Kaum hat die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen, wird Fußball-Regionalligist SpVgg Ansbach von einer Verletztenmisere heimgesucht, die laut Sportvorstand Christoph Hasselmeier „in dieser Heftigkeit nicht zu erwarten war“.
Am schlimmsten scheint es Stürmer Michael Sperr getroffen zu haben, bei dem wegen seiner anhaltenden Sprunggelenkverletzung aktuell an Trainingseinheiten nicht zu denken ist. „Sein Arzt rät zu einer Operation. Das würde bedeuten, dass Michi mindestens ein halbes Jahr ausfallen würde. Jetzt will er sich noch eine Zweitmeinung einholen und dann sehen wir weiter“, berichtete Hasselmeier.
Ausgerechnet Sperr – im Oktober 2022 hatte er einen Kreuzbandriss erlitten, musste zehn Monate pausieren, um dann am 5. August 2023 ein furioses Comeback zu feiern: Bei Eintracht Bamberg erzielte er nach seiner Einwechslung in der Schlussphase den 1:0-Siegtreffer.
Sperr lieferte auch weiterhin, mit insgesamt 12 Saisontoren war er vereinsintern der beste Schütze und belegte damit den guten 6. Platz in der Torjägerliste der Regionalliga Bayern. Nun droht ihm erneut eine lange Pause – ein schwerer Schlag auch für die SpVgg Ansbach.
Es ist nicht die einzige schlechte Nachricht dieser Tage für die nullneuner. Zu den Langzeitverletzten wie Sven Landshuter und Tanyel Deliboyraz gesellten sich nun die Neuzugänge Noah Krieger und Rhani Abdenour dazu. Seit letzter Woche schon angeschlagen ist Sebastien Döring. Zudem machte sich bei Innenverteidiger Jonas Bayerlein seine alte Oberschenkelverletzung wieder so stark bemerkbar, dass auch er eine Pause einlegen muss. „Von unserem 24-Mann-Kader konnten zuletzt nur 16 Feldspieler das volle Trainingsprogramm absolvieren“, musste Hasselmeier eine reichlich ernüchternde Bestandsaufnahme machen. „So viel Pech zu so einem frühen Zeitpunkt der Saisonvorbereitung ist absolut nervig.“
Jetzt auf die Schnelle die Mannschaft mit weiteren Neuzugängen aufzufüllen, sei keine Option. Der 24-Mann-Kader (ohne Torhüter) sei ausgereizt. „Auch von unserem Budget her gesehen“, so Hasselmeier: „Wenn, dann müssen wir in der Winterpause sehen, ob wir den Kader aufstocken müssen.“
Die Vorfreude auf das Testspiel-Highlight gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg (Donnerstag, 4. Juli, 18.30 Uhr) wollen sich Sportvorstand und Mannschaft dennoch nicht nehmen lassen. Zunächst gilt es für die Grün-Weißen aber, sich dieses Wochenende mit zwei Partien weiter einzuspielen. Am Samstag, 29. Juni, treffen die Ansbacher um 14.30 Uhr in Abenberg auf den SC Großschwarzenlohe und am Sonntag, 30. Juni, geht es um 14 Uhr in Altenmuhr gegen den FC Ingolstadt II.