LesArt Ansbach: eine ganze Woche voller Literatur | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.09.2023 07:00, aktualisiert am 30.10.2023 15:11

LesArt Ansbach: eine ganze Woche voller Literatur

Weiß, was man gelesen haben muss: Denis Scheck. (Foto: Andreas Hornoff)
Weiß, was man gelesen haben muss: Denis Scheck. (Foto: Andreas Hornoff)
Weiß, was man gelesen haben muss: Denis Scheck. (Foto: Andreas Hornoff)

Die zweite Novemberwoche soll ein Lesefest werden. Kein Tag ohne Literatur: Zur 27. LesArt kommen fünf Schriftstellerinnen, drei Autoren, eine Schauspielerin und zwei Germanisten nach Ansbach. Eingeladen sind unter anderem Birgit Birnbacher, Caroline Wahl, Gisela Schneeberger, Harald Martenstein und Denis Scheck.

Literatur erlebbar werden lassen, die unterschiedlichsten Lesebedürfnisse bedienen – das ist Bettina Baumann, der LesArt-Leiterin, bei ihrer Planung genauso wichtig wie literarische Qualität. Sie hat die Verlagslandschaft im Blick, beobachtet die Entwicklungen, lässt auch über Jahre nicht locker, um spannende Autoren im November nach Ansbach zu holen und hat in der Vergangenheit ein Gespür für neue Talente bewiesen. Im Programm der 27. LesArt spiegelt sich das wider.

Von Kinderbuch bis zum modernen Klassiker

Alle Gäste sind zum ersten Mal bei der LesArt. Das Spektrum reicht vom Kinderbuchautor Rüdiger Bertram über den prominenten Literaturkritiker Denis Scheck bis hin zur Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher.

„Sehr facettenreich“, findet die Ansbacher Kulturreferentin Nadja Wilhelm, die kommende LesArt: „Ein toller Input für die Stadt.“ Es ist auch einer für die Region und für Mittelfranken, denn die Stadt Ansbach als Veranstalterin und Bettina Baumann kooperieren mit den LesArt-Machern in Lauf und Schwabach, wo zeitgleich Literaturtage stattfinden. Birgit Birnbacher zum Beispiel liest in allen drei Städten.

Die Salzburger Schriftstellerin eröffnet am Sonntag, 5. November, mit ihrer Matinee um 11 Uhr auch die LesArt im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3. In ihrem hochgelobten Roman „Wovon wir leben“ erzählt sie von einer entlassenen Krankenschwester, die in ihr Heimatdorf zurückkehrt, ein Dorf im Niedergang, zumindest im Umbruch. Birnbacher schildert exakt und eindringliche diese Gesellschaft im Kleinen, in der drängende Fragen der Zeit sichtbar werden.

Doris Knecht, eine der bekanntesten Kolumnistinnen Österreichs, lässt ihre Erzählerin in alten Sachen kramen, weil ein Neuanfang ansteht: „Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe“ heißt ihr autobiographisch grundierter Roman (6. November, 20 Uhr, Stadtbücherei).

Zwei Lesungen bei freiem Eintritt

Wie die Eröffnungsmatinee kostet auch die Familienlesung mit Rüdiger Bertram keinen Eintritt. Bertram stellt sein Kinderbuch „Willkommen im Hotel zur grünen Wiese“ vor (7. November, 16 Uhr, Stadtbücherei). Abends präsentiert Denis Scheck sein Buch „Schecks Kanon – die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur“ (7. November, 20 Uhr, VR-Bank).

Die Schauspielerin Gisela Schneeberger liest Kindheitsgeschichten verschiedener Autoren, etwa eine Erzählung von Eugen Roth (8. November, 19 Uhr, Kammerspiele). Überhaupt, findet Bettina Baumann, blitzen Erinnerungen an Kindheit bei allen Büchern dieser LesArt auf, fast wie ein verdecktes Motto.

Das Thema Wasser und Schwimmen verbindet die Doppellesung der LesArt. Kristine Bilkau stellt ihr Buch „Wasserzeiten“ vor, Caroline Wahl ihre „22 Bahnen“, die sich seit 22 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste halten (9. November, 20 Uhr, Kunsthaus).

Streitbarer Kolumnist

Harald Martenstein, immer witzig, immer unterhaltsam, gerne politisch unkorrekt, reist mit „optimistischen Kolumnen“ an (10. November, 20 Uhr, Kunsthaus).

Milena Michiko Flašar erzählt in „Oben Erde, unten Himmel“ sensibel von der Einsamkeit der Städte (11. November, 20 Uhr, Kunsthaus). Der Roman ist – genauso wie der von Birgit Birnbacher – für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

Die Germanisten Gunnar Och und Christoph Grube stellen Franz Kafka in den Mittelpunkt ihrer Literarischen Matinee zum Ende der LesArt (12. November, 11 Uhr, Kunsthaus).

Viele Lesungen sind schon ausverkauft

Ausverkauft sind bislang bereits fünf der neun Veranstaltungen. Keine Karten mehr gibt es für die Lesungen mit Doris Knecht, Gisela Schneeberger, Denis Scheck, Harald Martenstein und für das LesArt-Studio mit Kristine Bilkau und Caroline Wahl.

„Es freut uns außerordentlich, dass der Kartenvorverkauf so erfolgreich läuft“, teilte Nadja Wilhelm, die Leiterin des städtischen Referats Kultur und Tourismus, auf Nachfrage mit. In größere Räume, wie seit Beginn der Literaturreihe öfters praktiziert, wird die LesArt dieses Mal nicht umziehen. Nadja Wilhelm: „Die Veranstaltungen werden an den geplanten Orten stattfinden.“


Thomas Wirth
Thomas Wirth

Redakteur im Ressort „Kultur“

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