Bald kein Nahversorger mehr in Rügland: Gemeinde denkt über Alternativen nach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.05.2026 17:00

Bald kein Nahversorger mehr in Rügland: Gemeinde denkt über Alternativen nach

Macht für immer dicht: Das Gasthaus „Roter Ochse” in Rügland samt Metzgerei und Laden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Macht für immer dicht: Das Gasthaus „Roter Ochse” in Rügland samt Metzgerei und Laden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Macht für immer dicht: Das Gasthaus „Roter Ochse” in Rügland samt Metzgerei und Laden. (Foto: Yvonne Neckermann)

Zum Ende des Monats Mai schließen die Wirtschaft „Roter Ochse“ sowie die angeschlossene Metzgerei nebst Frischemarkt in Rügland. Um die Nahversorgung im Ort zu erhalten, ruft die Gemeinde nun zur Entwicklung von Ideen auf.

Einkaufsmöglichkeiten sind existenzielle Themen für kleine Kommunen im ländlichen Raum. Kein Wunder also, dass die Entscheidung des Familienbetriebs derzeit in Rügland Gesprächsthema ist.

„Wir sind dankbar für Ihre Treue“

Seit April informiert ein schlichtes Schild an der Eingangstür über das Aus: „Wir sind dankbar für Ihre Treue, die zahlreichen Besuche und gemeinsamen Momente, die unseren Betrieb zu etwas Besonderem gemacht haben“, heißt es dort. Man freue sich darauf, die Stammgäste und -Kundschaft an den letzten Tagen noch begrüßen zu können, und verabschiede sich in den Ruhestand.

Gegenüber unserer Zeitung wollte der Familienbetrieb keine Stellungnahme abgeben. Nach Angaben der Gemeinde besteht das Wirtshaus in der Neustädter Straße bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor 30 Jahren kam dann der kleine Markt hinzu.

Bürgermeister Armin Pfister beschäftigt das Thema intensiv. „Wir müssen und sollten uns überlegen, welche Lösungen es gibt“, so Pfister bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Für Vorschläge jeder Art sei er dankbar. „Macht euch Gedanken – ich mache es auch.“

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Vorschläge und Ideen gewünscht

Wie Pfister informiert, habe er in der Zwischenzeit mit der Wirtshaus-Familie Müller gesprochen. Es bestehe die Möglichkeit, zumindest für die rund 100 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten des Frischemarkts ein Konzept zur weiteren Nutzung zu entwickeln – sofern sich ein Betreiber finde. Einen externen, kommerziellen Anbieter zu finden, werde sicherlich schwierig. Aber man werde in alle Richtungen die Fühler ausstrecken. Denkbar sind aus Pfisters Sicht auch eine Genossenschaft oder ein Verein zur Führung eines Dorfladens. Die Überlegungen stünden noch ganz am Anfang. Gefragt seien jetzt Vorschläge und Ideen – sowie Personen, die bereit seien, den Anstoß zu geben.

„Natürlich ist es für unsere Gemeinde sehr wichtig, eine Einkaufsmöglichkeit zu haben, schließlich sind gerade auch viele ältere Mitbürger nicht mehr mobil“, sagt Pfister. Daher sei ihm viel daran gelegen, vor Ort zumindest ein Grundsortiment an lebenswichtigen Produkten für den Alltag vorzuhalten. Der Bedarf sei vorhanden – das habe ihm auch die Bevölkerung rückgemeldet. „Wir werden daher versuchen, eine Möglichkeit zu finden, in welcher Form auch immer.“

Vorzeige-Beispiele aus der Region

Nach Beispielen für Gemeinden, die in den vergangenen Jahren bereits mit ähnlichen Problemen konfrontiert wurden, muss man in der Region nicht lange suchen. Die Gemeinde Bruckberg vermietet eine kommunale Liegenschaft an den 24-Stunden-SB-Markt Tante Enso, der zusätzlich auch personalbesetzte Zeiten anbietet.

In Trautskirchen wurde der ehemalige Frischemarkt am Ortseingang von einer Unternehmergesellschaft mit beschränkter Haftung (UG) übernommen, deren einziger Anteilseigner die Kommune ist. Bürgermeister Werner Wirth fungiert zusätzlich zu seinen Aufgaben als Rathaus-Chef seitdem als Geschäftsführer.

Beraten wird die Gemeinde Trautskirchen vom Bundesverband der Bürger- und Dorfläden. Dieser bietet unter anderem eine kostenlose Publikation zum Thema „Der Dorfladen in Bayern – Leitfaden für Gründung und Betrieb“ sowie viele weitere Handreichungen an. Dort können auch die Rügländer sich informieren.

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