Bildungsniveau in Ansbach: Überraschende Ergebnisse des Zensus 2022 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.10.2024 11:54

Bildungsniveau in Ansbach: Überraschende Ergebnisse des Zensus 2022

Die meisten Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach sind erwerbstätig. Im Landkreis ist das verarbeitende Gewerbe am wichtigsten, in der Stadt der Dienstleistungssektor. (Symbolfoto: Sarina Schwinn)
Die meisten Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach sind erwerbstätig. Im Landkreis ist das verarbeitende Gewerbe am wichtigsten, in der Stadt der Dienstleistungssektor. (Symbolfoto: Sarina Schwinn)
Die meisten Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach sind erwerbstätig. Im Landkreis ist das verarbeitende Gewerbe am wichtigsten, in der Stadt der Dienstleistungssektor. (Symbolfoto: Sarina Schwinn)

Für ein Land wie Deutschland, das nur über wenige Rohstoffe verfügt, ist Bildung die wichtigste Ressource, um die Zukunft zu sichern. Aber wie gebildet sind die Menschen in Stadt und Landkreis Ansbach eigentlich?

Antwort auf diese Frage gibt der Zensus aus dem Jahr 2022. Die Ergebnisse dieser stichprobenartigen Volkszählung liegen nun vor und bieten einige Überraschungen.

So haben über ein Viertel der Menschen in der Region gar keinen Berufsabschluss (Stadt Ansbach 25,8 Prozent, Landkreis Ansbach 25,5 Prozent). Bei den Frauen ist der Anteil etwas höher als bei den Männern. Erscheint diese Zahl schon recht hoch, ist die Lage bei den Ausländern in Stadt und Landkreis noch wesentlich dramatischer: Nur die Hälfte von ihnen hat eine berufliche Qualifikation erworben, also eine Lehre, eine Fachschule oder ein Studium abgeschlossen (Stadt 51 Prozent, Landkreis 48,5 Prozent).

Gleichstand bei der Mittleren Reife

Ohne allgemeinbildenden Schulabschluss stehen in der Stadt 5,5 Prozent da, im Landkreis 4,6 Prozent. Der Anteil bei den Ausländern liegt in der Stadt bei 20,5 Prozent, im Landkreis bei 25,2 Prozent. Ein Haupt- oder Mittelschulabschluss ist auf dem Land (41,4 Prozent) viel verbreiteter als in der Stadt (31,3 Prozent). Die Mittlere Reife haben in Stadt und Land etwas mehr als 29 Prozent. Über ein Abitur verfügen hingegen 30 Prozent der Städter und 20 Prozent der Landkreisbewohner. Der Rest, der auf 100 Prozent fehlt, geht noch in die Schule.

Die Verteilung der verschiedenen beruflichen Bildungswege zeigt ebenfalls Unterschiede zwischen Stadt und Land. Rund 45 Prozent der Einwohner der Stadt haben eine Lehre absolviert, während im Landkreis 52 Prozent als Azubis erfolgreich waren. Der Anteil der Fachschulabsolventen ist in Stadt und Land mit knapp zehn Prozent fast gleich. Das gilt auch für den in Deutschland noch recht neuen Bachelor-Abschluss (rund drei Prozent). Mit einem Master in der Tasche haben 2,3 Prozent der Menschen in der Stadt und 1,4 Prozent der Landkreisbevölkerung die Hochschule verlassen. Über das typisch deutsche Diplom als akademischen Abschluss verfügen 12,3 Prozent in der Stadt und 7,7 Prozent im Landkreis. Einen Doktortitel dürfen jeweils knapp ein Prozent der Bevölkerung führen.

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Nach der Ausbildung arbeiten die meisten Menschen in der Region als Angestellte oder Arbeiter. 88 Prozent sind es in der Stadt, 86,5 Prozent im Landkreis. Die Stadt Ansbach wird ihrem Ruf als Beamtenstadt gerecht. Ihr Anteil beträgt hier 7,3 Prozent, auf dem Land sind es nur vier Prozent. Dort arbeiten dafür mit 7,8 Prozent mehr Selbstständige als in der Stadt (4,5 Prozent). Mithelfende Familienangehörige gibt es in der Berufswelt praktisch nur noch auf dem Land (1,7 Prozent). In der Stadt bewegt sich der Anteil im nicht messbaren Bereich.

Insgesamt sind in der Stadt 61,8 Prozent der Deutschen ab 15 Jahren erwerbstätig und 63,6 Prozent der Ausländer, im Landkreis 65,2 Prozent der Deutschen und 69,3 Prozent der Ausländer.

Fast 25 Prozent Ruheständler in Ansbach

Die Ruheständler und Privatiers machen in der Stadt 24,7 Prozent aus, im Landkreis 22,2 Prozent. Der Anteil der Schüler und Studierenden liegt bei vier bis fünf Prozent, genau wie der der „Sonstigen“. Zwischen Stadt und Land gibt es hier kaum Unterschiede, wie auch – jedenfalls nach dieser Statistik – bei den Erwerbslosen (3,4 Prozent Stadt, 3,9 Prozent Landkreis).

Über den Zensus wurde darüber hinaus erfasst, in welchen Wirtschaftszweigen die Menschen tätig sind. Allerdings wurden die Kategorien sehr unterschiedlich zusammengefasst, so dass die Zahlen wenig aussagekräftig sind. Die größte Gruppe (29,9 Prozent) bilden in der Stadt Ansbach die Berufstätigen , die „öffentliche und private Dienstleistungen“ erbringen. Dahinter verbergen sich sowohl Lehrer als auch Erzieher und Pflegekräfte, denn weder für Bildung noch für Gesundheit gibt es eigene Kategorien. Im Landkreis zählen dazu 25,9 Prozent. Frauen sind hier stark überrepräsentiert.

Umgekehrt ist es beim verarbeitenden Gewerbe, wo die Männer noch immer dominieren. Der Anteil dieses Wirtschaftszweiges insgesamt über alle Geschlechter hinweg liegt in der Stadt bei 27 Prozent, im Landkreis bei 28 Prozent.

Zahlen in Bayern

  • In Bayern haben 4,8 Prozent der Bevölkerung keinen allgemeinbildenden Schulabschluss.
  • Bei den Ausländern sind es 20,5 Prozent.
  • Ohne beruflichen Bildungsabschluss sind es landesweit 23,9 Prozent, bei den Ausländern 44,3 Prozent.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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