Altstadtfest in Ansbach: Brauer überraschen mit zwei kreativen Spezialbieren | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.06.2026 13:30

Altstadtfest in Ansbach: Brauer überraschen mit zwei kreativen Spezialbieren

Jürgen Friedrich hat Spaß beim Reinigen des Sudkessels, Karl Willig hat sich das Rezept zu seinem Altstadtfestbier in einer Ausbildung entwickelt. (Fotos: Martin Lehr, privat)
Jürgen Friedrich hat Spaß beim Reinigen des Sudkessels, Karl Willig hat sich das Rezept zu seinem Altstadtfestbier in einer Ausbildung entwickelt. (Fotos: Martin Lehr, privat)
Jürgen Friedrich hat Spaß beim Reinigen des Sudkessels, Karl Willig hat sich das Rezept zu seinem Altstadtfestbier in einer Ausbildung entwickelt. (Fotos: Martin Lehr, privat)

Die Idee ist so naheliegend, dass man sich fragt: Warum hat es das 45 Jahre lang nicht gegeben? Im vergangenen Jahr legten die Neubrauer mit einem eigenen Bier zum Altstadtfest vor, diesmal kommt mit Karl Willigs Kreation noch ein weiteres Bier speziell für die fünf wilden Tage in der Altstadt hinzu.

Willig ist diplomierter Bier-Sommelier, und seine Probierbar am Johann-Sebastian-Bach-Platz ist ein Garant für Qualitätsbiere aus den unterschiedlichsten Regionen. „Ich hole alle Biere selbst ab”, erzählt der 60-Jährige. Die Idee eines eigenen Bieres zum Altstadtfest spukte ihm schon länger im Kopf herum. Aber: „Wir haben ja keine Brauerei mehr.”

Doch da lernte Karl Willig Bastian Christ, den Chef der Craft-Bier-Brauerei Pau-Hana in Weinberg, kennen. Zusammen brauten sie nach Willigs Rezept ein Alt-Bier ein. „Ich finde, das passt: ein Alt zum Altstadtfest. Und es ist zwar ein Alt-Bier, aber anders interpretiert.”


Ich wollte ein Charakterbier.

Karl Willig

Hefe und Hopfen unterscheiden sich von dem, was man in Düsseldorf an obergärigem Gerstensaft serviert bekommt, verrät Willig. „Ich wollte ein Charakterbier”, erklärt der Bier-Sommelier seine Entscheidung. 13 Prozent Stammwürze und ein Alkoholgehalt von 5,4 Prozent lassen ein Ergebnis mit Profil erwarten.

Traditionell wird das Altstadtfest in Ansbach vom Oberbürgermeister durch das Anzapfen des Festbiers eröffnet. (Archivbild: Jim Albright)

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500 Liter sind angesetzt. Am Feiertag Fronleichnam um 18 Uhr wird Oberbürgermeister Thomas Deffner den offiziellen Anstich übernehmen. Nach den Erfahrungen, die die Neubrauer im vergangenen Jahr gemacht haben, muss sich Karl Willig kaum Sorgen machen, auf seiner Kreation sitzen zu bleiben. Deren Vorrat war nach zwei Tagen ausverkauft.

Das Alt soll nicht Willigs einziges Bier bleiben. Er plant, zum Starkbieranstich einen Doppelbock und ein Amber Lager – in Anspielung auf die Bernsteinfarbe – im Wechsel zu brauen und in seiner eigenen Bar auszuschenken. „Das Grundgerüst für beide Sorten steht bereits”, erzählt der Bierexperte. Bis das Ergebnis aus seinem Zapfhahn fließt, will er noch ein wenig experimentieren und Feinheiten abstimmen.

Ein Quereinsteiger mit Humor

Wichtig ist Karl Willig eines: „Es sind immer handwerklich gebraute Biere, die sechs Wochen gelagert sind.” Ganz nach dem Bayerischen Reinheitsgebot. Einen urigen Namen hat er sich auch schon ausgedacht. Der passt zum Ausblick aus seiner Bar: Gumbertusbier wird die Marke heißen. Werbeslogan: „Hopfen und Malz – Karl erhalt's”. Er grinst breit über den Scherz. „Das finde ich gut.”

Zum Bier und nach Ansbach ist Willig über Umwege gekommen. Er stammt eigentlich aus dem Saarland, hat in der Möbelbranche gearbeitet. So fand er sich plötzlich in einem Möbelhaus in Nürnberg wieder und stellte fest, dass er dort gar nicht sein wollte. Er machte in der Neustadt in Ansbach ein Café auf, und vor acht Jahren eröffnete er die Probierbar am Johann-Sebastian-Bach-Platz. Zur Eröffnung fehlten ihm Möbel. Also improvisierte er mit Euro-Paletten. Das ist bis heute – neben den verschiedenen Bieren – das Markenzeichen geworden. Die Theke ist ebenso aus Paletten gebaut wie die Sichtabdeckung im früheren Schaufenster.

Sie versuchen im Chaos kühlen Kopf zu behalten (von links): Nadja Wilhelm, Isabella Ruttmann und Maria Bayer beim Bühnenaufbau am Stadthaus. (Foto: Winfried Vennemann)
Sie versuchen im Chaos kühlen Kopf zu behalten (von links): Nadja Wilhelm, Isabella Ruttmann und Maria Bayer beim Bühnenaufbau am Stadthaus. (Foto: Winfried Vennemann)

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Aber Karl Willig ist nicht der einzige, der zum Altstadtfest ein spezielles Bier anbietet. Im vergangenen Jahr hatten Hubert Berger, Gerd Steier, Stefan Wittig und Jürgen Friedrich ihr eigenes Bier zum beliebtesten Fest Ansbachs eingebraut. Die vier Kumpels nennen sich die Neubrauer, eine Anspielung auf ihr Domizil in der Platenstraße 23, wo einst das Messergeschäft Neubauer zu finden war.

Kooperation mit dem Kanu-Sport-Club

Weil im vergangenen Jahr nach zwei Tagen alle Fässer leer waren, haben die vier Freunde die Menge heuer mit 14 Hektolitern fast verdoppelt. „Die Rezeptur ist nahezu gleich geblieben”, verrät Stefan Wittig. „Nur in den Details haben wir noch nachgebessert. Never change an running system.” 5,2 Prozent hat das Ergebnis. „Lecker”, kommentierte Stefan Wittig nach der Vorabprobe vor wenigen Tagen.

Mangels Alternativen in Ansbach brauen die Vier in der Brauerei Fischer in Wieseth. Auf dem Etikett prangt stolz die Ansbacher Stadtsilhouette – natürlich in Grün. Unten paddeln ein paar Kanus. Denn der Kanu-Sport-Club ist auch in diesem Jahr wieder der Kooperationspartner. Das Bier der Neubrauer gibt es exklusiv am Stand auf dem Storchenplatz – ideal für einen Zwischenstopp von Martin-Luther-Platz zu Kulturgärtla und umgekehrt. Der idyllische Platz mit dem Brunnen in der Mitte ist nicht ganz einfach zu bespielen und war deshalb in den vergangenen Jahren oft verwaist.

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