Statt mit dem Luftgewehr auf zehn Meter Entfernung schießen die Nachwuchssportler bei der Weltmeisterschaft in Peru nun mit der Kleinkaliberbüchse. Hier sind die Scheiben 50 Meter entfernt. Problemlos bewältigte Alyssa Ott aus Burgbernheim die Umstellung und hätte es um ein Haar ins Finale geschafft.
Im Dreistellungskampf bestätigte die 18-Jährige ihre Leistungen aus den Wettkämpfen auf nationaler Ebene. Wenn es WM-Premierenfieber gab, dann schlug sich das nicht negativ auf die Resultate nieder.
Zunächst stand in Lima die Elimination an, mit der das riesige Feld verkleinert wurde. Alyssa Ott erzielte 584 Ringe (kniend 192, liegend 198, stehend 194) und zog damit locker in die Qualifikation ein.
Hier ließ sie erneut 584 Ringe folgen (195/194/195) und verpasste als 14. den Einzug ins Finale der besten acht nur um einen Ring. Beeindruckend ihre stabilen Leistungen im Stehendanschlag, die entscheidenden Ringe verlor sie im Liegendanschlag, in dem sie in den zwei Serien (zehn Schuss) nur auf 98 und 96 Ringe kam. Bombig der Start ins Stehendschießen mit 99 Ringen. Das Stehend ist schwieriger, weil der Anschlag anders als beim Kniend- und Liegendschießen, wo Hilfsmittel wie ein Lederriemen eingesetzt werden dürfen, nicht so stabil ist.
Ein gelungenes Debüt.
„Bei der ersten WM zweimal 584 zu schießen ist einfach nur stark, ein gelungenes Debüt“, freute sich Markus Retta, Trainer beim Heimatverein SV Ickelheim. Einerseits. Andererseits auch bei ihm leises Bedauern darüber, dass die Krönung dieser Leistung versagt blieb. „Ihr letzter Schuss war leider eine Acht. Das macht es noch mal bitterer, dass sie einen Ring hinter dem Finaleinzug lag“, so Retta.
Bedauern möglicherweise auch bei der Bundestrainerin Claudia Kulla darüber, dass sie Alyssa Ott nicht für die Mannschaftswertung nominiert hatte. Die drei anderen Mädchen landeten in der Teamwertung auf Rang vier. Hätte Ott die schwächste Schützin ersetzt, hätte es zu Bronze gereicht.
Eine Medaille blieb auch den deutschen Junioren versagt. Der Ansbacher Justus Ott erreichte zweimal nicht die Grenze von 580 Ringen.
In der Elimination erzielte der 20-Jährige 577 Ringe (196/198/183) und ließ in der Qualifikation 572 Ringe folgen (192/195/185). Als 37. verpasste er das Finale um elf Ringe. Das Problem war zweimal der Stehendanschlag.
Bei schwierigen, weil teilweise sehr windigen Bedingungen hatte der Bundesligaschütze des SV Petersaurach größte Probleme, die im Durchmesser fünfeinhalb Millimeter großen Bleigeschosse ins Zentrum zu bugsieren und fiel anders als beim Kniend- und Liegendschießen gegenüber den Konkurrenten deutlich ab.
In der Teamwertung landete das deutsche Junioren-Trio, zu dem außerdem Nils Palberg (Holzwickede, 580 Ringe) und Florian Beer (Mähring, 583) gehörten, auf Platz sechs. Zu Bronze fehlten sechs Ringe.