„Elf Freunde müsst ihr sein!” Das war einmal. Auch im Fußballkreis Nürnberg/Frankenhöhe reichen künftig neun, um ein Verbandsspiel zu bestreiten. Nicht die einzige Änderung zur neuen Saison.
„Wir betreten da komplettes Neuland und sind selbst gespannt, in welchem Umfang das neue Angebot angenommen wird“, sagt Kreisspielleiter Thomas Raßbach (Lehrberg) über die Einführung der Neuner-Mannschaften. Die Regelung ist auf die unterste Spielklasse, die B-Klasse, beschränkt und soll Vereinen entgegenkommen, die Probleme haben, eine komplette Mannschaft zu stellen. Aufsteigen kann eine Neuner-Truppe nicht. Sollte sie Meister werden, geht das Aufstiegsrecht an die nächstplatzierten Elfer-Teams über. Tritt eine Neuner-Mannschaft an, darf auch der Gegner nur neun Spieler aufbieten.
Weniger handelnde Personen in solchen Spielen können zu weiteren Änderungen führen. Zum Beispiel kann die Spielzeit auf zweimal 40 Minuten verkürzt werden. Abhängig von der Größe des Platzes ist auch denkbar, das Spielfeld zu verkleinern, etwa nur von Strafraum zu Strafraum zu spielen. „Da sollen sich die Verein eben absprechen“, sagt Raßbach.
„Jedenfalls muss der Platz länger als breit sein“, heißt es in einem Rundschreiben. Da gibt es auch keine Ausnahme für die Kicker, bei denen die Maße eher in die umgekehrte Richtung gehen und die daher einen kleineren Wirkungskreis zu schätzen wissen. Je nachdem, wie viele Neuner gemeldet werden, ist eine eigene B-Klasse mit Neunern und logischerweise ohne Aufsteiger denkbar. Oder man mischt, wobei wegen der Aufstiegsfrage dann die Elfer in der Überzahl sein sollten.
Dass Mannschaften mit weniger als elf Spielern antreten, ist den Verbandsstatuten schon länger verankert. Diese Spielform wurde hier dem Wunsch der Vereine gemäß aber bisher nicht genutzt. Nun hat sich die Meinung gedreht, deshalb die Neuerung.
Eine weitere Änderung betrifft die Kreisklassen, deren Anzahl von fünf auf vier reduziert wird. Das heißt nun aber nicht, dass es Absteiger im Dutzend geben wird. Aktuell spielen in den fünf Kreisklassen 66 Mannschaften, künftig sollen es in vier Kreisklassen 60 sein. Bisher war es so, dass in den Kreisklassen eins, zwei und drei mit Nürnberger Einsprengseln die Frankenhöhe-Vereine versammelt waren und in den Gruppen vier und fünf die Mannschaften aus dem Großraum.
Nächste Saison werden wohl noch mehr Mannschaften als bisher neue Gegner kennenlernen. Wer eine Karte des Kreises einmal horizontal und einmal vertikal teilt, bekommt wahrscheinlich eine ganz gute Vorstellung davon, wie die Einteilung ab der Spielzeit 2023/24 aussehen könnte. Mehr als bisher wie ein Kreis behandelt werden die Vereine aus den so unterschiedlichen Gebieten – hier das ländliche Westmittelfranken, dort die Großstadt – auch in der Relegation, die sich der Punkterunde anschließt. „Die Auslosung erfolgt ohne Berücksichtigung der Altkreise Nürnberg und Frankenhöhe“, teilt Raßbach mit.
Hatte man bisher Paarungen wie TSV Wassertrüdingen gegen ASV Vach zumindest in den ersten Runden der Relegation über verschiedene Töpfe je Spielklasse vermieden, sind heuer alle Lose in einem Kübel.
Gezogen werden die Paarungen am Sonntag, 11. Juni, in der Sportmeile Roßtal. Das Verfahren für die Kreisliga sieht vor, dass sieben Vereine in zwei Runden um zwei Plätze spielen. Im Idealfall kommen am Ende zwei Kreisligen mit insgesamt 30 Mannschaften heraus.
Ein Ideal, das allerdings wohl erneut nicht zu erreichen ist, weil abhängig vom Geschehen in der Bezirksliga. Derzeit spielen die zwei Kreisligen mit jeweils 16 Teams.
Einen langen Atem brauchen die Mannschaften in der Kreisklassen-Relegation, die auf drei Runden angesetzt ist. 13 Mannschaften spielen hier um zwei Plätze.
Die Relegation zur A-Klasse hängt davon ab, wie viele freie Plätze sich ergeben. Am Ende sollen für die nächste Spielzeit acht A-Klassen, besetzt mit jeweils 14 Mannschaften, gebildet werden.
Für den Zeitraum von 21 Tagen müssen sich die Relegationsteilnehmer nach Ende der Saison jedenfalls zur Verfügung halten.