Club-Legende Mintal kommt mit Bayreuth zur SpVgg Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.08.2023 18:00, aktualisiert am 30.08.2023 20:39

Club-Legende Mintal kommt mit Bayreuth zur SpVgg Ansbach

FCN-Jahrhundertspieler Marek Mintal (rechts, links Co-Trainer Lukas Kling) wechselte vom slowakischen Nationalteam zur SpVgg Bayreuth. (Foto: Andreas Bär)
FCN-Jahrhundertspieler Marek Mintal (rechts, links Co-Trainer Lukas Kling) wechselte vom slowakischen Nationalteam zur SpVgg Bayreuth. (Foto: Andreas Bär)
FCN-Jahrhundertspieler Marek Mintal (rechts, links Co-Trainer Lukas Kling) wechselte vom slowakischen Nationalteam zur SpVgg Bayreuth. (Foto: Andreas Bär)

Marek Mintal ist der neue Star in der Fußball-Regionalliga Bayern. Zu seiner aktiven Zeit beim 1. FC Nürnberg besuchte der Torjäger gelegentlich die Fans in der Region und gab geduldig Autogramme. Am Samstag kommt er wieder – als Trainer der SpVgg Bayreuth zum Gastspiel bei der SpVgg Ansbach (14 Uhr, Xaver-Bertsch-Sportpark).

Letzte Saison war Sandro Wagner, Trainer des Meisters SpVgg Unterhaching und TV-Experte, das wohl bekannteste Gesicht der Regionalliga. Diese Rolle hat zur neuen Saison Mintal übernommen. Doch zwischen den beiden ehemaligen Profis und Torjägern ist ein deutlicher Unterschied festzustellen. Der eloquente und extrovertierte Wagner sammelte als Typ „tadelloser Schwiegersohn“ viele Sympathien. Der eher introvertierte Mintal pflegt eine gewisse Distanz – vor allem zu den Verführungen der Social-Media-Welt.

In einer Reihe mit Morlock und Stuhlfauth

Mintal wurde 2010 nicht nur zum Fußballspieler des Jahrzehnts in der Slowakei gewählt, sondern auch von den Fans des 1. FC Nürnberg in einer Internetabstimmung mit 46 Prozent zur „Mittelfeldlegende des Jahrhunderts“. Mintal gehört damit der Jahrhundertelf des FCN an und steht in einer Reihe mit Legenden wie Weltmeister Max Morlock, Hans Kalb, Heiner Stuhlfauth und Georg Volkert.

Der am 2. September 1977 in Zilina in der damaligen CSSR geborene Mintal blieb seinem Heimatverein MSK Zilina lange Jahre treu und absolvierte von 1996 bis 2003 186 Spiele (76 Tore).

2003 kam Mintal zum 1. FC Nürnberg, dem er bis 2011 als Spieler angehörte und in 180 Spielen 66 Treffer erzielte. Sein Debüt für den FCN gab Mintal in der 2. Liga unter Trainer Wolfgang Wolf gegen den Karlsruher SC. Am Ende der Saison wurde Mintal mit 18 Toren Torschützenkönig und der FCN war wieder erstklassig. In der Saison 2004/05 schaffte Mintal in 34 Spielen 24 Treffer und wurde damit Top-Torjäger in der 1. Bundesliga. In der Spielzeit 08/09 schoss er mit 16 Treffern als bester Schütze der 2. Liga den Club erneut in die erste Liga.

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Im DFB-Pokalfinale 2007 gegen den Deutschen Meister VfB Stuttgart (3:2) hatte Mintal für den 1:1-Ausgleich gesorgt und wurde dann nach einem Foul verletzt vom Feld getragen. Im Februar 2008 bestritt Mintal sein 100. Ligaspiel für den FCN und im UEFA-Pokal gelangen ihm drei Tore. Sein Ausflug zu Hansa Rostock 2011/12 war von Verletzungen geprägt und endete mit dem Abstieg in die 3. Liga. Überhaupt Verletzungen! In der Saison 05/06 bestritt Mintal auf Grund eines Mittelfußbruchs nur vier Spiele (ein Tor) für den FCN. In der folgenden Saison erwischte es den slowakischen Nationalspieler (2002 bis 2009 45 Länderspiele mit 14 Toren) am 13. Spieltag mit einer langwierigen Verletzung und er kehrte erst am 29. Spieltag wieder auf das Spielfeld zurück. Im Mai 2007 gelang ihm sein erstes Tor nach 21 Monaten.

Selbst die Münchner bejubeln die Club-Ikone

Im Juli 2012 bestritt Mintal sein Abschiedsspiel als Profi gegen den amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund (mit Robert Lewandowski und Trainer Jürgen Klopp) im Nürnberger Stadion und trug einen Treffer zum 4:2-Sieg des FCN bei. Sein allerletztes Spiel bestritt Mintal im Mai 2013, als er am letzten Spieltag der Regionalliga Bayern bei der Zweitvertretung des 1. FC Nürnberg in der Partie gegen den Meister TSV 1860 München eingewechselt und sogar von den „Löwen-Fans“ mit Sprechchören gefeiert wurde.

Seine Trainerkarriere begann Marek Mintal 2013 als Co-Trainer der Bundesligamannschaft des 1. FC Nürnberg unter Michael Wiesinger und Armin Reutershahn. Seit November 2012 fungierte er allerdings schon als Teammanager der slowakischen U21-Nationalmannschaft. Diese Funktion beendete er mit dem Einstieg bei den FCN-Profis, denen er bis 2015 auch als Offensivtrainer angehörte. Allerdings unterbrach er die Tätigkeit für einige Monate und wechselte in die 2. Mannschaft, um seine Trainerausbildung mit der A-Lizenz erfolgreich abzuschließen.

Das berühmte Tor in Minute 96

Von 2015 bis 2017 war er Co-Trainer der Nürnberger U19, danach Cheftrainer der U16 und Chef der Bundesliga-U17. Im Frühjahr 2019 war Mintal kurzzeitig Interimstrainer bei den Profis, konnte aber mit Chef Boris Schommers den Abstieg aus der ersten Bundesliga nicht vermeiden. Dies gelang ihm ein Jahr später, als er, eigentlich Trainer der zweiten Garnitur in der Regionalliga, zusammen mit NLZ-Leiter Michael Wiesinger in zwei denkwürdigen Relegationsspielen gegen den FC Ingolstadt den Absturz in die 3. Liga verhinderte. Kein Clubfan hat das Tor zum Klassenerhalt von Fabian Schleusener in der 96. Minute in Ingolstadt vergessen.

Im Oktober 2020 trat Mintal eine Stelle als Assistenztrainer der slowakischen Nationalmannschaft an. Diese qualifizierte sich im November in einem Playoffspiel gegen Nordirland für die Europameisterschaft 2021. Im April 2021 löste Mintal seinen Vertrag beim 1. FC Nürnberg auf, um sich seinen Aufgaben bei der slowakischen Nationalmannschaft besser widmen zu können.

Diese Funktion übte er bis Juni 2023 aus, ehe er für viele Experten überraschend die Trainerstelle beim Drittligaabsteiger in Bayreuth übernahm.

In einem Interview zum Abschied vom FCN 2021 sagte Mintal über seine 17 Jahre beim Verein: „Jeder Moment, jede Sekunde war für mich einfach, einfach wunderbar und überragend.“ Die Fans haben das „Phantom“ ebenso intensiv ins Herz geschlossen, nicht zuletzt wegen seiner bescheidenen, bodenständigen Art.


Von Harald Riegler
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