Eine Testspiel mit insgesamt elf Toren boten die beiden Fußball-Regionalligisten SpVgg Ansbach und VfR Aalen den rund 400 Zuschauern in Weiltingen. Für den Geschmack der Ansbacher waren die Treffer nur etwas ungleich verteilt. Nach 3:0-Führung kassierte die Elf von Trainer Christoph Hasselmeier noch eine 3:8-Klatsche.
Acht Gegentore in Serie innerhalb von nur gut 40 Minuten, das erinnerte doch stark an das 0:7 im der Ostalb Arena vor über 20 Jahren zu gemeinsamen Regionalliga-Zeiten. Mit dem Unterschied freilich, dass die Pleite jetzt als Teil der Vorbereitung besser zu verkraften ist. „Wir haben 30 Minuten sehr, sehr gut gespielt und dann haben wir 60 Minuten sehr, sehr schlecht gespielt”, sagte Hasselmeier.
Gefallen konnten die Ansbacher auf dem erstaunlich gut bespielbaren Platz nur in der ersten halben Stunde. Da beherschten die nullneuner den Gegner klar und nutzen ihre Torchancen konsequent. Lukas Schmidt als Spitze im 4-2-3-1 sorgte nach Pass von Verteidiger Jonas Bayerlein für die frühe Führung und nach einem weiteren langen Ball für das dritte Tor. Niklas Seefried traf zwischendurch zum 2:0 und Tanyel Deliboyraz, Aktivposten auf der linken Seite im Mittelfeld, zwang VfR-Keeper Michael Witte, der in seinem grellrosa Dress wie ein aus dem aktuellen Barbie-Kinofilm entsprungener Ken wirkte, zu einer Glanzparade.
Auch Verteidiger Lukas Oberseider hatte noch einen Treffer auf dem Fuß und so war die SpVgg-Welt in Weiltingen nach der ersten halben Stunde so rosarot wie das Auto von Barbie. Den komfortablen Vorsprung gab Ansbach aber allzu leichtfertig her. Stefan Wächter sorgte mit drei Toren im Alleingang für den Ausgleich, wobei er bei zwei Treffern tatkräftige Unterstützung der SpVgg-Defensive genoss (Fehlpass von Eric Weeger, Elfmeter von Oberseider an Jascha Döringer). Zwischendurch versenkte Wächter noch einen Freistoß im Festzelt statt im Tor, sonst wäre Ansbach wohl schon zur Pause in Rückstand geraten.
Die fünf Gegentore in der zweiten Hälfte hatten auch damit zu tun, dass Aalen durchwechseln konnte. Ansbach hatte dagegen nur drei frische Feldspieler zur Verfügung, nachdem auch Riko Manz angeschlagen ausfiel. So tat sich zur zweiten Hälfte ein Klassenunterschied zwischen dem bayerischen Regionalligisten und dem aus der Gruppe Südwest auf. Nach der vergebenen Großchance von Florian Seefried zum 4:3 war von Ansbach in der Offensive nichts mehr zu sehen, während die frischeren Aalener ihre Stärken gnadenlos ausspielten und dabei zum Teil nur noch auf halbherzige Gegenwehr trafen. Seine ersten Einsatzminuten nach längerer Verletzungspause hatte sich der eingewechselte SpVgg-Torhüter Sebastian Heid sicher anders vorgestellt.
Gar ein zweistelliges Ergebnis schien möglich, aber auch so passte das Ergebnis ganz gut zum Unterschied beider Vereine in wirtschaftlicher Hinsicht. Hier die Profitruppe aus Aalen - deren Trainer Tobias Cramer in einem Interview neulich die Hoffnung aussprach, der aktuelle Etat möge doch noch die Millionengrenze erreichen, damit noch ein paar Verstärkungen drin sind (der Insolvenzantrag aus dem Jahr 2022 scheint offenbar abgearbeitet) - und dort die Ansbacher, die mit weniger als einem Drittel dieser Summe auskommen.
SpVgg Ansbach: Schiefer (46. Heid) - Belzner, Weeger, Bayerlein, Oberseider -- Karakas, Dietrich (46. Sauerstein) - Schelhorn (46. Abadjiew), Nikals Seefried, Deliboyraz - Schmidt (46. Florian Seefried).
VfR Aalen: Witte - Portella (46. Kundruweit), Guerriero (46. Abruscia), Odabas (46. Kindsvater), Szabo (46. Kraus) -- Meien -- Preu (46. Schaupp), Döringer, Wächter (46. Rahn), Rapp (46. Thermann) -- Diakite (46. Maiella).
Tore: 1:0 Schmidt (4.), 2:0 Niklas Seefried (22.), 3:0 Schmidt (27.), 3:1, 3:2, 3:3 Stefan Wächter (32., 38., 45./Foulelfmeter), 3:4 Alessandro Abruscia (58.), 3:5 Levon Noel Kundruweit (61.), 3:6 Jascha Döringer (67.), 3:7 Paolo Maiella (68.), 3:8 Johannes Kraus (76.).
Schiedsrichter: Dominik Fober (Herrieden).
Zuschauer: 400.