Eine Bahnstrecke hat runden Geburtstag: Vor 150 Jahren wurde die Schienenverbindung zwischen Nürnberg und Crailsheim eröffnet. Die Ansbacher Eisenbahnfreunde feiern das unter anderem mit Sonderzugfahrten: Am Samstag, 14. Juni, pendelt ein historischer Schienenbus zwischen Ansbach und Crailsheim.
Am 15. Juni 1875 ging nach knapp dreijähriger Bauzeit die Bahnstrecke bis nach Dombühl in Betrieb, ein Jahr später wurde sie bis Crailsheim erweitert. Anlass für den Verein der Eisenbahnfreunde, die Jubiläumsglocken zu läuten. Seit zwei Jahren bereiten sie sich darauf vor.
Zweimal wird am 14. Juni ein aus zwei Einheiten bestehender Schienenbus der Baureihe VT 798/VS 998, wie er in den 1960er und 1970er Jahren auf der Bahnlinie verkehrte, von Ansbach gen Westen starten. Mit kurzen Stopps in Leutershausen, Dombühl und Schnelldorf wird er etwa eine Stunde bis Crailsheim unterwegs sein.
Gemütliches Bummelzug-Tempo mit der Gelegenheit zur „Panoramaaussicht“ aus den großzügig verglasten Schienenbussen versprechen die Veranstalter, die den Fahrgästen mit zwei Schaffnern an Bord auch allerlei Informationen vermitteln wollen. Abfahrt in Ansbach soll um 10.30 und um 14.30 Uhr sein. Tickets können über die Homepage des Vereins reserviert werden. Die einfache Fahrt kostet 19, die Hin- und Rückfahrt 34 Euro. Familien (zwei Erwachsene, drei Kinder zwischen vier und 14 Jahren) zahlen 39 beziehungsweise 69 Euro. Pro Fahrt stehen 100 Plätze zur Verfügung.
Doch warum geht zu den Jubiläumsfahrten keine deutlich spektakulärere Dampflok an den Start? Diese Option sei an den Kosten gescheitert, bedauern die Eisenbahnfreunde, die sich zudem darüber wundern, dass die Deutsche Bahn „kein Interesse“ an dem runden Geburtstag gezeigt habe. Mehr als 20.000 Euro hätte es gekostet, vom Nördlinger Eisenbahnmuseum einen Dampf-Sonderzug zu mieten. Der rote Schienenbus kommt mit einer hohen vierstelligen Summe um einiges günstiger.
Neben dem echten Zug gleist der Verein zum Jubiläum auch einige Miniaturen auf: Im Vereinsheim am Ansbacher Bahnhof werden im Modell zahlreiche Garnituren zu sehen sein, die in den vergangenen 150 Jahren zwischen Nürnberg und Crailsheim eingesetzt wurden – also Züge, „die tatsächlich so gefahren sind“. Und Vereinsmitglied Jörg Schäfer bringt ein Buch über die 150-jährige Zugverbindung zwischen Mittelfranken und Hohenlohe heraus. Darüber hinaus planen die Ansbacher Eisenbahnfreunde zwei Vorträge über die Strecke: Am 13. Juni geht es um den Abschnitt von Nürnberg bis Ansbach, zwei Wochen später um das Teilstück bis Crailsheim.
Zwei Vorträge wird es zuvor schon in Sachsen bei Ansbach geben, das ebenfalls an der Linie liegt. Johann Bodächtel, Richard Schmidt und Hans-Gerhard Dürr haben dort zwei Themenabende vorbereitet für Samstag, 17. Mai, und Freitag, 23. Mai. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Haus der Bäuerin, wo Bildmaterial zusätzlich auch am Sonntag, 25. Mai, von 11 bis 16 Uhr zu sehen ist.