Zweitliga-Fußball im erneuerten Stadion in Leutershausen möglich | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 08.12.2023 15:09, aktualisiert am 11.12.2023 14:20

Zweitliga-Fußball im erneuerten Stadion in Leutershausen möglich

In die Jahre gekommen ist das Stadion in Leutershausen. Die Generalsanierung ist beschlossene Sache. Danach könnten auch wieder Bundesligaspiele der Weinberger Frauenmannschaft dort stattfinden. (Archiv-Foto: Wolfgang Grebenhof)
In die Jahre gekommen ist das Stadion in Leutershausen. Die Generalsanierung ist beschlossene Sache. Danach könnten auch wieder Bundesligaspiele der Weinberger Frauenmannschaft dort stattfinden. (Archiv-Foto: Wolfgang Grebenhof)
In die Jahre gekommen ist das Stadion in Leutershausen. Die Generalsanierung ist beschlossene Sache. Danach könnten auch wieder Bundesligaspiele der Weinberger Frauenmannschaft dort stattfinden. (Archiv-Foto: Wolfgang Grebenhof)

Wird das Stadion in Leutershausen nach seiner Sanierung wieder Schauplatz für Fußballspiele der zweiten Bundesliga? Der Sportausschuss des Stadtrates befürwortet ein entsprechendes Angebot an den SV Weinberg, dessen Frauenmannschaft das Spielfeld gerne nutzen würde. Weinberg liegt elf Kilometer entfernt und gehört zur Gemeinde Aurach.

Mangels geeignetem eigenen Stadion absolviert das erfolgreiche Team seine Heim- und Pokalspiele derzeit in Roßtal (auf Kunstrasen) oder in Sachsen bei Ansbach. Bei einem dauerhaften Verbleib in der zweiten Liga würde die Mannschaft aber gerne wieder „näher an daheim“ das Leder treten, berichtete Bürgermeister Markus Liebich den Mitgliedern des Schul-, Sport- und Kulturausschusses.

Schon in den Vorjahren waren die Weinberger Frauen auf Leutershäuser Rasen angetreten. In der laufenden Saison habe man davon jedoch abgesehen, weil sich der örtliche TV mit seiner Saisonplanung nicht den Gästen aus der Nachbarkommune habe unterordnen können oder wollen, hieß es.

„Bald ein Schmuckstück“

Der Haken an der Sache: Im Leutershäuser Stadion steht eine umfassende Sanierung an. Erste Vorarbeiten habe der TVL bereits auf den Weg gebracht, so Liebich. Die Ausschreibung für Tartanbahn und Allwetterplatz laufe. Auch das Stadiongebäude wird generalüberholt. „Dann haben wir bald ein Schmuckstück“, sagte der Bürgermeister. Ob die Arbeiten allerdings einen mit Auflagen verknüpften Bundesliga-Spielbetrieb bereits in der Saison 2024/2025 zulassen, müsse man abwarten.

Generell brach Liebich aber eine Lanze für eine Untervermietung, die im übrigen in der Nutzungsvereinbarung mit dem TVL ausdrücklich vorgesehen sei, sofern eine einvernehmliche Termin-Koordination gelinge. Mit dem Weißkopf-Museum und dem dann neuen Stadion verfüge Leutershausen über „zwei Leuchtturmprojekte, die unsere Stadt beliebt und bekannt machen“, sagte er.

„Tolle Werbung für die Stadt“

Spiele der Zweiten Bundesliga könnten Familien als Publikum anlocken. Zudem kämen andere Vereine aus ganz Deutschland. Im Frauenfußball liege „riesiges wirtschaftliches Potenzial“, so Liebich. Als „tolle Werbung für die Stadt“ bezeichnete Stefanie Nejedlo (CSU) solche hochklassigen Fußballbegegnungen. Allerdings müssten künftig bessere Absprachen als bisher mit dem Hauptnutzer, dem TVL, getroffen werden.

Harald Domscheit (ALL) wies darauf hin, dass bei Bundesligaspielen das Stadion jeweils einen kompletten Tag blockiert sei. Zudem plädierte er für eine „vollumfängliche Kostenrechnung“. Die Stadt „hat da nichts herzuschenken“, sagte er und betonte: „Weinberg spart sich den Bau eines Bundesligastadions.“

Einstimmig empfiehlt der Sportausschuss dem Stadtrat, dem SV Weinberg die Stadion-Nutzung im Einvernehmen mit dem TVL anzubieten.

Indes hat die Ankündigung, dass nach seiner 2024 startenden Generalsanierung das Leutershäuser Stadion wieder für Bundesligaspiele der Frauenmannschaft des SV Weinberg zur Verfügung stünde, für einige Irritationen gesorgt. Daran bestehe derzeit kein Interesse, betont Vorsitzender Wolfgang Scheidacker.

Aktuell kein Antrag des SV Weinberg

Einen entsprechenden Vorstoß aus Weinberg gebe es derzeit nicht, hob Scheidacker gegenüber der FLZ hervor: „Das Thema war für mich durch. Ich bettle da nicht rum.“ Aktuell gebe es keinen Antrag des SV, das Leutershäuser Stadion künftig wieder nutzen zu dürfen.

Das bestätigte auf Rückfrage auch der Leutershäuser Bürgermeister. Der letzte Antrag aus dem Nachbarort Weinberg stamme aus dem Frühjahr 2022 und habe sich auf die Saison 2022/2023 bezogen.

Liebich: „Ein Angebot von unserer Seite”

Mit dem Tagesordnungspunkt „Nutzung des städtischen Stadions durch einen Verein außerhalb des Stadtgebiets Leutershausen“ im Sportausschuss habe man lediglich das Signal senden wollen, „dass wir uns das vorstellen können“ – vorausgesetzt, eine Einigung mit dem örtlichen TV Leutershausen als Hauptnutzer käme zustande. „Das war ein Angebot von unserer Seite“, stellte Liebich klar: „Wir beschäftigen uns gerne wieder damit, wenn der SV Weinberg auf uns zu kommt.“


Wolfgang Grebenhof
Wolfgang Grebenhof
Redakteur in der Lokalredaktion Ansbach seit 1992. Schwerpunktmäßig zuständig für den Raum Leutershausen. Heimatverbunden und weltoffen, regional verwurzelt und global neugierig.
north