Beate Junkersfeld auf Platz 1: Die Grünen-Liste für Rothenburg steht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.10.2025 19:03

Beate Junkersfeld auf Platz 1: Die Grünen-Liste für Rothenburg steht

Die Kandidierenden von Bündnis90/Die Grünen für die Stadtratswahl am 8. März 2026. Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Beate Junkersfeld (Dritte von links) führt die Liste an. Sie wurde mit 19 von 20 Stimmen gewählt. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Die Kandidierenden von Bündnis90/Die Grünen für die Stadtratswahl am 8. März 2026. Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Beate Junkersfeld (Dritte von links) führt die Liste an. Sie wurde mit 19 von 20 Stimmen gewählt. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Die Kandidierenden von Bündnis90/Die Grünen für die Stadtratswahl am 8. März 2026. Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Beate Junkersfeld (Dritte von links) führt die Liste an. Sie wurde mit 19 von 20 Stimmen gewählt. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

In gut vier Monaten ist Kommunalwahl, am 8. März 2026. Der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen hat seine Kandidierenden für die Stadtratswahl festgelegt. Alle vier aktuellen Gremiumsmitglieder treten wieder an, angeführt wird die Grünen-Liste von Fraktionschefin Beate Junkersfeld.

Es folgen Grünen-Sprecher Alexander Schnapper auf Platz zwei, Barbara Flemming stellt sich auf Listenplatz drei zur Wahl. Auf Platz vier folgt Johannes Landgraf, Stadträtin Gabriele Müllender tritt auf Platz fünf an. Stadtrat Stefan Stiegele, der ehemaliger Fraktionsvorsitzender ist, ist auf Platz zehn der Liste zu finden, Stadtrat Oliver Körber auf Platz zwölf.

Während der rund dreieinhalb Stunden langen Versammlung bekam jede Kandidatin, jeder Kandidat die Möglichkeit, sich vorzustellen, die 20 – später dann 21 – Wahlberechtigten konnten auch Fragen stellen.

Junkersfeld: Probleme bei Kindergarten und Wohnraum

Listenanführerin Junkersfeld (49) etwa (sie erhielt 19 von 20 möglichen Stimmen) stellte ihre inhaltlichen Schwerpunkte vor. Sie ist seit 2020 Mitglied des Stadtrates und erklärte: „Ich fühle mich jetzt nach den sechs Jahren eingearbeitet. Ich weiß, wie die kommunalen Abläufe funktionieren, wo Stellschrauben zu drehen sind und welche Impulse von außen realistisch umsetzbar sind.” Die aktuelle Amtsperiode ist für sie, auch durch die Corona-Pandemie, gezeichnet durch „Stagnation und Stillstand”. Sie sagt: „Wir haben eigentlich die gleichen Probleme wie vor sechs Jahren.” Als Stichworte nannte sie unter anderem „Kindergartenprobleme wegen nicht vollzogener Sanierungen”, es fehle bezahlbarer Wohnraum. Ihre „große Hoffnung” sei: „Der Stadtrat wird sich grundlegend erneuern. Es wird ein frischer Wind wehen.”

Alexander Schnapper (44), der vor drei Jahren mit seiner Familie aus Frankfurt/Main zugezogen ist, beschrieb seine Motivation für die Kandidatur auf Listenplatz zwei so: Er möchte aktiv an dem Ort, an dem er lebt, mitgestalten und mitbestimmen. Er sprach die Situation der Kinderbetreuung an und kommentierte: „Hier muss deutlich mehr gemacht und mehr Mut gezeigt werden.” Seine „Herzensangelegenheit” seien digitale Themen, und er möchte im künftigen Stadtrat seine Expertise zum Thema einfließen lassen. Er erhielt 20 von 20 Stimmen.

Flemming: „Beunruhigt” von politischen Entwicklungen

Barbara Flemming (40) erhielt 19 von 20 Stimmen, sie wird auf Platz drei gelistet. Sie erklärte, dass sie noch nicht viel politische Erfahrung habe, doch die politischen Entwicklungen vor allem im vergangenen Jahr hätten sie „beunruhigt”. So sei sie den Schritt gegangen, aktiv Gleichgesinnte zu suchen. Diese haben sie in diesem Sommer bei den Grünen gefunden. Eine Motivation ist für die Rothenburgerin ihre Tochter. „Ich glaube, es gibt keine größere Motivation, sich für die Zukunft, für das lebenswerte Umfeld einzusetzen.”

Auf Platz vier der Grünen-Liste wurde Johannes Landgraf (34) mit 20 von 20 Stimmen gewählt. Der Sohn von Susanne Landgraf, Fraktionschefin der Unabhängigen Rothenburger (UR), engagiert sich bei den Grünen seit der jüngsten Bundestagswahl. „Für mich die einzig wählbare Partei.” Ihm liegen besonders Fahrradthemen am Herzen, diese bezeichnet er als seinen thematischen Schwerpunkt. Ebenfalls wichtig für ihn: Räume schaffen für die Jugend, dass sie nicht „irgendwo herumlungern” müssen. Er möchte die Energiewende aktiv mitgestalten.

Müllender: Mobilität ist ein wichtiges Thema

Stadträtin Gabriele Müllender (68) wird auf Platz fünf antreten (16 von 20 Stimmen). Sie sagt: „Erst nach sechs Jahren kennt man die Abläufe, weiß man, wo man einhaken muss, und hat man auch den Mut, mal als Einzige im Stadtrat gegen etwas zu stimmen. Das macht man am Anfang alles nicht. Da braucht man ein bisschen Erfahrung.” Ihre wichtigen Themen: Mobilität samt Fahrradwegenetz, ÖPNV, die soziale Gesellschaft und die „faire, zertifizierte Stadt”. Letzteres dürfe „kein Lippenbekenntnis” sein. Die Herausforderungen des Klimawandels möchte sie aktiv im Stadtrat mitgestalten. Müllender: „Ich stehe für eine bunte, inklusive Gesellschaft und werde genau dafür meine Kräfte einsetzen.”

