Nach der Flucht des früheren Ansbacher Amokläufers von der Bezirksklinik Erlangen lässt die Staatsanwaltschaft Europas Polizisten nach einem Mann suchen, der nicht mehr als gefährlich gilt. Dass er am Samstag nicht von einem genehmigten Ausgang zurückkehrte, ist auch keine Straftat.
„Es gibt nichts Neues mitzuteilen“, wiederholte Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier am Freitag seine Auskünfte aus den vergangenen Tagen. Ob die Ermittler tatsächlich nichts Neues wissen, ist eine andere Frage. Zu der Suchaktion ist weitgehendes Schweigen nach außen verordnet. Der Fall hat von Anfang an nicht nur die mittelfränkischen Ermittler, sondern auch die bayerische Landesregierung aufgeschreckt. Der Fall ist ein extremes Beispiel dafür ist, wie schwer es die Ärzte in den Kliniken für psychisch kranke Straftäter haben.
Als 18-Jähriger wurde der Schüler des Gymnasiums Carolinum beim Amoklauf im September 2009 durch vier Schüsse eines Polizisten gestoppt. Seitdem wurde er in Kliniken in Straubing und Erlangen behandelt. Im Prozess vor dem Landgericht Ansbach hatte ihm der Gutachter eine schwere „schizoide Persönlichkeitsstörung“ bescheinigt. Aber keine Psychose. Das heißt, er konnte die Schwere seiner Taten nicht einsehen, war aber nicht komplett schuldunfähig.
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