Beim Klimaschutz verzeichnet der Landkreis Ansbach erste Erfolge. Es geht aber nur zäh voran, zeigt die Energie- und Treibhausbilanz für die Jahre 2018 bis 2022, die Klimaschutzmanagerin Lena Navarro Ortiz im Umweltausschuss des Kreistags präsentierte.
Der Verkehr ist der Knackpunkt im ländlich geprägten Flächenlandkreis Ansbach. Der öffentliche Nahverkehr ist schlecht ausgebaut und wird kaum genutzt. Das Auto bleibt bei weitem das wichtigste Verkehrsmittel. 90 Prozent der Wege werden damit zurückgelegt. Drei Prozent entfallen auf die Eisenbahn, jeweils zwei Prozent auf Busse, Fahrräder und Fußgänger und ein Prozent auf Motorräder. Gegenüber 2018 hat der Bus weiter an Bedeutung verloren, das Fahrrad hat ganz leicht zugelegt.
Der Treibhausgasausstoß im Landkreis ging von 2,05 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten 2018 zunächst auf 1,74 Millionen Tonnen im ersten Corona-Jahr 2020 zurück. Seitdem ist er wieder auf 1,92 Millionen Tonnen im Jahr 2022 angestiegen. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Pro Kopf sank der Ausstoß über den gesamten Analysezeitraum hinweg von 11,2 Tonnen auf 10,2 Tonnen.
Schaut man genauer auf die Zahlen, stellt man fest, dass es beim Verkehr gar keine Verbesserung gegeben hat. Der Ausstoß stieg sogar leicht von 1,04 Millionen Tonnen (2018) auf 1,05 Millionen Tonnen (2022). Die Industrie verzeichnet einen Rückgang von 452.000 auf 375.000 Tonnen und die privaten Haushalte von 386.000 auf 340.000 Tonnen. Der Ausstoß von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen fiel von 171.000 auf 150.000 Tonnen und bei dem kleinen Posten „Kommunale Einrichtungen“ gab es einen Anstieg von 3000 auf 4000 Tonnen.
Aus den Reihen des Umweltausschusses kam die Anregung, verstärkt auf Kohlendioxid-Einlagerung zum Beispiel durch gezielten Humusaufbau zu setzen.
Im Autolandkreis Ansbach ist es daher auch kein Wunder, dass fossile Kraftstoffe für 52 Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich sind. Hier gibt es 688 Autos pro 1000 Einwohner, in Gesamtdeutschland sind es 583. 25 Prozent entfallen auf Strom, elf Prozent auf fossiles Gas und neun Prozent auf Heizöl.
Der gesamte Endenergieverbrauch im Landkreis ist von 6,56 Millionen Megawattstunden (MWh) 2018 auf 6,30 Millionen 2022 gesunken, also um etwa 0,4 Prozent. Der Stromverbrauch pro Kopf ist mit 4890 KWh pro Jahr deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (6404 KWh). Sowohl regional als auch bundesweit hat der Stromverbrauch abgenommen, wobei der zunehmende Eigenverbrauch aus Solaranlagen eine Rolle spielen könnte.
Die Bedeutung der Erneuerbaren Energien ist im Untersuchungszeitraum deutlich gestiegen. Der Anteil am Wärmeverbrauch stieg von 27,5 auf 39,9 Prozent. Strom erzeugt der Landkreis weit mehr als er verbraucht: 161 Prozent waren es 2022, im Vergleich zu 53 Prozent in Bayern und 46 Prozent in Deutschland.
Die Zahl der Photovoltaikanlagen ist stark gewachsen, die der Biomasseanlagen zumindest leicht. Dagegen ging es bei Wind- und bei Wasserkraft von 2018 bis 2022 abwärts. Die meisten Zentralheizungen laufen noch immer mit Öl oder Gas, wenn auch mit leicht sinkender Tendenz. Aufsteiger sind Heizungen mit Holz, Solarthermie und Wärmepumpen.
Um die Bevölkerung, die Kommunen und die Unternehmen in die Klimaschutzbemühungen einzubinden, läuft bis 16. Februar eine Bürgerbefragung zu diesem Thema. Bis zum 20. Januar gab es 733 Teilnehmer.
Der Landkreis will zudem eine Offensive für Klima, Energie und Nachhaltigkeit unter dem Motto „Klima konkret“ starten. Dazu gehören ein Klimadialog, die Veröffentlichung von Klimaschutzfakten, die klimafreundliche Gestaltung von Gebäuden mittels Dachbegrünung sowie ein Wirtschaftsnetzwerk zu Energie, Klima und Nachhaltigkeit.
Die Klimaschutzumfrage ist unter folgender Adresse zu finden: www.klimaschutz-landkreis-ansbach.de