Seit sechs Monaten bauen Anne Hahn und Stefan Hofmann an ihrer neuen Vinothek. Die vorherigen drei Jahre dienten die Räumlichkeiten vor allem als Baustofflager, denn in dieser Zeit sanierte das Ehepaar das Wohnhaus mit einer Grundfläche von rund 290 Quadratmetern. „Das hatte erstmal Priorität“, erklärt Stefan Hofmann, schließlich habe man den bestehenden Verkaufsraum weiter nutzen können.
In der jetzigen Vinothek befand sich früher die Gastwirtschaft „Zum Roß“. Nachdem die Räume beim Umbau quasi übrig waren, entstand die Idee zur Vinothek. Durch sie wollen Hahn und Hofmann präsenter für potenzielle Kunden werden. Oftmals hätten sich solche nicht so recht in den Betriebshof hineingetraut, wussten nicht, wo sich die Anlaufstelle für den Weinverkauf befindet. Zudem wollen Hahn und Hofmann ein „Einkaufserlebnis“ in einem eigenen Ambiente schaffen. Bacchus, Silvaner, Müller-Thurgau und Co. könnten dort ganz anders im Mittelpunkt stehen.
Stefan Hofmann absolvierte nach seiner Landwirt-Ausbildung vor etwa 29 Jahren einige Jahre später auch die zum Winzer. Diesen Beruf hat Anne Hahn zwar nicht gelernt, ein Gespür für Wein habe sie dennoch, war sie doch vor rund 20 Jahren Weinprinzessin der Gemeinde Ergersheim. Heute führt sie als Weinerlebnisführerin Gäste durch die Weinberge.
Früher habe der Fokus des Betriebes auf der Gastronomie gelegen, der Weinbau sei ein Zubrot gewesen. Das habe sich gedreht, erklärt Hahn. Die Gastwirtschaft zog mittlerweile in die ehemalige Weinstube, dort finden noch immer Stammtische, Versammlungen oder Feiern statt.
Im Mittelpunkt stehen jetzt der Weinbau (sechs Hektar) und Landwirtschaft (80 Hektar). Vor fast acht Jahren wurde beides auf Bio umgestellt. „Wenn dann g’scheid“, sagt Hahn. Der Betrieb ist Mitglied im Biolandverband. Eine Entscheidung, die harte, nicht lukrative Jahre bedeutete. Doch das Ehepaar steht hinter ihr – aus Überzeugung. Bis heute. Der Bio-Gedanke soll sich auch in der Einrichtung der Vinothek wiederfinden. Der Tresen wurde beispielsweise aus einem 100 Jahre alten Balken aus der Nachbarschaft gefertigt. „Das hat niemand so“, freut sich Stefan Hofmann schon jetzt, bald Weine darüber zu verkaufen. Dankbar sind beide zudem für die fachkundigen Handwerker, die stets mitgedacht hätten und bemüht waren, für Probleme Lösungen zu finden.
Am 1. Mai hat die Vinothek von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Künftig könnte sich das Ehepaar auch kleinere Veranstaltungen in den neuen Räumen vorstellen. Die sonstigen Öffnungszeiten finden sich auf der Homepage des Winzerhofes. Anne Hahn und Stefan Hofmann bitten Weinfreunde, im Idealfall anzurufen, bevor diese den Weg zu ihnen nach Ergersheim antreten.