Ariana Grande und die Schattenseiten des Ruhms | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.07.2026 06:14, aktualisiert am 31.07.2026 11:10

Ariana Grande und die Schattenseiten des Ruhms

Ariana Grande veröffentlicht ihr neues Album „petal“. (Archivbild) (Foto: Scott A Garfitt/Invision/dpa)
Ariana Grande veröffentlicht ihr neues Album „petal“. (Archivbild) (Foto: Scott A Garfitt/Invision/dpa)
Ariana Grande veröffentlicht ihr neues Album „petal“. (Archivbild) (Foto: Scott A Garfitt/Invision/dpa)

Ariana Grande ist wieder auf der Bühne. Dabei erscheint ihr neues Album „petal“ erst jetzt. Bei ihren Konzerten stehen deshalb vor allem Songs aus ihrem 2024 veröffentlichten Album „Eternal Sunshine“ auf dem Programm. Dass zwischen einem Album und der passenden Tour so viel Zeit vergeht, ist für einen Popstar eher ungewöhnlich. Bei Grande hat das jedoch einen guten Grund – und zeigt, wie sich ihre Karriere zuletzt verändert hat.

Die 33-Jährige („No Tears Left to Cry“, „One Last Time“) ist in den vergangenen beiden Jahren besonders durch ihre Traumrolle als gute Hexe Glinda im zweiteiligen Musicalfilm „Wicked“ in Erinnerung geblieben. Dafür wurde sie sogar für einen Oscar nominiert. Doch die aufwendigen Dreharbeiten der beiden Blockbuster und die Promo-Tour an der Seite von Co-Star Cynthia Erivo kosteten viel Zeit.

Viel beschäftigt mit „Wicked“

Auch deshalb geht Grande, die für ihre glasklare Stimme bekannt ist, erst jetzt mit „Eternal Sunshine“ auf Tour. Es gibt aber noch einen anderen Grund, der für eine persönliche Weiterentwicklung der zierlichen Sängerin stehen könnte, wenn nun ihr achtes Studioalbum „petal“ erscheint. Eine Platte, die dem Stil der Sängerin treu bleibt, klanglich aber eine stimmungsvollere, teils etwas experimentellere Seite von ihr zeigt.

Grande gehört zu jenen Popstars, die schon seit den Teenagerjahren im Rampenlicht stehen und deren Leben fernab der Musik öffentlich kommentiert wird. Eine Aufmerksamkeit, unter der die Sängerin auch leidet. Nichts bereite einen darauf vor, was mit dem Ruhm einhergehe, sagte sie 2025 der „New York Times“. „Bis vor kurzem fiel es mir wirklich schwer, damit umzugehen, und ich glaube, es hat mir viel Freude daran genommen.“

Wie Grande auf Kommentare über ihren Körper reagiert

Boulevardmedien verfolgen - wie bei anderen Prominenten - die Beziehungen der Sängerin. Kürzlich sorgten etwa Berichte über die Trennung von ihrem „Wicked“-Kollegen Ethan Slater und Gerüchte um ein Liebes-Comeback mit ihrem Ex-Freund Ricky Alvarez für Gesprächsstoff. Doch dabei bleibt es nicht.

Immer wieder wird öffentlich über Grandes Körper diskutiert. Zuletzt lösten Fotos und Konzertvideos wieder Debatten über die körperliche Veränderung der Sängerin aus. Viele Fans diskutieren über einen augenscheinlichen Gewichtsverlust. 

Schon in einem TikTok-Video 2023 forderte Grande ihre Follower auf, einfühlsamer mit dem Aussehen anderer Menschen umzugehen. Man wisse nie, was jemand gerade durchmache, deshalb solle man sich mit Kommentaren zurückhalten, auch wenn diese vielleicht liebevoll gemeint seien. Gerade die Künstlerin, die durch Serien und Filme im US-Kinderkanal Nickelodeon bekannt wurde, hat in ihrer Karriere viel durchstehen müssen. 

