Veröffentlicht am 11.08.2022 15:57, aktualisiert am 13.08.2022 22:05

200 Feuerwehrleute löschen im Wald: Einsatz dauert zwei Tage

Teamarbeit ist nötig, um die Flammen zu bändigen. (Foto: Jim Albright)
Teamarbeit ist nötig, um die Flammen zu bändigen. (Foto: Jim Albright)
Teamarbeit ist nötig, um die Flammen zu bändigen. (Foto: Jim Albright)

Nach dem Waldbrand bei Ansbach konnte die Feuerwehr ihre Brandwache am Samstag gegen 18 Uhr beenden. Die Glutnester sind beseitigt, jetzt muss das ganze Ausmaß der Zerstörung ermittelt werde.

Der Brand im Milmersdorfer Holz war am Donnerstagnachmittag um 13.45 Uhr gemeldet worden. Das Feuer breitete sich zehn Kilometer östlich von Ansbach auf einer Fläche von drei bis fünf Hektar aus.

Ab 14 Uhr begann der Kampf der Feuerwehren, von denen immer mehr aus dem östlichen Landkreis Ansbach alarmiert wurden. Am Ende waren rund 200 Helfer und die Wehr des nahen US-Flugfelds in Katterbach mit ihrem Flugfeld-Löschfahrzeug im Einsatz. Das Milmersdorfer Holz liegt zwischen der Bundesstraße 14 und Milmersdorf, einem Gemeindeteil von Sachsen bei Ansbach. Es ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer und Spaziergänger. Dort verläuft auch ein selten benutztes Nebengleis der Bahn zum Kasernengelände in Katterbach.

Im Einsatz gewesen waren nach Informationen der Leitstelle in Ansbach die Wehren aus Sachsen bei Ansbach, Wolframs-Eschenbach, Lichtenau, Ansbach, Neukirchen, Wicklesgreuth, Herpersdorf, Volkersdorf, Brodswinden, Neuendettelsau und Heilsbronn. Die abgelegene Lage stellte sie vor eine besondere Herausforderung: Neben dem schwierigen Zugang mussten lange Leitungen für die Wasserversorgung verlegt werden. Die Leitstelle forderte deshalb auch einen Hubschrauber an, der Löschwasser auf dem Flugfeld der US-Armee aufnahm.

Gegen 18.30 Uhr hieß es dann am Donnerstag erst einmal Aufatmen. Die Lage war unter Kontrolle. Unter Beobachtung musste das Waldstück allerdings weiter bleiben, um beim Wiederaufflammen sofort gegensteuern zu können. Eine Nachtwache der Feuerwehr blieb daher vor Ort.

„Heute um ca. 18 Uhr rückte die letzte Brandwache endlich ab“, schrieb die Feuerwehr aus Sachen bei Ansbach am Samstagabend auf ihrer Facebook-Seite. „Jeder Passant, der während des Freitages oder Samstages am Wald spazieren ging, konnte das Ausmaß mit eigenen Augen sehen, den Rauch riechen und die unnatürliche Stille (viele Tiere flohen wegen des Brandes) hören.“

Trotzdem habe man die ersten Bodenbewohner wieder zurückkehren sehen, heißt es auf der Facebook-Seite weiter. „Ebenso sah man die Feuerwehrkameraden und -kameradinnen, die bereits seit etlichen Stunden vereinzelt brennende Glutnester wieder löschen, um ein erneutes Entfachen zu vermeiden. Einige Kameraden blieben nachts, andere fingen am Morgengrauen mit der Wache an. Wiederum einige verzichteten auf ihre freien Mittage, um zu helfen. Erneut appellieren wir daran, vorsichtiger im Wald zu sein.“

Ein Ursache des Brandes ist bislang nicht erkennbar. Personen wurden nicht verletzt. Den Schaden schätzt die Polizei vorläufig auf mehrere tausend Euro. Seine exakte Höhe steht noch nicht fest.

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Manfred Blendinger/Gudrun Bayer

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