Agrarhändler Agravis weitet Geschäft auf Süddeutschland aus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.03.2026 12:01, aktualisiert am 18.03.2026 13:15

Agrarhändler Agravis weitet Geschäft auf Süddeutschland aus

Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG, kündigte Großhandelsangebote für den Süden Deutschlands an. (Archivfoto) (Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa)
Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG, kündigte Großhandelsangebote für den Süden Deutschlands an. (Archivfoto) (Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa)
Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG, kündigte Großhandelsangebote für den Süden Deutschlands an. (Archivfoto) (Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa)

Der gemessen am Umsatz zweitgrößte Agrarhändler in Deutschland, die Agravis Raiffeisen AG, weitet sein Geschäft auf den Süden Deutschlands aus. Das Unternehmen werde dabei einen besonderen Fokus auf Bayern und Baden-Württemberg legen, kündigte Unternehmenschef Dirk Köckler bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für 2025 an. 

Agravis werde allerdings nur als Partner von Genossenschaften auftreten. „Wir hängen keine Agravis-Fahne auf“, sagte der Vorstandschef. Das Kerngebiet von Agravis liegt bislang zwischen den Niederlanden und Polen und hat seinen Schwerpunkt im Nordwesten und im Osten Deutschlands. 

Auf die Frage, ob das Unternehmen mit Sitz in Münster eine Lücke schließen werde, die der ins Straucheln geratene Marktführer Baywa derzeit biete, sagte Köckler: „Das überlasse ich Ihrer journalistischen Auslegung.“ Bei dem Geschäft als Großhändler geht es um Produkte wie Futtermittel oder Saatgut.

Das Unternehmen aus Münster will die Genossenschaften auch beim Ausbau des Endkundengeschäfts beraten und fertige Marktkonzepte anbieten. Dabei geht es den Ausbau des Sortiments, das Marketing bis hin zur Warenwirtschaft. Bislang war Agravis bereits mit einer Produktion von Futtermitteln in Straubing südöstlich von Regensburg vertreten. 

Mischkonzern Baywa ein Sanierungsfall

Der Mischkonzern Baywa ist derzeit ein Sanierungsfall und hoch verschuldet. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 hatte Baywa mit Sitz in München einen rückläufigen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro vermeldet.

Die Agravis AG hielt ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr dagegen mit 8,4 Milliarden Euro (2024: 8,5 Milliarden Euro) nahezu konstant. Beim Gewinn vor Steuern legte das Unternehmen mit knapp 7.000 Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro zu. Zum Nettogewinn nach Abzug aller Aufwendungen wurden keine Angaben gemacht. 

Ausblick auf 2026

Für das laufende Jahr plant das Agravis-Management mit etwa gleichbleibenden Zahlen bei Umsatz und Gewinn vor Steuern. Sorgen bereitet Köckler der Krieg im Nahen Osten. „Gas ist wichtig für die Herstellung von Stickstoffdüngern und die Preise haben deutlich angezogen.“ Die Preise bei Mineraldüngern seien um ein Drittel angezogen, berichtet der Agravis-Chef.

Diese Verschiebungen auf den Energiemärkten seien für die Landwirtschaft eine Bedrohung. „Wenn Sie einen Hektar beackern, müssen Sie mit 100 Litern Diesel rechnen“, rechnet Köckler vor. Die Landwirte müssten nach einem bereits schwierigen Jahr 2025 allein hier mit Mehrkosten im sechsstelligen Bereich rechnen.

Kriegsfolgen

Der Krieg mit dem Iran und die Folgen daraus führen nach Überzeugung des Vorstandschefs auch dazu, dass die in der Regel von Familien geführten Agrarbetriebe weniger motiviert sind zu investieren. Auch das habe dann Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Agravis.

© dpa-infocom, dpa:260318-930-832119/2


Von dpa
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