Bei einem Terroranschlag auf ihr Konzert in Manchester im Jahr 2017 starben 22 Menschen. Nur ein Jahr später wurde ihr früherer Freund, der Rapper Mac Miller, tot in seinem Haus aufgefunden. Trotz der privat sehr schwierigen Phase brachte Grande neue Alben heraus, ging 2019 noch einmal auf Tour mit ihrem viel gelobten Album „Sweetener“. 

Grande will Preis des Popstar-Daseins neu verhandeln

Nun wirkt es so, als wolle die 33-Jährige den Preis des Popstar-Daseins neu verhandeln. Mit den „Eternal Sunshine“-Konzerten spielt sie die erste Tour seit „Sweetener“ vor sieben Jahren. Danach hatte sie sich zwar nicht aus der Kunst zurückgezogen, wohl aber aus dem Live-Geschäft und sich Projekten wie eben „Wicked“ gewidmet. 

Ihre aktuelle Rückkehr auf die Bühne fällt bewusster aus. Die Sängerin erzählte in einem Gespräch mit Nicole Kidman im „Interview“-Magazin, dass sie nur rund halb so viele Konzerte im Vergleich zu früheren Touren spielt. Sie habe in den vergangenen Jahren ihr Verhältnis zur Musik und zum Touren „geheilt“.

„Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben“

Grande führte aus, dass sie viel Zeit damit verbracht habe, ihre Herangehensweise an das Musikmachen neu zu ordnen. Die Zeit abseits von Tourneen habe ihr geholfen, bestimmte Teile davon für sich zurückzugewinnen. Zugleich habe sie Gefühle, die mit ihrer Beziehung zum Ruhm und dem Leben als Künstlerin verbunden seien, von der Musik trennen können.

„Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben. Ich kann diese Dinge einfach hier beiseitelegen und meine Talente nicht aus den Augen verlieren“, sagte sie. Die Schauspielerei und ihre Zeit als Glinda hätten ihr geholfen, die Kraft dafür aufzubauen. Musik und Tourneen seien für sie früher auch mit traumatischen Erfahrungen verbunden gewesen. Nun spüre sie, wie diese Belastungen nachließen.

Klar ist: Von der Leinwand wird Grande so bald nicht verschwinden. In der Komödien-Fortsetzung „Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich“ soll sie Ende des Jahres an der Seite von Robert De Niro und Ben Stiller zu sehen sein. Auch das fünfminütige Musikvideo zu „hate that i made you love me“, der ersten Auskopplung ihres neuen Albums, ist wie ein Kurzfilm inszeniert.

So klingt das neue Album „petal“

Vor der Veröffentlichung wurde wenig über „petal“ (deutsch: „Blütenblatt“) bekannt. Grande beschrieb es in einem Instagram-Video als „etwas ungezähmt“. Es gehe um etwas, das „voller Leben ist und durch die Risse von etwas Kaltem, Hartem und Herausforderndem wächst“. Es komme definitiv von einem Ort, für den sie vorher vielleicht zu schüchtern oder zu höflich gewesen sei, um ihn zu betreten. „Jetzt fühlt es sich einfach an wie: Scheiß drauf.“

Tatsächlich wirkt Grande in den zwölf neuen Songs reifer, ihre Stimme klingt zärtlich und etwas zurückhaltender als man sie von früheren, kraftvollen Popsogs wie „No Tears Left to Cry“ kennt. Teilweise wagt sich die Künstlerin an für sie experimentellere Sounds, etwa im Opener „kiss me“ oder in „bad thing (bunny hop)“, das nach einem Hauch Indie-Pop klingt. Zu den eingängigsten und energiegeladenen Liedern gehören das selbstbewusste „like i do“ oder „never get over me“. 

Inhaltlich dreht sich das Album um Liebe, (toxische) Beziehungen, aber auch um Reflexionen über das Leben im Rampenlicht. In „hate that i made you love me“ singt sie etwa: „Ich habe eure Projektionen ausgehalten, als ihr euch so unsicher gefühlt habt“ oder fragt sich: „Ist es wirklich meine Schuld, dass ihr mir alle aus eigenem Antrieb eure Herzen geschenkt habt?“, was man durchaus als Kritik an Medien interpretieren kann.

© dpa-infocom, dpa:260731-930-464326/2


Von dpa
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