Bogenschützin aus Wassertrüdingen holt Titel nach zwei Knieoperationen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.07.2025 12:00

Bogenschützin aus Wassertrüdingen holt Titel nach zwei Knieoperationen

Franziska Göppel steht nach überstandener Knieverletzung wieder im Wettkampfgeschehen. (Foto: Peter Tippl)
Franziska Göppel steht nach überstandener Knieverletzung wieder im Wettkampfgeschehen. (Foto: Peter Tippl)
Franziska Göppel steht nach überstandener Knieverletzung wieder im Wettkampfgeschehen. (Foto: Peter Tippl)

Nach zwei Operationen und einer längeren Pause steht die Bogenschützin Franziska Göppel aus Wassertrüdingen wieder im Wettkampfgeschehen. Der Weg zurück zu alter Stärke ist hart. Für Motivation sorgt, dass ihre Disziplin ins olympische Programm aufgenommen wurde.

Irgendwann ging es auch mit einer Schiene nicht mehr. Die Schmerzen im Knie waren zu stark. Göppel entschied sich, das sensible Gelenk operieren zu lassen. Der erste Versuch schlug fehl, die Schmerzen kehrten zurück.

Treffsicher mit dem Compoundbogen: Franziska Göppel. (Foto: Alexander Keck )
Treffsicher mit dem Compoundbogen: Franziska Göppel. (Foto: Alexander Keck )

Von Peep, Release und Ankerpunkt

Der Deutsche Schützenbund unternimmt viel, um Aufmerksamkeit auf die Bogen-Europameisterschaft in München zu lenken. Franziska Göppel hat man für Werbefotos in ein Dirndl gesteckt und ihr eine Brezel in die Hand gedrückt. In der anderen Hand hält sie ihren Compoundbogen. Bayerische Folklore meets Präzisionssport. Sieht schräg aus, aber vielleicht hilft's ja.

Erst eine zweite Operation Ende vergangenen Jahres brachte den gewünschten Erfolg. Die bald 22-jährige Elektronikerin ist wieder voll belastbar, hat aber an Leistungsvermögen deutlich verloren. Training war monatelang überhaupt nicht möglich, dann nur eingeschränkt. „Nach so einer langen Pause fehlt fast alles”, sagt Göppel, „jetzt geht es darum, den Rückstand aufzuholen”. Dabei hilft Training, Training und nochmals Training.

2023 bei der Weltmeisterschaft

Im Nachwuchsbereich gehörte die Wassertrüdingerin zur nationalen Spitze, schoss internationale Wettkämpfe, 2023 sogar die Weltmeisterschaft. Da will sie wieder hin.

Ein weiterer wertvoller Erfolg auf dem Weg zurück zu alter Stärke war nun die Bayerische Meisterschaft. Mit 669 Ringen belegte Göppel im Frauenfeld Rang zwei in der Qualifikation. „Das ist ausbaufähig, da geht noch mehr”, findet Göppel. Zwischen 680 und 690 Ringen (von maximal möglichen 720) sollte bringen, wer national vorne mitmischen möchte.

In der Finalrunde lief es rund

In der Finalrunde startete Göppel mit 144 Ringen stark, mogelte sich mit 139 im Halbfinale ein bisschen durch und gab im Goldfinale Katharina Landrock (Schimborn) mit 141:137 Ringen das Nachsehen. Ein weiterer bayerischer Titel war perfekt.

Bei der Deutschen Hallenmeisterschaft im März hatte Göppel Bronze geholt und dabei in der Finalrunde konstant hohe Ergebnisse erzielt. Das machte Mut. Im September steht nun noch die Deutsche Meisterschaft an, der wichtigste Wettbewerb des Jahres für Göppel, auch im Hinblick auf den Nationalkader.

Historischer Moment für den Bogensport

Göppel tritt in der Disziplin Compound an, nutzt also einen anders konstruierten Bogen als die Recurve-Schützen, die schon lange bei den Olympischen Spielen vertreten sind.

2028 in Los Angeles feiert der Compoundbogen seine Premiere. Dabei werden Medaillen im Mixed-Team-Wettbewerb vergeben. „Ein historischer Moment für den Bogensport”, freut sich der Deutsche Schützenbund, „ein Meilenstein”.

Neue Perspektiven für die Compounder

Für die Compoundsportler ergeben sich neue Perspektiven. „Ich bin sehr froh über diese Entwicklung, das sorgt für zusätzliche Motivation”, sagt Göppel. Ein Olympia-Ticket ist allerdings sehr viel schwieriger zu gewinnen als eine Bayerische Meisterschaft.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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