Thomas Fitzthum kann sich noch gut erinnern. An die Anfänge des Bardentreffens, als ein Traktoranhänger zur Bühne umfunktioniert und Improvisation großgeschrieben wurde. Das ist lange her, doch geblieben ist bei der anstehenden 31. Ausgabe des kleinen Musik-Festivals das Flair mit regionalen Künstlern in der Ansbacher Altstadt.
Es ging und geht bei dem zwischen 8. und 10. September stattfindenden Bardentreffen noch immer darum, Musikern aus Franken einen Platz auf der Bühne zu schaffen, sie sollen Gehör finden beim Publikum und Applaus für ihre Arbeit erhalten. Eine zweifellos liebenswerte Idee, die in jüngster Zeit allerdings nur noch bedingt umzusetzen ist. Es fehlt an Nachwuchsbands und jungen Musikern, sagen Bardentreff-Gründer Fitzthum und Hans Ruppert, der als zweiter Vorsitzender des Kulturforums seit 2007 um die Organisation der Bands verantwortlich zeichnet.
„Es gibt bei uns nur noch wenige junge Bands, die musikalisch eigenständig arbeiten. Die heimische Szene gibt nicht mehr so viel her“, meint Ruppert. Vorgabe ist beim Bardentreffen, dass Kompositionen und Texte von den Künstlern selbst stammen. Ruppert sieht derzeit ein kleines Loch, viele junge Musiker würden sich in Coverbands verdingen, mit denen gutes Geld zu verdienen sei. Doch das würde sich in ein paar Jahren wieder ändern, gibt sich Fitzthum zuversichtlich: „Das wird eine Renaissance, das kommt wieder.“
Von den 13 Künstlern und Bands, die zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag in der Altstadt auftreten, stammt aber immer noch der Großteil aus Franken, lebt oder lebte hier oder hat seine Wahlheimat in der Region gefunden. „Wir haben uns wieder gut was ausgedacht“, kann Ruppert unwidersprochen sagen und glaubt: „Die Mischung ist gelungen, das wird spannend.“
Technisch wurden die Soundanlagen inzwischen auf den neuesten Stand gebracht, am Konzept wurde dagegen nur in Details gefeilt. In der Reitbahn werden wie seit 2007 auf der großen Bühne vor dem Kunsthaus die Musiker und Bands präsentiert, die den meisten Zulauf erwarten lassen. Die kleinere Bühne sollte erstmals am Gumbertusplatz stehen, doch Sicherheitsbedenken der Feuerwehr ließen die Veranstalter umdenken und wieder zum bewährten Ort zurückkehren. So werden die Musikfreunde zur zweiten Location doch zu Eugens Weinstube in der Pfarrstraße pilgern.
Dort läutet Bardentreffen-Urvater Thomas Fitzthum am Freitagabend traditionell das Festival ein. Er wird mit einigen Freunden, langjährigen Mitstreitern und „den üblichen Verdächtigen“ zu einer Jam-Session zusammenkommen. „Eine Sache des Moments“, erklärt Fitzthum augenzwinkernd.
Das Hauptprogramm tags darauf startet um 15 Uhr mit Melange, einer vierköpfigen Band aus Ansbach, die die Zuhörer laut Programmheft mitnimmt: auf eine musikalische Reise um den Erdball. So abwechslungsreich präsentiert sich auch das weitere Programm, das von melodischen Stimmen über die Kultur der Singer- Songwriter bis zu Rock reicht.
Nachwuchskünstlern wird am Sonntag die Möglichkeit geboten, sich auf der „Open Stage“ zu beweisen. Für die Auftritte, die auch noch kurzfristig bei Hans Ruppert angemeldet werden können, sind zwischen 20 und 30 Minuten vorgesehen.
Wer am Samstag des von der Stadt und dem Kulturforum gemeinsam veranstalteten Bardentreffens durch die Altstadt schlendert, kann an vielen Stellen die Ohren spitzen. Am Johann-Sebastian-Bach-Platz, in der Uzstraße und am Karl-Burkhardt-Platz werden Straßenmusiker ihre Songs zum Besten geben.
„Da kommen viele Leute auf uns zu“, sind Thomas Fitzthum in dem Bereich Besetzungssorgen fremd. Womöglich kann er da die ein oder andere Anekdote aus einem langen Musikerleben preisgeben. Zu erzählen hat Fitzthum nach über 30 Jahren Bardentreffen genug.