konnte das Tempo nicht halten, sodass der Weg für Barré frei war. Der Franzose ist durchaus ein Kandidat für den Gesamtsieg, hat er doch gerade erst den vierten Gesamtrang bei der Polen-Rundfahrt geholt.
Hoffnung hat auch noch der deutsche Ex-Meister Georg Zimmermann, der 24 Sekunden verlor. „Es sind noch alle Türen offen“, meinte er.
Beim Heimspiel wollten sich entsprechend die deutschen Fahrer präsentieren. Miguel Heidemann und Ole Theiler vom unterklassigen Rad-net-Team waren lange in einer dreiköpfigen Ausreißergruppe unterwegs. Das Unterfangen war zwar 46,8 Kilometer vor Schluss beendet, das Bergtrikot war aber damit im Team gesichert.
Am Freitag dürfen die Sprinter auf der zweiten Etappe auf eine Massenankunft hoffen. Auf den 197 Kilometern von Schwäbisch Hall nach Offenbach an der Queich geht es vor allem auf der zweiten Hälfte über komplett flaches Terrain.
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