Auf sie folgt Hans Reinhold (53), auf Listenplatz sechs, er erhielt 19 von 20 Stimmen. Außerdem Juliane Engelhardt (37) mit 21 von 21 Stimmen auf Platz sieben, Holm Reinhold (18, Sohn von Hans Reinhold) mit 20 von 21 Stimmen auf Platz acht, Camilla Ebert (65) mit 19 von 21 Stimmen auf Platz neun.

Es folgt Stadtrat Stefan Stiegele (64) auf Platz zehn. Er hatte bei der letzten Kommunalwahl die Liste angeführt, ist seit 2014 im Stadtrat. Er sieht seine Schwerpunkte bei technischen Themen, Energiewirtschaft, Infrastruktur – speziell in der Altstadt – sowie sozialer Wohnungsbau und Kinderbetreuung. Stiegele habe sich mit Blick auf den Listenplatz „bewusst etwas nach hinten genommen”, denn er sei schon „etwas älter”. Für ihn sei wichtig, dass „Jüngere vorne eine Chance bekommen”. Er erhielt 21 von 21 Stimmen.

Körber: Einsatz für Barrierefreiheit

Auf Platz elf ist Laura Schirmuli (29) gelistet (21 von 21 Stimmen), auf Platz zwölf Stadtrat Oliver Körber (46). Er sprach das Thema Mobilität an und betonte, dass Rothenburg in Sachen ÖPNV für ihn persönlich derzeit „quasi tot” sei. Daran würde er gerne arbeiten. Eine Herzensangelegenheit sei für ihn Barrierefreiheit. Er erhielt 19 von 21 Stimmen.

Gewählt wurden außerdem: Nicole Burger (37) auf Platz 13 mit 21 von 21 Stimmen, Thomas Gerlach (46) auf Platz 14 (21/21), Christiane Förster (38, Tochter von Bürgermeister Kurt Förster, SPD) auf Platz 15 (21/21), Harald Ernst (56) auf Platz 16 (20/21), Marlene Milferstädt (19) auf Platz 17 (21/21), Joachim Reindler (63) auf Platz 18 (21/21), Susanne Schnapper (46, Ehefrau von Alexander Schnapper) auf Platz 19 (21/21), Bernhard Kammer (38) auf Platz 20 (20/21), Clara Junkersfeld (18, Tochter von Beate Junkersfeld) auf Platz 21 (21/21), Andreas Kunze (58) auf Platz 22 (21/21), Anna Stiegele (24, Tochter von Stefan Stiegele) auf Platz 23 (21/21) und Tanja Jung (48) auf Platz 24 mit 21 von 21 Stimmen.

Die Ersatzkandidatinnen Inge Seiferlein, Angelika Mann und Hilde Kistenfeger wurde einstimmig gewählt.

Wird ein OB Kandidat unterstützt?

Ob die Grünen einen der drei Oberbürgermeisterkandidaten offiziell unterstützen werden und falls ja, welchen, das wollen sie Mitte oder Ende Januar im Rahmen einer Mitgliederversammlung besprechen und entscheiden. Das erklärt Sprecher Alexander Schnapper auf Nachfrage der Redaktion. Er betont außerdem: „Das Durchschnittsalter unserer Liste beträgt 43,25 Jahre. Wir nehmen alle Altersgruppen mit und wir möchten Politik für eine Stadt der Zukunft und nicht der Vergangenheit gestalten.”

Die Liste

  • 1. Beate Junkersfeld, 49, Sozialpädagogin
  • 2. Alexander Schnapper, 44, Software-Test-Manager
  • 3. Barbara Flemming, 40, Fachreferentin für Naturschutz und Landschaftspflege
  • 4. Johannes Landgraf, 34, Maschinenbauingenieur
  • 5. Gabriele Müllender, 68, Rentnerin
  • 6. Hans Reinhold, 53, Study Start-up Manager (Biologe)
  • 7. Juliane Engelhardt, 37, angehende Grundschullehrerin/Montessoripädagogin
  • 8. Holm Reinhold, 18, Schüler
  • 9. Camilla Ebert, 65, Grafik-Designerin und Gästeführerin
  • 10. Stefan Stiegele, 64, Maschinenbauingenieur und Geschäftsführer
  • 11. Laura Schirmuli, 29, duale Studentin Soziale Arbeit
  • 12. Oliver Körber, 46, Software-Entwickler
  • 13. Nicole Burger, 37, Technische Fachwirtin
  • 14. Thomas Gerlach, 46, Facharzt für Urologie
  • 15. Christiane Förster, 38, Hebamme
  • 16. Harald Ernst, 56, selbständig
  • 17. Marlene Milferstädt, 19, Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement
  • 18. Joachim Reindler, 63, Baudirektor
  • 19. Susanne Schnapper, 46, Software-Test-Engineer, freie Künstlerin
  • 20. Bernhard Kammer, 38, Ingenieur
  • 21. Clara Junkersfeld, 18, Auszubildende Mediengestalterin
  • 22. Andreas Kunze, 58, Yoga-Lehrer
  • 23. Anna Stiegele, 24, Studentin
  • 24. Tanja Jung, 48, Pflegefachkraft

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